Camping in Bayern mit Hund: mein Reisebericht

von Ela
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Camping in Bayern mit Hund - Koenigssee

Zuhause kann es doch so schön sein! Wir haben mit unserer Hündin Emma eine Wohnmobil-Tour durch Bayern gemacht und zeigen euch hier unsere Route für 10 Tage. In meinem Reisebericht erhaltet ihr außerdem Tipps für die besten Stellplätze und Ausflugsziele mit Hund.

München, Bayern, Deutschland

Chiemsee, Landkreis Traunstein, Bayern, Deutschland

Königssee, Schönau am Königssee, Landkreis Berchtesgadener Land, Bayern, Deutschland

Sylvensteinspeicher, Fall, Lenggries, Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen, Bayern, Deutschland

Eibsee, Grainau, Landkreis Garmisch-Partenkirchen, Bayern, 82475, Deutschland

Alpsee, Hohenschwangau, Schwangau, Landkreis Ostallgäu, Bayern, Deutschland

Memmingen, Bayern, 87700, Deutschland

Eistobel, Untersteig, Riedholz, Maierhöfen, Argental (VGem), Landkreis Lindau, Bayern, 88167, Deutschland

Schloss Lichtenstein, 1, Schloss Lichtenstein, Honau, Lichtenstein, Landkreis Reutlingen, Baden-Württemberg, 72805, Deutschland

 

Bayern-Route: München – Chiemsee – Königssee – Sylvensteinsee – Eibsee – Alpsee – Memmingen – Eistobel – Schloss Lichtenstein – München

Strecke: 950 km (Fahrzeit ca. 13,5 Std.)

Wohnmobil-Empfehlung: Ein paar der Stellplatz-Ttipps in diesem Artikel sind in erster Linie für autarke Wohnmobile (mit Nasszelle und 2. Batterie) geeignet, da die Plätze in der Regel nicht über Strom, sanitäre Anlagen oder Abwasser-Entsorgung verfügen. Den Großteil der Plätze haben wir über die App Park4Night gefunden. WICHTIG: Wildcampen ist in Deutschland grundsätzlich verboten. Ihr dürft aber auf öffentlichen Parkplätzen eine Nacht schlafen, um die Fahrtüchtigkeit wiederherzustellen, wenn es nicht ausdrücklich durch Schilder verboten ist. Campingmöbel etc. müssen jedoch im Fahrzeug bleiben und achtet bitte vor allem auf die Natur um euch herum!

🚐 Lesetipp: In unserem Artikel verraten wir euch, welches Wohnmobil am besten zu euch passt.

1. Station: München

Info
Wir sind viele Jahre lang mit den Miet-Wohnmobilen von CamperDays gefahren und haben uns dieses Jahr unseren eigenen Camper gekauft. Gerade um zu testen, ob euch so ein Camper-Urlaub liegt, kann ich ein Miet-Wohnmobil für den Einstieg daher absolut empfehlen.

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Für den Camping-Urlaub in Bayern eignet sich München hervorragend als Startpunkt. Bevor ihr euer Wohnmobil abholt, könnt ihr einen entspannten Tag in der bayrischen Landeshauptstadt verbringen und zum Beispiel für eine Nacht in einem Airbnb schlafen. Gönnt euch morgens im Uni-Viertel ein ausgiebiges Frühstück in einem der vielen hippen Cafés (ich empfehle das Café Gartensalon). Spaziert danach durch den Englischen Garten (hier herrscht Leinenpflicht!) und probiert im Biergarten am Chinesischen Turm Obatzda (bayrische Spezialität) bei einem Maß. Wenn ihr jetzt noch Lust habt, könnt ihr über den Viktualienmarkt schlendern, die Frauenkirche bestaunen und ein bisschen bummeln. Hunde fahren im MVV übrigens gratis mit, wenn ihr ein gültiges Ticket habt.

2. Station: Chiemsee

Gassirunde an der Tiroler Achen in Übersee

Morgens könnt ihr an der Tiroler Achen einen tollen Spaziergang machen.

