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Wohnmobil vs. Wohnwagen – ein Vergleich

von CamperDays-Redaktion
10 Kommentare

Wer im Urlaub spontan und unabhängig, aber dennoch bequem unterwegs sein möchte, entscheidet sich oft für ein Wohnmobil oder einen Wohnwagen. Doch wie unterscheiden sich die mobilen Heime voneinander und welches eignet sich am besten für Ihren Urlaub? Auf unserem Blog klären wir diese und weitere wichtige Fragen. 

Für welche Art von mobiler Unterkunft Sie sich entscheiden, hängt oft von der Frage ab: Welche Art von Urlaub haben Sie in Aussicht? Wollen Sie eine Rundreise machen und häufiger Ihren Standort wechseln, sollten Sie eher ein Wohnmobil mieten. Es ist wesentlich unkomplizierter in der Handhabung und es ermöglicht Ihnen, schnell und spontan die Anker zu lichten und weiter zu reisen. Ein Wohnwagen dagegen kann für längere Zeit auf einem Campingplatz stehen bleiben, wenn Sie Ausflüge in die nähere Umgebung unternehmen wollen, ohne dabei Ihr gesamtes Hab und Gut mitzunehmen.

Technische Unterschiede

In Wesentlichen unterscheiden sich Wohnmobile von Wohnwagen durch den eigenen Antrieb. Ein Wohnwagen muss durch eine spezielle Kupplung an ein Zugfahrzeug angeschlossen werden.

Die Inneneinrichtung von Wohnmobilen ist darauf ausgerichtet, permanent mobil zu sein. So sind Frischwasser- und Abwassertanks fest in das Fahrzeug integriert. Die Stromversorgung ist ebenfalls ohne eine externe Stromquelle gewährleistet, da die Haushaltstechnik an den Akku des Wohnmobils angeschlossen ist, der 12V Gleichstrom liefert. Wechselrichter, die eine Stromspannung von 230V erlauben sind in einigen Wohnmobilen bereits eingebaut, in anderen können sie nachgerüstet werden.

Ist kein Stromanschluss verfügbar, müssen Küchengeräte in einem Wohnwagen durch Campinggas betrieben werden. Das Frischwasser wird im Wohnwagen entweder in Kanistern oder in eingebauten Tanks aufbewahrt. Das Abwasser fließt in einen geschlossenen Tank oder Kanister ab, welcher sich unterhalb des Wohnwagens befindet.

WohnmobilWohnwagen
AntriebEigener AntriebBenötigt ein Zugfahrzeug
SanitäranlagenWenn vorhanden: Frischwasser- und Abwassertanks integriertWenn vorhanden: Frischwasser in Kanistern oder Tanks, Abwasser muss abgeführt werden
StromInterner Stromanschluss durch den Akku des Fahrzeugs. 12V oder 230VExterne Stromversorgung, Campinggas

Welcher Führerschein für welches Fahrzeug

Da es sich bei einem Wohnwagen um einen Anhänger handelt, gelten hierfür die Anhänger-Regelungen. Mit einem normalen B-Klasse Führerschein dürfen Sie nur Wohnwagen mitführen, die die zulässige Gesamtmasse von 3,5 t nicht überschreiten. Beträgt die Gesamtmasse von Ihrem Fahrzeug samt Anhänger mehr als 3,5 t, benötigen Sie den zusätzlichen Anhängerführerschein der Klasse BE. Mit der Führerschein-Erweiterung B96 haben Sie die Erlaubnis Pkw-Caravan-Kombinationen mit einer Gesamtmasse von bis zu 4,25 t zu fahren.

Wohnmobile bis zu einer Gesamtmasse von 7,5 t dürfen nur von Inhabern des Klasse-B- Führerscheins gefahren werden, die diesen vor 1999 bekommen haben. Alle anderen benötigen zumindest in Deutschland ab 3,5 t zulässiger Gesamtmasse die C1-Fahrererlaubnis.  In anderen Ländern wie Kanada und den USA dürfen Sie mit einem Klasse-B-Führerschein auch größere Wohnmobile fahren.

Gesamtgewicht inkl. PkwWohnmobilWohnwagen
Bis 750kgFührerschein Klasse BFührerschein Klasse B
Bis 3,5tFührerschein Klasse BFührerschein Klasse B
Bis 4,25tDeutschland: Führerschein Klasse B (erstellt vor 1999), Führerschein Klasse C1

USA und Kanada: Führerschein Klasse B

Führerschein-Erweiterung B96
Bis 7tDeutschland: Führerschein Klasse B (erstellt vor 1999), Führerschein Klasse C1

USA und Kanada: Führerschein Klasse B

Führerschein-Klasse BE

Versicherungen, Steuern und TÜV

Genau wie alle anderen Fahrzeuge benötigen Wohnmobile eine Haftpflichtversicherung. Da sie aber deutlich weniger genutzt werden und auch seltener in Unfälle verwickelt sind, gibt es für sie spezielle Wohnmobiltarife. Um im Straßenverkehr zugelassen zu sein, braucht auch ein Wohnwagen eine Kfz-Haftpflichtversicherung. Für Wohnwagen gibt es eine spezielle Campingversicherung, die nicht nur den Teil- und Vollkaskoversicherungsschutz einschließt, sondern auch Vordächer und Vorzelte mitversichert.

