
Klippen, Pints & Linksverkehr: Unser 10-Tage-Roadtrip durch Donegal und Nordirland
Aktualisiert am: 03.08.2026
Lesedauer: 15 Minuten
Ihr kennt vielleicht Dublin, die Cliffs of Moher und den Ring of Kerry, aber habt ihr schon einmal etwas von Donegal gehört? Der nördliche Zipfel von Irland ist weit weg von den bekanntesten Sehenswürdigkeiten, aber dafür auch wilder, echter und (nur meine Meinung) schöner als der Süden des Landes. Kombiniert ihr diesen Teil Irlands mit Nordirlands Giant's Causeway, ergibt das eine Rundreise, die ihr so schnell nicht mehr vergessen werdet. Ich zeige euch die schönste Route mit dem Camper für zehn Tage - inklusive Spar-Tipps, Camping-Spots und mehr.
Unsere 10-Tage-Camperroute durch Nordirland und Donegal
Tag 1: Camper abholen und ab nach Nordirland
Unsere Reise startet in Dublin - oder genauer gesagt in Rathcoole rund 30 Kilometer Luftlinie vom Airport entfernt. Nach der Einweisung geht es zum ersten Supermarkt und von dort aus direkt weiter Richtung Norden. Die Fahrt dauert rund zwei Stunden, vorausgesetzt ihr landet nicht im Feierabendverkehr. Zur Eingewöhnung (Linksverkehr!) ist die Strecke von Dublin nach Belfast super, denn die Straße ist breit, mehrspurig und erinnert ein bisschen an unsere deutsche Autobahn (mit Tempolimit).
Unser erster Stopp: der Dundonald Touring Caravan Park. Der Ort selber hat nicht viel zu bieten (die Einheimischen nennen ihn scherzhaft Fundonald), aber ein offizieller Campingplatz ist perfekt zum Ankommen und Einrichten. Außerdem fährt von hier aus ein Bus regelmäßig Richtung Belfast - dort wollt ihr nämlich mit dem Camper garantiert nicht hineinfahren.
Tag 2: Ein perfekter Tag in Belfast

Die Hauptstadt von Nordirland und zweitgrößte Stadt ganz Irlands könnt ihr locker an einem Tag besichtigen. Wir fahren schon früh los und lassen uns treiben.
Meine Tipps für den perfekten Tag:
Frühstücken bei General Merchant und ins Queen Quarter: „Chef“ Tim hat mittlerweile fünf Filialen in Belfast eröffnet. Wir entscheiden uns für die in der Ormeau Road etwa eine Meile südlich des Stadtzentrums. Das Frühstück/der Brunch hier sind fantastisch: regionale Zutaten, tolle Kreationen und unglaublich guter Kaffee. Danach könnt ihr einen kleinen Spaziergang durch den Ormeau Park machen - den ältesten Park Belfasts. Über die Ormeau Bridge gelangt ihr in das schöne Queens Quarter mit dem Botanischen Garten, vielen kleinen Cafés und dem Ulster Museum. Unbedingt anschauen: Die Queen's University gehört zu den schönsten Universitäten des Landes.
City Center und Hall: Danach geht es weiter zur City Hall, die zwischen 1898 und 1906 gebaut wurde. Das viktorianische Rathaus mit den vier Türmen, den knalligen Buntglasfenstern und der gigantischen Kuppel könnt ihr entweder selber (nur Erdgeschoss, 4 Pfund) oder während einer geführten Tour (beide Stockwerke inklusive dem 50 Meter langen Bankettsaal) besuchen. In 16 Räumen werdet ihr durch eine kurze Geschichte Belfasts geführt. Unbedingt ansehen: die Wandgemälde von John Luke. Danach schlendert ihr noch durch das City Center mit den schönen viktorianischen Gebäuden. Dort kommt ihr garantiert am ältesten Pub der Stadt
vorbei, das Kellys aus dem Jahr 1720. Wenn ihr Glück habt, ist gerade Trad Session.
West Belfast Murals:Wenn ihr noch mehr über die Aufstände in Belfast erfahren möchtet, lohnt sich die
Dauerausstellung im Ulster Museum (wobei man sich nicht nur auf die Troubles allein, sondern auch auf den historischen Kontext konzentriert) oder (noch besser!) ein Spaziergang entlang der West Belfast Murals. (Folgt einfach der Castle Street entlang nach Westen).
Titanic Quarter: Da die Titanic in Belfast gebaut wurde, widmet sich das Hafenviertel der Stadt komplett diesem Thema. Titanic Belfast ist die vielleicht aufregendste Sehenswürdigkeit in diesem Viertel. Mit aufwendigen Installationen und viel Multimedia wird in dem Museum die Geschichte des Schiffes von der Kiellegung bis zur Katastrophe anschaulich und ohne Kitsch nacherzählt. (Und Celine Dion schluchzt - wir waren erleichtert - auch nicht in Dauerschleife.) Die 25 Pfund für den Eintritt sind absolut fair.
Ein Absacker im Cathedral Quarter: Wenn ihr den Abend nicht auf dem Campingplatz, sondern in Belfast ausklingen lassen möchtet, dann ist Cathedral Quarter euer Place to go. In den kleinen Straßen reiht sich ein Pub an das nächste und überall gibt es Livemusik. Fühlt sich ein bisschen an wie Temple Bar in Dublin, aber nicht ganz so touristisch und überlaufen.
Tag 3: Die Geheimtipps Bangor und Helen's Bay

