Islands Ringstraße mit dem Camper: unsere Tipps und Erfahrungen

Islands Ringstraße mit dem Camper: unsere Tipps und Erfahrungen

Aktualisiert am: 06.03.2026

Lesedauer: 8 Minuten

1336 Kilometer. Das ist die Länge der Ringstraße in Island, die einmal rund um die Insel führt. Sie führt vorbei an Wasserfällen, Gletschern, Stränden und Lavafeldern. Und immer wieder zwischendrin: Campingplätze in schönster Lage. Wir waren mit dem Mietcamper auf Islands Ringstraße unterwegs und teilen unsere Erfahrungen und Tipps.

Die Ringstraße in Island: die Route auf einen Blick

Islands Ringstraße: Tipps und Erfahrungen

Mann im Camper in Island

Route

Anreise

Island ist per Flugzeug gut erreichbar, Reykjavík ist das natürliche Start- und Endziel der Ringstraße. Ihr landet am Flughafen in Keflavík, wo ihr auch direkt euren Mietcamper abholen könnt.

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Beste Reisezeit

Juni bis August ist Hochsaison: lange hell, viele Festivals, aber auch höhere Preise und volle Campingplätze. Mai und September sind oft die bessere Wahl - weniger Trubel, niedrigere Preise, und das Licht im Herbst ist besonders schön. Ich selbst war im Mai auf der Ringstraße in Island unterwegs und habe mit diesem Monat nur gute Erfahrungen gesammelt - wenig Regen, viel Sonne.

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Zeitplanung

Plant mindestens eine Woche für die komplette Ringstraße ein, besser eineinhalb bis zwei. Wenn ihr noch Abstecher auf die Westfjorde oder nach Snæfellsness machen möchtet, sind zwei volle Wochen sinnvoll. Länger geht natürlich immer!

Bäume

Fahren auf der Ringstraße

Die Straße ist durchgehend asphaltiert. Wollt ihr Abstecher zum Dettifoss oder zu den Westfjorden machen, kann es aber auch mal über Schotterstraßen gehen. Wenn ihr nicht ins Hochland fahren möchtet, braucht ihr nicht zwingend ein Allrad-Fahrzeug. Dass die Ringstraße mal gesperrt ist, kommt übrigens selten vor, aber mit der Island-App seid ihr auf der sicheren Seite.

Preis

Mietcamper für Island

Auf CamperDays könnt ihr verschiedene Vermieter in Island vergleichen und so das Wohnmobil finden, das am besten zu euren Plänen passt. Mein Tipp: Bucht unbedingt früh genug, dann ist die Auswahl größer. Mietcamper in Island sind leider nicht gerade günstig, also haltet am besten nach Rabatten Ausschau und abonniert zum Beispiel unseren Newsletter für Aktionen.

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Lieblings-Campingplätze entlang der Route

  • Vík - Pálsgjá Camping: Dramatische Lage in den dunklen Felsen des Wandergebiets Höfdabrekka, Basis für die Wanderungen durch die Game-of-Thrones-Kulisse. Enge Anfahrt, aber auch für Wohnmobile erlaubt.

  • Vatnajökull - Skaftafell Camping: Direkt vor dem Nationalpark, mit Zugang zu Gletscherwanderungen. Im Winter auch Abstellmöglichkeiten auf dem Parkplatz des Besucherzentrums.

  • Mývatn - Camping Hild: Einfacher, ruhiger Platz mit schönem Blick auf dem See.

Reisebericht: Unser Island-Roadtrip über die Ringstraße

Start der Ringstraße in Reykjavík

Blick auf Reykjavík und schneebedeckte Berge

Schon in Reykjavík sieht man, wie wild Island wirklich ist. Wenn man über die Bucht Faxflói nach Norden blickt, dehnt sich eine zerfurchte Landzunge am Horizont aus und endet in den schneebedeckten Gipfeln des Snaefellsjökull. Das ist der Vulkan, den Jules Verne zum Eingang zum Mittelpunkt der Erde erklärt hat. Und ja, er sieht tatsächlich ein bisschen so aus.

Wir verlassen Reykjavík, und nach wenigen Kilometern ist die Stadt verschwunden. Was bleibt, ist Lava. Moos. Wind. Und die Ringstraße, die sich durch eine Landschaft schlängelt, in der man sofort versteht, warum die Isländer*innen seit Jahrhunderten von Trollen, Riesen und dem Huldufólk erzählen - dem unsichtbaren Volk aus Gnomen, Elfen und Zwergen. Es fällt nicht schwer zu glauben, dass hinter jedem dieser schwarzen Felsblöcke jemand wartet.