Die Kfz-Steuer für Wohnmobile richtet sich nach Schadstoffklassen und wird durch die Emissionsschlüsselnummer und das Fahrzeuggewicht bestimmt. Obwohl ein Wohnwagen keinen Kraftstoff verbraucht, muss auch für ihn eine Kfz-Steuer gezahlt werden. Diese ist deutlich geringer als bei einem Wohnmobil und wird aus dem Gewicht und dem Zulassungsjahr des Wohnmobils errechnet.

Die Haupt- und Abgasuntersuchung für Wohnmobile richtet sich nach ihrem Gewicht. Leichtere Fahrzeuge mit maximal 3,5 t Gesamtgewicht müssen nur alle 24 Monate zur Untersuchung. Ab 3,5 t Gesamtgewicht muss Ihr Wohnmobil zunächst auch nur alle 24 Monate zur Untersuchung und erst nach dem sechsten Jahr nach der Zulassung alle 12 Monate. Schwergewichte mit mehr als 7,5 t müssen von Anfang an alle 12 Monate überprüft werden. Auch Wohnwagen benötigen eine regelmäßige Hauptuntersuchung vom TÜV. Bis 3.5 t Gesamtgewicht benötigt ein Wohnwagen alle 24 Monate eine Untersuchung. Ab einem zulässigen Gesamtgewicht von mehr als 3,5 t muss jährlich eine Hauptuntersuchung durchgeführt werden.

WohnmobilWohnwagen
VersicherungenHaftpflichtversicherung (spezielle Tarife)Haftpflichtversicherung, Campingversicherung (optional)
Kfz-SteuerAbhängig von der Emissionsschlüsselnummer und dem GewichtAbhängig vom Zulassungsjahr und Gewicht
UntersuchungenHaupt- und Abgasuntersuchung: Bis 3,5t: alle 24 Monate; bis 7,5t: alle 24 Monate, nach dem 6 Jahre alle 12 Monate; ab 7,5t alle 12 MonateHauptuntersuchung: Bis 3,5t alle 24 Monate, ab 3,5t alle 12 Monate

Wo kann was parken?

Da Wohnwagen als Anhänger gelten, gilt für sie in Deutschland das gleiche Recht wie für alle anderen Anhänger. Sie dürfen bis zu zwei Wochen auf einem öffentlichen Parkplatz oder am Straßenrand geparkt werden. Diese Regelung kann sich aber von Land zu Land unterscheiden.

Das Übernachten in einem an ein Kfz gekoppelten Wohnwagen oder in einem Wohnmobil außerhalb von Campingplätzen ist nur zur Wiederherstellung der Tüchtigkeit für etwa 10 Stunden erlaubt. Alternativ gibt es ausgewiesene Stellplätze für Wohnmobile, wo das Übernachten für 2-3 Nächte ebenfalls erlaubt ist. Einige davon erlauben auch das Abstellen von Wohnwagen-Gespannen.

Geschwindigkeitsbegrenzungen

Für Camper bis zu einer Gesamtmasse von 3,5 t gibt es in der Regel keine Geschwindigkeitsbegrenzungen. Wohnwagen dagegen dürfen je nach Land nicht schneller als 70 bis 100 km/h fahren. Abhängig vom Land und dem Gesamtgewicht des Wohnmobils oder des Gespanns kann es aber starke Unterschiede geben.

WohnmobilWohnwagen
Parken (Deutschland)Wie andere Pkws, Übernachten nur ca.10 Stunden und nur zur Wiederherstellung der TüchtigkeitBis zu zwei Wochen am Straßenrand oder öffentlichen Parkplatz, Übernachten nur ca.10 Stunden und nur zur Wiederherstellung der Tüchtigkeit
Geschwindigkeitsbegrenzungen (Deutschland)Bis 3,5t: keine; bis 7,5t außerorts 80km/h, Autobahn 100km/h70-100km/h

Fazit

Dank ihrer Flexibilität und der weniger komplizierten Handhabung geht der Trend in den letzten Jahren in Richtung Wohnmobil. Nicht nur bietet ein Camper die gleichen oder gar mehr Annehmlichkeiten wie ein Wohnwagen – ein Wohnmobil ist auch deutlich leichter zu fahren und zu parken. Auch für Reisen in Länder mit teils unwegsamem Terrain wie z.B. Australien oder Namibia sind Wohnmobile deutlich praktischer, da sie oft mit einem Allradantrieb ausgestattet sind.

Titelbild: #123112611 | Urheber: Tomasz Zajda – fotolia.com

10 Kommentare

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10 Kommentare

Robert Mach10. Mai 2019 - 8:43

Was gar nicht zur Ansprache kam war die Akzeptanz der Stellplätze zwischen Wohnwagen und Wohnmobil.
Hier sehe ich die größten Unterschiede. Es gibt viele Reservate in denen ist ein Wohnwagen verboten. Manchmal übersehe ich diese Schilder und ganz oft verstehe ich diese auch nicht aber es bleibt immer ein ungutes Gefühl. Wohnmobile hingegen haben da keine Probleme.