Am nächsten Tag geht es für uns nicht direkt zum Giant's Causeway, sondern erst einmal zur Küste in den Nordwesten. Die Gegend in Nordirland lassen viele Reisende links liegen. Ziemlich schade, denn hier gibt es echte Geheimtipps:
Bangor ist eine kleine typische, nordirische Hafenstadt mit bunten Häusern am Wasser, Schwimmmöglichkeiten und einem wunderschönen Coastal Path zum Spazierengehen. Mein Tipp: Einfach einen Kaffee auf die Hand holen, am Hafen starten und von dort aus am Wasser entlanglaufen. Für einen Snack eignet sich das urgemütliche Jamaicas Inn direkt am Wasser.
Helen's Bay ist bekannt für den wunderschönen langen Sandstrand, der in der Nebensaison menschenleer ist. Außerdem sind die Sonnenuntergänge hier einfach nur magisch! Die Einheimischen packen hier gerne alles für ein Picknick ein und setzen sich an die Küste.
Gut zu wissen: Das Übernachten ist in dieser Gegend gar nicht mal so einfach. Es gibt keinen offiziellen Campingplatz für Wohnmobile und das Wildcampen wird nicht gerngesehen. Wir konnten zum Glück bei Freunden übernachten, aber uns wurde Donaghadee - The Commons empfohlen. Dabei handelt es sich anscheinend um einen kostenlosen Hafen-Parkplatz direkt am Meer westlich von Helen's Bay. Hier gibt es Sanitäranlagen, sonst aber keine Services. Da wir hier nicht übernachtet haben, solltet ihr aber vorab sicherstellen, dass das Campen hier wirklich erlaubt ist.
Tag 4: Nordirlands Giant's Causeway
Heute steht DIE Sehenswürdigkeit Nordirlands auf dem Plan: Die Causeway Coast ist UNESCO-Welterbestätte und das schönste Stück Küste in Nordirland. Sie reicht von Ballycastle bis nach Portrush und ist einfach nur magisch.
Zur Orientierung: Die offizielle Causeway Coast erstreckt sich 53 Kilometer lang von Portstewart bis nach Ballycastle, aber die schönste Section ist 16,5 Kilometer lang und befindet sich zwischen der Hängebrücke und dem Giant's Causeway. Das Stück könnt ihr euch locker an einem Tag anschauen.
Unsere Highlights:

Portrush ist eine süße kleine Hafenstadt. Hier kann man gut essen gehen oder am East Strand den Surfer*innen zuschauen.
Das Giants Causeway Visitor Center ist ein guter Startpunkt, Parkplätze für Camper sind aber eher Mangelware. Wir suchen uns einen Campingplatz in der Nähe (Ballyness Caravan Park) und fahren von dort aus einfach mit dem Bus. Vom Visitor Center aus führt ein Spaziergang runter zum Causeway. Schöner ist der Weg oberhalb der Klippen und dann runter über die Sheperd's Steps. Von hier aus laufen wir bis zum Amphitheater-Viewpoint mit den Felsformationen und den berühmten 60 Basaltsäulen. Sie sehen mit der sechseckigen Form wie Orgelpfeifen aus. (Kein Wunder, dass man sich erzählt, dass dieses Stück Natur von einem Giganten namens Finn McCool erschaffen wurde.)
Carrick-a-Rede Bridge: Die Hängebrücke hatte einst einen praktischen Nutzen, denn Fischer haben sie zwischen einer kleinen Felseninsel und dem Festland gespannt, um an Lachs zu kommen. Heute ist die Heimat von Tordalken und Klippenmöwen; an einem klaren Tag kann man jeden Riss und jede Spalte an den Klippen erkennen - sowie die schottischen Inseln, die in der Ferne am Horizont liegen. Sie ist 20 Meter lang, einen Meter breit und schwingt 30 Meter über dem Wasser. Vom Parkplatz aus lauft ihr einen Kilometer bis dorthin. Gut zu wissen: Es gibt Timeslots, kommt am besten schon früh in den Morgenstunden - optimalerweise online und nicht erst vor Ort.

