
Mein Reisebericht: Von Las Vegas in den Südwesten der USA
Aktualisiert am: 27.02.2026
Lesedauer: 9 Minuten
Las Vegas ist der perfekte Ausgangspunkt für einen Roadtrip in die Nationalparks im Südwesten der USA. In meinem Reisebericht zeige ich euch die schönste Rundreise ab Las Vegas, Camping-Spots mitten in der Natur und teile meine Erfahrungen zum Wohnmobil mieten.
Infos zur Route: von Las Vegas in den Südwesten der USA
Route: Las Vegas - Zion-Nationalpark - Bryce Canyon - Page/Lake Powell - Monument Valley - Grand Canyon - Sedona - Las Vegas
Reisezeitraum: Zwei Wochen im Oktober
Mietcamper: C-25 von Cruise America mit drei Personen (Erwachsene)
Tag 1: Anreise nach in Las Vegas

Der Wecker ging früh heute Morgen! Um 9:45 sind wir von Frankfurt über Zürich bis nach Las Vegas geflogen. Schon auf der Uber-Fahrt vom Flughafen ins Hotel wird uns eins klar: Diese Stadt ist anders! Alles leuchtet, alles lärmt, alles ist irgendwie zu viel - und genau das macht Las Vegas so faszinierend.
Nach einer schnellen Dusche machen wir uns trotz Jetlag auf die Suche nach Essen. Allein den Weg vom Hotel zum Boulevard zu finden, ähnelt einer kleinen Expedition. Die Hotels sind labyrinthisch miteinander verbunden. Und ich bin mir sicher, dass die Ausgänge mit Absicht schwer zu finden sind - damit man bloß nicht aufhört zu spielen.
Um 12 Uhr Ortszeit fallen wir ins Bett. Ich bin sofort weg.
Tag 2: Wohnmobil-Abholung und Fahrt nach Zion
Der zweite Tag startet für mich schon um 5.15 Uhr - Jetlag lässt grüßen. Aber das macht nichts, denn heute holen wir endlich unser Mietwohnmobil in Las Vegas ab!
Wir frühstücken in „Paris“ direkt unter dem Eiffelturm. Las Vegas eben. Danach geht es mit dem Uber zur Mietstation von Cruise America. Und da steht er schon: ein brandneues teilintegriertes Wohnmobil, gerade mal knapp 4000 Kilometer auf dem Tacho.
Erst einmal den Kühlschrank auffüllen: Nach einem ausgiebigen Stopp bei Walmart haben wir 270 Dollar später alles, was man für eine Wohnmobiltour braucht. Die Fahrt zum ersten Campingplatz ist entspannt, abgesehen von 45 Minuten Stau und dem Moment, als wir merkten, dass zwischen Nevada und Utah eine Stunde Zeitverschiebung liegt. Wir wollen also etwas später als geplant auf den Campingplatz.
Am Abend kochen wir zusammen, spielen Spiele und machen unser erstes Lagerfeuer. Genau so hatte ich mir das vorgestellt!
Tag 3: Zion-Nationalpark: drei Wanderungen an einem Tag

Es sind nur zehn Minuten vom Campingplatz bis in den Nationalpark. Die Sonne scheint, es sind 17 Grad - perfektes Wanderwetter.
Die Campingplatzbesitzerin hat uns zwei Routen empfohlen, aber am Ende machen wir sogar drei Wanderungen. Die beste Entscheidung des Tages. Erst zum „Weeping Rock“, einem Felsen, aus dem Wasser tropft wie ein stiller Dauerregen. Dann entlang des Virgin Rivers. Und schließlich die dritte (und schönste) Route - bergauf, über große Felsen, bis zu einem kleinen Bergsee mit Wasserfall.
Auf dem Rückweg fängt es leicht an zu regnen. Wir schnappen uns Sandwiches uns essen sie entspannt auf dem Campingplatz. Den Abend verbringen wir am Lagerfeuer: Maiskolben und Brötchen direkt in den Flammen, dazu frisches Gemüse mit Hummus. Besser gehts kaum.
Unser Campingplatz: Zion Canyon Campground (479 Zion Park, Boulevard Springdale)
Tag 4 + 5: Bryce Canyon - Schnee inklusive
Weiter geht's zum Bryce Canyon. Eigentlich wollten wir eine kurvenreiche Panoramaroute durch den Zion-Nationalpark fahren - aber unser Wohnmobil ist schlicht zu hoch für den Tunnel. Also Umweg, 30 Minuten extra, aber wir haben genug Spiele eingepackt. Also kein Problem für uns.