Sobald ihr euer Miet-Wohnmobil in München abgeholt habt, geht es weiter zum Chiemsee. Er ist der größte See Bayerns und wird deshalb nicht umsonst bayerisches Meer genannt. Wir hatten einen tollen Blick auf die Chiemgauer Berge und die Segelschiffe haben für ordentlich Urlaubsfeeling gesorgt. Auf der Herreninsel und Fraueninsel müssen Hunde angeleint werden und dürfen leider auch nicht mit ins Schloss Herrenchiemsee. Die Inseln sind aber dennoch einen Ausflug wert. Wir waren nachmittags dann noch eine Weile an der freien Badestelle in der Nähe des Badehauses Bernau und haben dort gemütlich gepicknickt.

Stellplatz: Da uns die Campingplätze am Chiemsee von den Bewertungen her nicht überzeugen konnten, haben wir uns über Park4Night auf den Parkplatz Osterbuchberg in Übersee gestellt. Hier steht ihr mitten in einem kleinen Waldstück an der Tiroler Achen und könnt morgens eine tolle Gassirunde mit eurem Vierbeiner drehen.

3. Station: Königssee

Emma und ich am Königssee in Bayern

Die kleine Bootshütte an der Fischunkelalm ist ein beliebtes Fotomotiv am Königssee.

Am nächsten Tag ging es für uns weiter zum Königssee – meinem persönlichen Highlight auf der Wohnmobil-Tour durch Bayern. Wir haben unseren Camper auf dem Wohnmobil-Parkplatz (siehe unten) abgestellt und sind von dort zu Fuß zur Schiffsanlegestelle gegangen, was ca. 5 Minuten sind. Mit dem Schiff ging es dann bis ganz hinten nach Salet durch. Hin und zurück kostet die Fahrt pro Person 27,50 € und pro Hund 5 € (Stand: August 2023). Leider herrscht an Bord Leinen- und Maulkorbpflicht, was auch streng kontrolliert wird. Die Fahrt mit dem Elektroboot ist dafür wunderschön und bietet tolle Ausblicke über den ganzen See. Von der Anlegestelle in Salet sind wir entlang des Obersees über die Fischunkelalm bis zum Röthbachwasserfall gelaufen. Die Strecke dauert eigentlich nur etwas mehr als eine Stunde. Da wir aber gefühlt alle 5 Meter gestoppt haben, um Fotos zu machen, haben wir deutlich länger gebraucht. Auf dem Rückweg mussten wir uns auch ordentlich sputen, um nicht das letzte Schiff zu verpassen. Zurück in Schönau haben wir uns dann in einem der Touri-Cafés ganz klassisch Apfelstrudel und Dampfnudeln gegönnt.

Stellplatz: Leider gibt es hier keinen Campingplatz direkt am See. Stattdessen gibt es einen Parkplatz für Wohnmobile (Seestraße 2, 83471 Schönau am Königssee), der euch 20 € pro Nacht kostet. Auf dem Platz könnt ihr gegen eine Gebühr euer Abwasser und eure Chemie-Toilette entsorgen sowie Frischwasser nachtanken. Alternativ kann ich den Wanderparkplatz Schlafende Hexe empfehlen. Dort hat man allerdings überhaupt keinen Mobilfunkempfang, was aber auch mal ganz angenehm war.

4. Station: Sylvensteinsee

Blick auf den Sylvensteinsee in Bayern

Der Sylvensteinsee in Bayern könnte glatt ein kleiner Fjord in Norwegen sein.

Unser nächster Stopp war der Sylvensteinstausee ganz im Süden von Bayern. Ich hatte ihn schon mehrfach bei Instagram gesehen, und wollte wissen, ob er wirklich so schön aussieht wie auf den Bildern. Was soll ich sagen, die Fahrt hat sich mehr als gelohnt. Der Stausee sieht aus wie ein kleiner Fjord in Norwegen und wir haben an vielen Aussichtspunkten gehalten, um Bilder zu machen und ein bisschen mit Emma spazieren zu gehen. Die Faller-Klamm-Brücke führt direkt über den See und sieht wirklich spektakulär aus.