Dunluce Castle wurde zwischen dem 15. und 17. Jahrhundert gebaut und ist noch heute unglaublich beeindruckend. Ihr könnt entweder direkt dort parken oder (schöner) von Portrush aus fünf Kilometer an der Küste entlang wandern. Um 1500 vom MacQuillian Clan erbaut, ging die Festung durch Hände mehrerer Herrscher bis sie im 17. Jahrhundert der Sitz des Earls der Grafschaft Antrim wurde. Ganz am Rand der Klippen heißt es, die alten steinernen Giebel hätten C.S. Lewis Choniken von Narnia inspiriert.
Die Küstenstraße A2 zwischen Glenarm und Ballycastle gilt als eine der schönsten der Welt und ist auch mit dem Camper machbar.
Portstewart: Der öffentliche Strand ist breit und im Sommer voller Badegäste, das Wasser ist karibisch-klar. Leider lädt das Wetter in Nordirland nur im Hochsommer zum Baden ein, aber die Einwohner*innen sind hart und gehen auch außerhalb der Saison ins Wasser. Probiert den frischen Fisch im Harry's Shack, als Nachtisch dann Honigeis bei Morelli's in derselben Straße.
Camping-Tipp: Im kostenpflichtigen Ballyness Caravan Park zahlt ihr 35 Pfund pro Nacht. Im Gegenzug bekommt ihr saubere Sanitäranlagen mit Waschmaschinen, einen kleinen Camping-Shop und eine Bushaltestelle direkt vor der Tür, die euch zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten an der Küste bringt.
Tag 5-7: Strände, Pubs und Klippen in Donegals Norden

Heute geht es in ein anderes Land - auch wenn es sich nicht wirklich so anfühlt und gerade einmal fünf Minuten dauert. Wir nehmen nämlich von Portstewart in Nordirland die Fähre nach Greencastle in Irland - auf dem Wege kürzen wir die Route um ein paar Stunden Fahrzeit ab, die wir auf dem Landweg verlieren würden. Am Magilligan Point fährt die Fähre mehrmals am Tag in weniger als zehn Minuten rüber zur Halbinsel Inishowen.
Und dann sind wir plötzlich in Irland: Kilometer statt Meilen, Euro statt Pfund. Der Linksverkehr bleibt allerdings gleich!
Inishowen zieht uns direkt in ihren Bann: An den Klippen von Malin Head brechen sich die Wogen des Atlantiks. Ein Signalturm, sturmgepeitschte Wellen, verwitterte Felsen - hier herrscht ungedämpfte World's End Atmosphäre. Ihr wollt einmal um die Halbinsel rum? Auf der 160 Kilometer langen Panoramaroute Inishowen 100 ist das möglich.
Noch beeindruckender ist eine Fahrt über den Wild Atlantic Way von Creeslough über Dunfanaghy, Gweedore und Burtonport bis nach Dungloe. Hier eröffnet sich hinter jeder Kurve ein neuer dramatischer Ausblick auf die fjordähnliche Küste Nord-Donegals. Schilder an der Küstenstraße zeigen immer wieder in Gälisch an, dass man sich in der Gaeltacht befindet.
Errigal Mountain ist der Fujijama Donegals (so nennen wir ihn wegen seiner Form jedenfalls). Ihr könnt ihn über die R 251 östlich von Gweedore anfahren. Und ja, ihr könnt auch rauf auf den Gipfel wandern, was mit etwas Kondition bei 725 Metern gut möglich ist. Die einfachste Route führt von der Brücke bei Carlaghmore am Dunlewy Lough in etwa 2,5 Stunden auf den Gipfel. Belohnt werden wir mit einem schönen Wanderweg vorbei an Felshängen, Hochmooren und Bergseen - und einem traumhaften Ausblick auf Donegal!
Camping-Tipps im Norden Donegals:
Binion Bay Camping and Caravan: Umgeben von grünen Hügeln schlaft ihr hier auf einem familiengeführten, sympathischen Campingplatz. Guter Ausgangspunkt für Wanderungen und Ausflüge, zum Beispiel zum Glenevin-Wasserfall, zum Pollan Strand, Five Fingers Beach oder ins Freilichtmuseum Doagh Famine Village.
Corcreggan Mill: Hier gibt es Stellplätze für Camper und Wohnmobile in schönster Lage; außerdem könnt ihr Frischwasser auffüllen, die Duschen benutzen und euer Grauwasser loswerden. Dunfanaghy mit Patsys Bar (traditionelle Livemusik!) und der breite Sandstrand Tanmore Beach (vier Parkplätze für Camper) liegen direkt um die Ecke.
Tag 8-9: Wandern an den Slieve League Cliffs