Wir parken unser Wohnmobil auf dem Campingplatz und nehmen den Shuttle zum Bryce Canyon. Auf dem Plan steht ein langer Spaziergang - trotz des windigen Wetters. Der Ausblick auf die orangeroten Felsen, die sogenannten Hoodos, ist unglaublich schön. Den besten Blick habt ihr vom Bryce Point aus.
Zwei andere Sehenswürdigkeiten, die ich euch im Park empfehlen kann:
Auf dem Navajo Loop Trail wandert ihr durch eine Schlucht. Besonders beeindruckend ist die sogenannte Wall Street mit ihren mächtigen Felsmauern. Die Wanderung ist mit 1,5 Meilen easy, zieht aber unbedingt festes Schuhwerk an.
Der 15-minütige Film im Visitor Center ist superinteressant. Hier erfahrt ihr mehr über den Nationalpark, seine Geschichte und die Entstehung der Hoodos.
Der nächste Tag überrascht uns: kalt, bewölkt und dann - Schnee. Bryce Canyon liegt auf 2500 Metern, das wussten wir. Aber Schneeflocken im Oktober? Das hatten wir nicht auf dem Zettel. Das Praktische am Campen: Wir können es uns heute im Wohnmobil gemütlich machen - mit einem guten Buch, Spielen und dem Tablet.
Am Abend besuchen wir eine waschechte Cowboy-Show im Ebenezer's Barn & Grill: rote Karodecken, Countrymusik und ein Publikum, das deutlich älter ist als wir. Trotzdem haben wir einen guten (and very american!) Abend.
Unser Campingplatz: Ruby's Inn RV Park & Campground
Tag 6: Lake Powell - Einschlafen unter dem Sternenhimmel

Der Morgen beginnt mit einer mutigen Aktion: Bikini anziehen und rein in den Außenpool auf dem Campingplatz! Das Wasser ist fast zu warm, aber nach einer eiskalten Nacht fühlt es sich an wie das Paradies.
Dann Abfahrt Richtung Lake Powell - und was für ein Unterschied! Gestern Schnee, heute Sonnenschein und 18 Grad.
Wir parken fast alleine auf dem Campingplatz und am Abend erwartet uns der absolute Highlight-Moment der ganzen Reise: ein Himmel mit tausend leuchtenden Sternen. Wir suchen nach dem kleinen und großen Bären und finden mit unserer Sternenatlas-App sogar den Saturn. Wir sitzen noch lange am Lagerfeuer und zählen Sternschnuppen, jede von uns sieht mindestens drei Stück. Das ist einer dieser Momente, die man nie mehr vergisst.
Unser Campingplatz: Wahweap RV
Tag 7: Antelope Canyon & Horseshoe Bend

Heute steht der Antelope Canyon auf dem Programm - und gleich zu Beginn eine kleine Zeitzonenfalle. Wir hatten eine Fahrt von einer halben Stunde eingeplant, aber die Navigation sagt: 1.30 Stunden. Arizona und Utah ticken anders, im wahrsten Sinne.
An der geführten, vorgebuchten Tour dürfen wir trotzdem teilnehmen: Unser Guide Van ist Navajo und erzählt uns während der Wanderung von der Geschichte seines Volkes und wie die Canyons früher genutzt wurden. Die Formationen sind wie Skulpturen - geschwungene Wände in Rot, Orange und Lila.
Auf dem Rückweg halten wir noch am Horseshoe Bend an. Vom Parkplatz aus sieht man gar nichts und dann, nach zwanzig Minuten Fußweg, öffnet sich plötzlich der Boden: 400 Meter gerade Absturz in eine Schlucht, die der Colorado River in Hufeisenform in den Fels geschnitten hat. Wir können uns an diesem Ausblick kaum sattsehen.
Tag 8 & 9: Der Grand Canyon und meine Höhenangst

Heute steht der wohl bekannteste Ort im Südwesten der USA auf dem Programm: Nach einer Runde French Toast geht es mit dem Wohnmobil zum Grand Canyon.
23 Grad, wolkenloser Himmel - perfekte Bedingungen für eine Wanderung auf dem South Kaibab Trail. Wir starten oben und gehen im Zickzack hinunter. Die Aussicht an jedem Aussichtspunkt in die Schlucht ist unglaublich. Der Weg ist allerdings teilweise wirklich steil, und ich halte mich an meinen Freundinnen fest - Höhenangst lässt grüßen.
An unserem Zielpunkt angekommen, beschließen die beiden, noch weiter zu gehen. Ich, meine Höhenangst und meine leichte Erkältung steigen gemütlich wieder alleine hinauf und genieße die Sonne. Oben angekommen, zeigt mein Smartphone mit , dass ich heute 81 Stockwerke gelaufen bin, meine Freundinnen sogar 120.
Danach heißt es nur noch: Burger, Bus, Campingplatz, Bett!
Unser Campingplatz: Trailer Village
Tag 10: Monument Valley