Mývatn und Krafla: Vulkane im hohen Norden

Camper in Island am Mývatn-See

Wir fahren die Ringstraße in Island im Uhrzeigersinn. Die Route führt uns schnurstracks in die vulkanisch aktivste Region des Landes, vorbei am Goðafoss- dem Wasserfall der Götter. Hier legen wir eine Pause ein, denn das Rauschen der Wasserfälle ist die perfekte Hintergrundmusik für ein Picknick.

Am Mývatn-See haben wir das Gefühl, auf einem anderen Planeten angekommen zu sein. Zerbrochene Lavabrocken und vulkanische Säulen säumen das Ufer, Geysire spritzen, Schlammlöchern blubbern, aus den Erdspalten steigt Dampf auf und es riecht nach Schwefel.

Wir quartieren und auf dem Campingplatz Hild ein und verbringen hier ein paar Tage. Wir wandern auf den pechschwarzen Tuffberg Hverfjall, der vor etwa 250 Jahren entstanden ist. Oben angekommen, werden wir fast von den Windböen weggepustet. Der Blick von hier oben ist fantastisch!

Außerdem befindet sich in der Nähe das Lavafeld Dimmu Borgir (ja genau, wie die Band) und die Grjótagjá-Höhle, die durch Game of Thrones bekannt geworden ist. Der Eingang ist gar nicht einmal so leicht zu finden und nur ein paar Menschen passen hinein. Trotzdem lohnt sich ein Blick, denn das Wasser ist so unwirklich blau und klar, dass sich die Felsen spiegeln. Baden darf man hier nicht (mehr), denn das Wasser ist mittlerweile durch die vulkanischen Aktivitäten bei 60 Grad (!) angelangt.

Dettifoss: der mächtigste Wasserfall Europas

Mann steht am Dettifoss in Island

Im Nordosten wird Islands Ringstraße wilder. Isolierte Dörfer stehen an eiskalten Fjorden direkt am Ufer. Schäferhütten stehen am Straßenrand. Wasserfälle rauschen an den Felsen herab. Und: Während unten im Süden in Reykjavík noch die Sonne geschienen hat, liegt hier oben Schnee!

Der Dettifoss lässt sich nicht ignorieren. Er ist der mächtigste Wasserfall Europas, sagt unser Island-Reiseführer. 193 Kubikmeter Wasser pro Sekunde stürzen hier 44 Meter in die Tiefe. Der Boden vibriert. Man hört ihn, bevor man ihn sieht. Die donnernden Wassermassen kann man kaum fotografisch festhalten. Also einfach innehalten und genießen.

Vatnajökull, Jökulsarlon und der Svartifoss

Menschen auf einem Gletscher in Island

Den Vatnajökull sieht man schon lange, bevor man ihn erreicht. Fährt man von Höfn, einem kleinen Hafen in einem der südöstlichsten Fjorde Islands, nach Westen, liegt der Gletscher am Horizont. Er sieht aus wie eine gefrorene, weiße See vor einem Zaun aus Gipfeln. Mit 7700 Quadratkilometern gilt er als größte Eismasse Europas.

Der Skaftafell-Campingplatz liegt direkt vor den Toren des Nationalparks und ist eine der schönsten Übernachtungsmöglichkeiten auf der gesamten Route. Im Sommer ist es hier herrlich grün und Wanderwege führen in Gletscherzungen hinauf. Wir begnügen uns mit einer Wanderung zum Svartifoss-Wasserfall und sind rund zwei Stunden unterwegs. Am Wasserfall angekommen, legen wir ein kleines Picknick ein und schauen hinauf zu den Basaltplatten.

Südlich vom Vatnajökull liegt der 200 Meter tiefe Gletschersee Jökulsarlon. Blauschwarze Eisberge treiben vor dem Vatnajökull und geben ein beliebtes Fotomotiv ab. Es werden Bootsfahrten angeboten, aber wir geben uns damit zufrieden uns ans Ufer zu setzen und den Blick auf den glasklaren See zu genießen. Denn gleich geht es für uns schon weiter Richtung Süden!