Wenn man denkt, es kann nicht schöner werden, dann kommt Slieve League um die Ecke. Für mich sind die höchsten Meerklippen in ganz Europa der schönste Ort in ganz Irland. Selbst bei Regen, wenn Wolken über den Gipfeln hängen, ist der Anblick umwerfend.
Unbedingt machen: Die Wanderung über den 12,8 Kilometer langen Pilgrims Pass; es lohnt sich! Zuerst geht es im gemütlichen Tempo stetig bergauf. Wir drehen uns immer wieder um, um zurück auf den Ozean und die grünen Hügel zu schauen. Zum Glück ist der ausgetretene Pfad durch gelbe Markierungen gekennzeichnet, denn an manchen Stellen wüsste man sonst gar nicht mehr, wo es weitergeht. Über Heide und Stein kommen wir nach etwa 90 Minuten am höchsten Punkt auf den schwierigen Old Man's Path. Das Gelände fällt nun nach beiden Seiten steil ab und der Ausblick trifft uns mit voller Wucht. Am besten lasse ich einfach die Bilder für sich sprechen.
Das Beste nach einem langen Wandertag? Es sich in der Sauna direkt unten am Hafen gutgehen lassen und danach ins kalte Meer springen. (Unbedingt vorbuchen!) Unten am Hafen werden übrigens auch Bootsfahrten angeboten. Wenn man Glück hat, fährt der Inhaber Paddy selber mit und lässt einen sogar mal hinter das Steuer.
Camping-Tipp: Sliabh Liag Camping ist hier mein absoluter Lieblingscampingplatz. Von den Stellplätzen am oberen Ende könnt ihr bis zum Meer schauen! Außerdem könnt ihr hier direkt die Wanderung über den Pilgrim's Pass starten. Und abends könnt ihr euch entweder mit einem Stück Pizza auf dem Campingplatz oder mit frischem Fisch in der Rusty Mackarel belohnen. (Das Restaurant ist so gut, dass es im ganzen Land ist bekannt ist; außerdem gibt es hier abends Livemusik im Pub nebenan).

Tag 10: Camper-Rückgabe in Dublin
Vier bis fünf Stunden Fahrt sind es vom Süden Donegals bis zurück nach Dublin. Optimalerweise startet ihr die Rückreise schon so früh wie möglich, damit ihr rechtzeitig an der Mietstation ankommt und genug Puffer für die Rückgabe habt.
Plant außerdem noch Zeit für das Tanken ein und checkt, ob der Camper bereit für die Abgabe ist. Abwasser geleert? Toilettenkassette leer? Einmal über die Arbeitsflächen gewischt? Nichts in den Schränken oder im Kühlschrank vergessen? Wenn ihr hinter all diese Punkte einen Haken setzen könnt, dann müsst ihr an der Station nur noch gemeinsam mit den Mitarbeiter*innen den Zustand des Mietcampers checken.
Tipps fürs Campen in Nordirland und Irland
Kosten für Camping und Co.

Camping in Nordirland und Donegal ist mit durchschnittlich 35 Pfund/Euro pro Nacht leider nicht ganz günstig, aber es gibt auf jeden Fall Sparpotenzial: Mit der App https://www.britstops.com/ zahlt ihr 35 Pfund im Jahr und könnt im Gegenzug kostenlos neben Pubs oder Bauernhöfen über Nacht parken. Dafür müsst ihr einfach nur die App vorzeigen. Gut zu wissen: Es wird inoffiziell erwartet, dass ihr in Form eines Essens etc. unterstützt, aber das war für uns nie ein Problem. Park4Night eignet sich ebenfalls super, um kleinere Campingplätze zu finden oder kostenlose Stellplätze bei Pubs, Bauernhöfen und Parkplätzen zu finden. Außerdem könnt ihr über die App auch Plätze zur Entleerung oder zum Auffüllen von Frischwasser finden.
Das Tanken am Ende der Reise hat uns einmal 120 Euro gekostet (Fiat Ducato, Stand: Juni 2026).
Für Einkäufe bei LIDL, Aldi und Co. haben wir rund 150 Euro ausgegeben. Deutlich teurer ist in Nordirland und Irland das Essen und Trinken gehen. 25 Euro für ein Gericht sind normal, ein Guinness kostet zwischen 6 und 7 Euro. Wir haben viel Geld mit selber kochen gespart.
Fahren in Irland und Nordirland