Antwort
Julia10. Mai 2019 - 9:09

Lieber Robert Mach,

leider konnten wir bei unserem Vergleich nicht alle Punkte berücksichtigen, sondern haben uns auf die wichtigsten Infos beschränkt. Es stimmt aber durchaus, dass auf manchen Stellplätzen Wohnwagen nicht erlaubt sind oder die Zugfahrzeuge abgehängt bzw. extra abgestellt werden müssen. Hauptgrund für den Verbot ist, dass viele Stellplätze bestimmte Voraussetzungen (z.B. eine Mindestgröße) erfüllen müssen, um neben kleineren Wohnmobilen große Wohnwagen aufnehmen zu dürfen. Oft ist dies aber nicht der Fall und meist gibt es in der Nähe des Stellplatzes einen Campingplatz, der besser auf die Bedürfnisse von Wohnwagenfahrern abgestimmt ist.

Viele Grüße,
Julia von CamperDays

Antwort
Markus27. September 2018 - 13:35

Netter Artikel, allerdings sollte man vielleicht noch erwähnen das, wenn der Stellplatz oder Campingplatz mit dem Wohnmobil erreicht ist, es mit der Mobilität erstmal vorbei ist. Weiter sollte man bedenken das viele reizvolle und schöne Teile einer Urlaubsregion mit dem Wohnmobil, bedingt duch die Größe, oft nur erschwert oder überhaupt nicht zu erreichen sind. Um eine zum Wohnwagen vergleichbare Wohnfläche zu bekommen, kommt bei Wohnmobilen schnell eine ordentliche Aussenlänge zusammen. Diese ist oft sehr hinderlich, schon bei alltäglichen Dingen wie z. B. der Fahrt zum Einkauf (Parkplatz). Auch über die oft sehr bescheidene Lage und Qualität von Stellplätzen im Vergleich zu Campingplätzen ließe sich noch einiges schreiben wie über viele andere Punkte ebenfalls. Ich möchte nicht vor der Entscheidung stehen Wohnwagen oder Wohnmobil. Die Tatsache das viele Interessierte am Camping noch nie Erfahrungen auf diesem Gebiet gesammelt haben erschwert es zusätzlich die vielen Punkte gegeneinander abzuwägen. Da kann man nur jedem wünschen im Bekanntenkreis oder im Fachhandel jemanden zu finden der einem da mit Rat und Tat zur Seite steht.

Antwort
Alex1. Oktober 2018 - 10:35

Hallo Markus,

vielen Dank für Ihren Input.
Sie haben Recht: viele Faktoren spiele ein Rolle, wenn es um die Entscheidung zwischen Wohnmobil und Wohnwagen geht. Es lohnt sich auf jeden Fall, sich vorher ausführlich zu informieren und zu überlegen, worauf man im Urlaub am meisten Wert legt.
Wir haben aber auf jeden Fall schon jede Menge tolle Camping- und Stellplätze mit dem Wohnmobil gefunden 🙂

Viele Grüße
Alex von CamperDays

Antwort
Paul25. April 2018 - 16:08

Schöner Vergleich habe ich mir gerne durchgelesen.
Ein wesentlicher Punkt fehlt jedoch
-DER PREIS-
ein Wohnmobil ist immer Teurer als ein Wohnwagen. Ob kaufen oder mieten, man zahlt immer fast das Doppelte

Antwort
Deichs14. Februar 2018 - 1:00

Mit dem Zuggewicht muss ich Christoph zustimmen. Ansonsten ist der Artikel ein übersichtlicher Vergleich.

Antwort
Alex16. Februar 2018 - 13:54

Hallo Deichs,

vielen Dank.
Das Zuggewicht haben wir angepasst.

Viele Grüße
Alex von CamperDays

Antwort
Alex31. August 2017 - 10:00

Hallo,

vielen Dank für den Hinweis! Wir haben die Tabelle entsprechend angepasst.

Viele Grüße
Alex

Antwort
Christoph29. August 2017 - 11:39

Man kann Auto und Wohnwagen auch mit FS Klasse B fahren.
Bis zu einem Zuggesamtgewicht von 3500 kg. 😉

Antwort
TM20. Juli 2017 - 17:39

Die Angaben zum Führerschein bei Anhängerfahren mit B / B96 / BE sind falsch!
B: Bis 3,5t zul. Gesamtgewicht von PKW+Hänger, wenn das zul. GGewicht des Anhängers nicht das zul. GGewicht des PKWs überschreitet.
B96: 4,25t zul. Gesamtgewicht PKW+Hänger
BE: Bis 3,5t zul. Gesamtgewicht des Anhängers. Das zul. GGewicht des Zugafhrzeugs darf dann nochmal biz 3,5t betragen. Wären also bei BE max. 7t bei „optimaler“ Verteilung von 3,5t +3,5t

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