Stellplatz: Es gibt zwar einen Wohnmobil-Stellplatz direkt nach der Brücke, wir sind jedoch weiter Richtung Garmisch-Partenkirchen gefahren, da wir am nächsten Tag ganz in der Früh auf die Zugspitze wollten. Direkt am Fuße der Wankbahn liegt ein einfacher Wohnmobil-Stellplatz namens Camp am Wank (Wankbahnstraße 2, 82467 Garmisch-Partenkirchen). Eine Nacht kostet in der Hochsaison 23 € und in der Nebensaison 20 € zuzüglich Strom, Dusche und Kurtaxe. Außerdem könnt ihr euer Frischwasser auffüllen sowie Abwasser und Toilette entleeren. Hier sind wir zwei Nächte geblieben.

5. Station: Eibsee

Wanderpause am Eibsee

Am Eibsee kann man am Ufer wunderbar sitzen und ein Päuschen machen.

Eigentlich war der Plan, mit der ersten Seil- oder Gletscherbahn auf die Zugspitze zu fahren. Leider war es an dem Tag aber extrem neblig und die Dame von der Kasse hat uns davon abgeraten. Da die Fahrt auf die Zugspitze außerdem sehr teuer ist, haben wir stattdessen nur die Wanderung um den Eibsee gemacht. Vom Camp am Wank kommt ihr mit dem Bus nach Garmisch rein und könnt dort in den Eibseebus umsteigen (ca. 45 Minuten Fahrt; hier gilt übrigens auch das Deutschlandticket). Der Rundweg um den Eibsee dauert etwa 2 Stunden. Wir haben natürlich mal wieder länger gebraucht, weil wir uns noch Frühstück mitgenommen und direkt am See gepicknickt haben. Nach der wirklich schönen Wanderung sind wir zurück nach Garmisch gefahren und dort noch etwas durch Garmisch-Partenkirchen gebummelt.

6. Station: Sommerrodeln und Wanderung zum Alpsee

Blick auf den Alpsee und das Museum der bayerischen Könige.

Vom Pindarplatz aus hatten wir einen herrlichen Blick auf den Alpsee und das Museum der bayerischen Könige.

Am nächsten Morgen ging es weiter zur Sommerrodelbahn Tegelberg in Schwangau mit tollem Blick auf Schloss Neuschwanstein. Hier könnt ihr abwechselnd rodeln, während der andere zusammen mit dem Wauzi im Biergarten sitzt. Das Schloss haben wir uns nicht angesehen, da Hunde nicht erlaubt sind. Stattdessen sind wir vorbei am Seerosenteich zum Alpsee gewandert. Da hier nicht viel los war, konnte Emma auch viel freilaufen und die Gegend erkunden. Abends ging es dann weiter zur urigen Katzbrui-Mühle in Apfeltrach. Hier könnt ihr richtig gut und deftig essen! Wir durften dann netterweise auf dem Parkplatz übernachten (aber bitte unbedingt vorher abklären). Vorsicht jedoch, falls euer Hund gerne Katzen jagt, denn um die Mühle herum wimmelt es nur so von Katzen.

Stellplatz: Katzbrui-Mühle, Katzbrui 7, 87742 Apfeltrach.

7. Station: Memmingen

Blick auf Memmingen und den Memminger Bach

Memmingen ziert eine hübsche kleine Altstadt mit bunten Häusern. © karepa - stock.adobe.com

Unsere siebte Station war Memmingen, meine Heimatstadt, die auch das Tor zum Allgäu genannt wird. Sie hat eine schnuckelige kleine Altstadt mit bunten Häusern und einem Bach, der mitten durch die Stadt fließt. Außerdem sind hier noch Reste der alten Stadtmauer zu sehen, die mittelalterliches Flair versprühen. Gönnt euch in der Chaplin Sky Lounge auf der sonnigen Dachterrasse einen Kaffee und genießt den Blick über die Dächer Memmingens. Für abends kann ich das Barfüßer empfehlen, wo ihr lecker essen und hausgebrautes Bier trinken könnt. Wir Bayern lieben halt unser eigenes Bier. 🙂

Stellplatz: Wir haben natürlich bei meinen Eltern übernachtet, es gibt aber auch einen richtig schönen Campingplatz direkt am See (Am Weiherhaus 7a, 87740 Buxheim) nicht unweit von Memmingen entfernt. Der Platz ist mit allem ausgestattet, was das Camper-Herz begehrt und außerdem gibt es eine eigene Liegewiese zum Baden.