Das Wetter ist unberechenbar und kann schnell umschlagen. Arbeitet mit dem Zwiebelprinzip, bleibt spontan und erkundigt euch vor Wanderungen, wie das Wetter wird. Das Gute: Es regnet nie durch, meist habt ihr in Irland einen Sonne-Wolken-Mix. Packt unbedingt einen dicken Pulli, eine Regenjacke (Schirm bringt bei dem Wind nichts) und gute Wanderschuhe ein.
An den Linksverkehr gewöhnt man sich schnell, vor allem mit Automatikschaltung. Sehr gewöhnungbedürftig sind die mehrspurigen Kreisel, von denen es in (Nord)irland jede Menge gibt. Ganz wichtig ist, dass ihr euch schon vorab in der richtigen Spur einordnet - dann dürfte nichts schiefgehen.
Single Track Roads sind mit dem Camper herausfordernd, aber nicht unmöglich. Fahrt immer vorausschauend und nutzt die Buchten zum Ausweichen, wenn euch ein anderes Fahrzeug entgegenkommt.
Plant immer mehr Zeit ein als auf Google Maps angegeben. Die Straßen sind oft eng und kurvig. Außerdem kommt ihr sowieso immer wieder an Orten vorbei, die sich für einen spontanen Fotostopp lohnen.
Don't Drink and Drive: Ja, ich weiß, die Pubkultur gehört zu einem Irland-Urlaub einfach dazu. 0,5 Promille sind erlaubt, aber ich lege euch ans Herz selbst nach einem Pint Guinness nicht mehr hinter dem Steuer zu sitzen. Wir haben uns immer Campingplätze in Gehweite gesucht oder den Bus bzw. ein Taxi genommen. Falls das nicht möglich ist, gibt es auch immer alkoholfreie Biere, die völlig in Ordnung sind.
Vor der Reise drum kümmern:

Da Nordirland zu den UK gehört, haben wir vorab eine ETA (elektronische Einreisebestätigung) für 10 Pfund abgeschlossen. Da es zwischen Irland und Nordirland keine feste Grenze gibt, wurden wir zwar nicht kontrolliert. Die ETA ist rechtlich gesehen aber trotzdem absolute Pflicht – spart hier also nicht am falschen Ende!
Wir haben die Campingplätze immer am Vorabend oder teilweise sogar spontan morgens gebucht. Das war in der Regel nie ein Problem (zumindest Anfang Juni). In der Hauptsaison kann es allerdings sein, dass beliebte Campingplätze (wie zum Beispiel Dundonald in der Nähe von Belfast) schnell ausgebucht sind.
Sehenswüdigkeiten wie die Carrick-a-Rede Bridge arbeiten mit Timeslots, um Menschenmassen zu vermeiden. Bucht in der Hochsaison am besten schon vorab online. Dann sichert ihr euch einen Slot und fahrt nicht umsonst hin.
. Das Mieten ist in Irland zur Hauptsaison leider nicht besonders günstig. Wenn ihr aber schon vorab Vermieter vergleicht, eure Reisedaten anpasst und etwas flexibel seid, könnt ihr richtig viel Geld sparen. Ansonsten gilt natürlich: In der Nebensaison ist das Wetter noch unbeständiger als eh schon, aber dafür sind die Preise günstiger.
Fazit: Nordirland mit dem Camper
Ja, Dublin, der Ring of Kerry und die Cliffs of Moher sind schön, aber wer das richtig wilde Irland sehen möchte, der fährt hoch bis nach Donegal. Hier ist das Wetter unbeständiger, aber die Klippen, Berge und Strände noch beeindruckender. Außerdem werdet ihr hier selbst in der Hochsaison nie irgendwo Schlange stehen müssen. Und auch Nordirland mit der Causeway Coast und Belfast sollte ganz oben auf eurer Liste stehen, wenn ihr wirklich das gesamte Land sehen und die (schwierige) Vergangenheit von Irland und Nordirland verstehen wollt.
Eineinhalb bis zwei Wochen sind übrigens perfekt, wenn ihr Nordirland und Donegal entspannt auf einer Rundreise erkunden möchtet. Wenn ihr auch noch den Süden Irlands sehen wollt, dann solltet ihr die Reise auf jeden Fall auf drei Wochen ausweiten. Genug zu sehen gibt es auf jeden Fall!

Danke für's Lesen!
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