Seljalandsfoss und Skógafoss im Süden

Frau trinkt Kaffee im Camper und schaut auf den Skógafoss in Island

Wir lassen Vatnajökull hinter uns und fahren Islands Ringstraße weiter nach Westen. Die Landschaft öffnet sich. Flaches Weideland, Bauernhöfe, Gewächshäuser am Straßenrand. Das hier ist Pferdeland oder genauer gesagt: Islandpony-Land. Sie stehen in Koppeln und schauen uns nach, als hätten sie noch nie einen Mietcamper gesehen.

Wir stoppen am Seljalandsfoss, der für mich zu den schönsten Orten auf Islands Ringstraße gehört. Man kann hinter dem Wasserfall hindurchlaufen und wird dabei nass - aber das gehört dazu.

Nur ein paar Kilometer entfernt wartet der Skógafoss auf uns, 60 Meter hoch, mit einem Regenbogen im Sprühnebel, der fast so perfekt platziert ist, dass er fast kitschig wirkt. Mein Tipp: Macht euch die Mühe und lauft die Treppenstufen neben dem Wasserfall hinauf. Von dort oben ist der Blick noch schöner. Außerdem startet hier eine Wanderung, die euch immer am Wasser entlang führt.

Direkt vor dem Wasserfall befindet sich ein Campingplatz, der uns allerdings nicht wirklich begeistert hat. Für viel Geld steht ihr zwar in schönster Kulisse direkt vor dem Wasserfall, aber die Toiletten haben schon bessere Zeiten gesehen.

Vík í Mýrdal: schwarze Strände und Lupinenfelder

Camper zwischen Lupinenfeld und schwarzen Bergen in Island

Vík ist der südlichste Ort Islands und liegt inmitten grüner Wiesen. Die Strände in dieser Gegend gehören für mich zu den schönsten des Landes. Zwischen den Basaltsäulen und in den begehbaren Höhlen leben und nisten tausende von Seevögeln, wie Küstenseeschwalben und Eissturmvögel.

Wir übernachten auf dem Campingplatz Pálsgjá mitten in den dunklen Felsen des Wandergebiets Höfdabrekka. Die Landschaft ist so düster und dramatisch, dass die Filmcrew von Game of Thrones hier Westeros gedreht hat. Die Anfahrt ist eng, holperig und auch für Camper ohne Allrad erlaubt - trotzdem: langsam fahren.

Thingvellir: Schnorcheln zwischen den Kontinentalplatten

Schnorcheln in der Silfra-Spalte in Island

Kurz vor dem Ende unseres Roadtrips durch Island, auf einem kleinen Abstecher von der Ringstraße, liegt Thingvellir. Er ist Nationalpark, UNESCO-Welterbe und für die Einheimischen noch etwas anderes: ein Ort, der im kollektiven Gedächtnis brennt. Hier hielten die Wikinger 930 erstmals ihr Althing ab - das älteste bestehende Parlament der Welt. In einer Zeit, als Europa noch unter Königen und Feudalherren seufzte, versammelten sich hier Freie, diskutierten Gesetze und fällten Entscheidungen.

Das Rift Valley, durch das wir spazieren, ist die sichtbare Naht zwischen zwei Kontinentalplatten. Europa auf der einen Seite, Amerika auf der anderen. Denn: Island sitzt genau auf dem Mittelatlantischen Rücken zwischen der Eurasischen und Nordamerikanischen Erdplatte. Im Park werden sogar Schnorchel-Ausflüge zwischen den Platten angeboten. Fische gibt es zwar nicht zu sehen, dafür schwimmt ihr aber buchstäblich zwischen zwei Welten.

Zurück in Reykjavík. Hier endet (und beginnt) Islands Ringstraße

Die Ringstraße schlängelt sich über die Magmafelder des Naturschutzgebiets Reykjanesfólkvangur und führt dann in die Vororte Reykjavíks. Die Straßenlaternen leuchten nach einer Woche mit klarem Himmel und Sternenlicht seltsam vertraut und doch fremd. Vor der Bucht von Faxaflói, da wo unser Roadtrip durch Island begonnen hat, leuchtet die Eiskappe des Snaefellsjökull in der Abendsonne.

Wir haben 1336 Kilometer zurückgelegt, Dampf aus der Erde aufsteigen sehen und sind hinter Wasserfällen spazieren gegangen. Uns fällt es fast ein bisschen schwer, den Mietcamper nach so einer Woche zurückzugeben. Aber wir wissen: Wir kommen wieder - vielleicht ja mal im späten Herbst, wenn die Nordlichter über den Himmel tanzen. Denn die Ringstraße in Island ist zu jeder Jahreszeit wundervoll.

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