8. Station: Eistobel

Brücke über den Fluss im Eistobel

Den Eistobel habe ich bereits als Kind besucht und gehe heute noch gern dort wandern.

Am nächsten Tag haben wir einen Ausflug zum Eistobel gemacht, eine ca. 3 km lange Schlucht, durch die ein rauschender Fluss läuft. Die Wasserfälle und hohen Felswände sind wirklich beeindruckend. Auf dem Wanderparkplatz am Eingang könnt ihr kostenlos parken. Erwachsene zahlen 3,50 € und Hunde sind an der Leine erlaubt. Es gibt verschiedene Wanderungen von unterschiedlicher Länge. Wir haben uns für die sogenannte Schlucht-, Wald- und Wiesenwanderung entschieden, die nach dem Eistobel mitten über eine Kuhweide führte. Den Abend haben wir nochmal in Memmingen bei meinen Eltern verbracht.

9. Station: Schloss Lichtenstein

Blick auf Schloss Lichtenstein.

Schloss Lichtenstein ist auch von außen sehr eindrucksvoll, falls ihr die Führung mit eurem Hund nicht machen könnt.

Ist das noch Camping in Bayern? Bei dieser Station haben wir zugegebenermaßen etwas geschummelt, denn Schloss Lichtenstein liegt eigentlich bereits in Baden-Württemberg. Dafür ist das Schloss allerdings ein echter Geheimtipp, wenn ihr einen kleinen bis mittelgroßen Hund habt: Ihr dürft das Schloss nämlich sogar von innen besichtigen, solange ihr euren Hund während der gesamten Führung (ca. 30 Minuten) tragt. Da Emma gerade mal 8,5 kg wiegt, war das für uns als absolute Schlossliebhaber wirklich klasse! Erwachsene zahlen pro Nase 12 € für die Führung und den Schlosshof. Wenn euer Hund leider zu schwer ist und ihr nur den Schlosshof besichtigen wollt, zahlt ihr 4 € pro Kopf.

Campingplatz: Hofgut Hopfenburg, Hopfenburg 12, 72525. Hier findet ihr 60 nicht parzellierte Stellplätze mitten in der Natur mit bester Ausstattung. Ein Wohnmobil und zwei Erwachsene kosten pro Nacht ca. 32 €. Haustiere sind auf Anfrage erlaubt. Leider kann man nicht reservieren, daher solltet ihr am besten vorher einmal anrufen.

10. Station: Rückreise nach München

Am letzten Tag tretet ihr am besten die Rückreise nach München an, um euer Miet-Wohnmobil wieder abzugeben. Die Fahrt dauert ca. zwei Stunden. Wir sind mit einem kleinen Schlenker über den Mummelsee im Schwarzwald wieder zurück nach Köln gefahren.

Ich hoffe, meine Wohnmobil-Tour durch Bayern hat euch gefallen. Falls ihr diese oder eine ähnliche Route ebenfalls fahrt, lasst es mich gern in den Kommentaren wissen.

🚐 Lesetipp: Euch sind Städte lieber als Seen? Dann werft mal einen Blick auf unsere Wohnmobil-Rundreise durch Süddeutschland.

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1 Kommentar

Jens 19. August 2023 - 11:52

Hallo Ela,
ein schöner Bericht. Gerade das Thema Sauberkeit auf Parkplätzen. Das gilt sowohl für Hundebesitzer, die Gassi gehen, als auch für Camper. Wenn man es übertreibt, darf man sich nicht wundern, wenn es strenger kontrolliert und verboten wird oder man nicht gern gesehen ist. Schließlich ist die Landschaft wunderschön.

VlG Jens

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