Knapp drei Stunden Fahrt sind es bis nach Monument Valley. Die Landschaft erinnert an alte Westernfilme und Cowboys - und dieses Feeling wollen wir mitnehmen.
Wir tauschen unser Wohnmobil gegen Pferde ein. Meines heißt „4 Socks“, Maikes „JC“ und Lulus „Jucy.“ Eine ganze Stunde lang reiten wir im ruhigen Tempo durch rote Felsen - entspannend, malerisch und irgendwie unwirklich. Das ganze Gebiet ist 120 Quadratkilometer groß, hier gibt es auf einem Austritt also viel zu sehen. Wenn die Sonne langsam über den Horizont steigt und die Felsen zu glühen beginnen, sieht das besonders schön aus.
Von unserem Campingplatz aus blicken wir auf die Tafelberge. Der Sonnenuntergang auf dem Platz gehört zu den schönsten unserer ganzen Reise.
Unser Campingplatz: Goulding's RV
Info-Box: Geführte Reittouren könnt ihr zum Beispiel über GetYourGuide oder Viator buchen; Touren starten ab ca. 95 Euro pro Person und sind in der Regel 1,5 bis 2 Stunden lang.
Tag 11: Sedona

Sedona ist der perfekte Zwischenstopp auf dem Weg zurück nach Las Vegas. Das Örtchen liegt inmitten roter Felsen und versprüht mit den ganzen New-Age-Läden Hippie-Flair.
Wir wollen allerdings nicht shoppen, sondern lieber wandern gehen. Es ist zwar bewölkt und nieselt ein bisschen - macht die Landschaft aber nur noch dramatischer.
Unser Campingplatz: Rancho Sedona
Tag 12: Zurück nach Las Vegas
Dann: 4,5 Stunden Fahrt zurück nach Las Vegas, denn morgen müssen wir leider das Wohnmobil zurückbringen. Der Campingplatz ist im Grunde ein Asphaltparkplatz - aber eine Nacht dort kostet nur 6 US-Dollar und der Platz hat sogar einen Pool. Bikini raus, rein ins Wasser.
Am Abend gehen wir in die Cheesecake Factory (ja, die aus The Big Bang Theory). Die Portionen sind riesig - ein normales Pastagericht hat rund 2000 Kalorien - also bestellen wir von der „Skinnylicious“-Karte. Es schmeckt trotzdem fantastisch, vor allem das Kartoffelpüree. Und natürlich teilen wir uns am Ende ein Stück Cheesecake. Eine Zuckerbombe, aber sie ist es wert.
Unser Campingplatz: LV RV Resort
Tag 13: Letzter Tag in Las Vegas

So schnell gehen zwei Wochen Rundreise in den USA vorbei. Wir müssen den Camper um 11 Uhr zurückgeben, also heißt es: schnell Koffer packen, Gas auffüllen, tanken. Alles klappt reibungslos und wir trudeln überpünktlich an der Mietstation ein. Die Mitarbeiter*innen sind herzlich, die Übergabe dauert keine zehn Minuten.
Danach upgraden wir vom Wohnmobil auf ein Hotel mit Blick auf die Sphere, aber sternenklare Nächte wie auf dem Campingplatz gibt es hier natürlich nicht. Wir sind also definitiv Team Camper.
Am Abend schlendern wir durch das venezianische Las Vegas mit Gondeln und dem Kolosseum als Pappmaché. Wir schauen die Springbrunnen-Show am Bellagio. Wir verlieren beim Blackjack, verlieren beim Roulette, und beschließen, dass wir einfach keine Glücksspielerinnen sind. Aber wir müssen sowieso früh ins Bett, denn morgen um 4 Uhr klingelt auch schon wieder der Wecker. Es geht zurück nach Hause.
Euch hat mein Reisebericht über den Südwesten der USA gefallen?
Ich würde jederzeit wieder mit dem Mietwohnmobil durch die USA reisen. Denn: Die Nationalparks erlebt ihr viel intensiver, wenn ihr auf den Campingplätzen vor Ort übernachtet. Dann seid ihr morgens die ersten Personen auf dem Wanderweg und erlebt sternenklare Nächte und die wohl schönsten Sonnenuntergänge aller Zeiten.
Außerdem seid ihr unglaublich flexibel unterwegs, denn ihr könnt eure Reisepläne spontan anpassen. Euch gefällt es an einem Ort besonders gut? Dann bleibt einfach einen Tag länger.
Unser Wohnmobil haben wir über CamperDays gebucht. Dort haben wir Las Vegas als Abhol- und Rückgabestation angegeben und mit Filtern nach einem passenden Camper für drei Personen gesucht. Besonders praktisch: Die Preise, Extras und Versicherungen werden transparent und übersichtlich aufgelistet. So behaltet ihr die Kosten immer im Blick.

Danke für's Lesen!
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