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Kostenlose Wohnmobilstellplätze in Deutschland finden: so geht’s

von Julia
8 Kommentare
Campingfahrzeug an einem kostenlosen Wohnmobilstellplatz am See

Letztes Update: 02.06.2020

Wir finden, es muss nicht immer gleich der Luxus-Campingplatz mit Animationsprogramm und Poollandschaft sein. Das Gefühl von unendlicher Freiheit und Flexibilität stellt sich schließlich erst dann so richtig ein, wenn man mitten in der Natur stehen kann. Kostenlose Wohnmobilstellplätze in Deutschland sind zwar rarer als zum Beispiel in skandinavischen Ländern, aber durchaus vorhanden – wir verraten euch, wie ihr welche findet. 

Inhaltsverzeichnis – Kostenlose Wohnmobilstellplätze in Deutschland
1. Wo darf ich in Deutschland kostenlos freistehen?
2. Kostenlose Wohnmobilstellplätze per App finden
3. Wwoofing
4. Landvergnügen
5. Reiseblogs

1. Wo darf ich in Deutschland kostenlos freistehen?

Grundsätzlich dürfen Wohnmobilfahrer in Deutschland auf Raststätten und öffentlichen Parkplätzen über Nacht kostenlos freistehen. Aber: Das Übernachten im Fahrzeug geht über das gewöhnliche Campen hinaus und unterliegt rechtlich deswegen anderen Regeln. Als Faustregel gilt: Es ist erlaubt, mit dem Fahrzeug maximal eine Nacht stehen zu bleiben, um sich auszuruhen und die Fahrtüchtigkeit wiederherzustellen. Campingmöbel, Grill und Co. müssen aber im Fahrzeug bleiben, auch die Markise darf nicht ausgefahren werden.

Symbol Hinweis Hinweis für Wildcamper
In Deutschland ist es grundsätzlich verboten, auf landwirtschaftlich genutzen Flächen und Privatgrundstücken zu campen. Der Besitzer kann Schadensersatz verlangen, falls etwas beschädigt wird. Das Campen in Nationalparks, Naturschutzgebieten und Jagdbanngebieten ist in der Regel ebenfalls verboten. In unserem Blog-Artikel findet ihr hilfreiche Tipps zum Wildcampen weltweit

Wer jetzt denkt, dass man mit dem Wohnmobil in Deutschland nur direkt an der Autobahn oder an Raststätten freistehen darf, den können wir beruhigen. Wenn es nicht ausdrücklich durch Hinweisschilder verboten wird, darf man zum Beispiel auch auf öffentlichen Wanderparkplätzen über Nacht parken. Hier wird man nicht von Autolärm, sondern von zwitschernden Vögeln geweckt. Eine gute Anlaufstelle sind auch Parkplätze vor Seen, am Meer oder an Aussichtspunkten. Generell gilt für alle öffentlichen Parkplätze: Achtet auf Verbotsschilder,hinterlasst Sie keinen Müll und bleibt nur dort stehen, wo ihr euch sicher fühlt.

2. Kostenlose Wohnmobilstellplätze per App finden

Mit der kostenlosen Smartphone-App park4night ist es möglich, nach kostenlosen Wohnmobilstellplätzen in ganz Deutschland zu suchen. Ein grünes Symbol auf der mobilen Karte zeigt euch an, wo sich die kostenlosen Stellplätze genau befinden. Bewertungen von anderen Usern erleichtern die Entscheidungsfindung. Da hier jeder User Campingplätze eintragen darf, sind ein paar echte Geheimtipps mitten in der Natur dabei. Habt ihr euch für einen Favoriten entschieden, könnt ihr euch anschließend die Route zum Wunschplatz anzeigen lassen. Praktisch für unterwegs: Eure Favoriten könnt ihr auch herunterladen und offline abrufen.

🚐 Lesetipp: Die besten Apps für Camper

Die kostenlose App womo-stellplatz.eu funktioniert ähnlich, bietet allerdings mehr Möglichkeiten bei der Favorisierung des Wohnmobilstellplatzes. Hier könnt ihr die geographische Lage ganz genau bestimmen: Mächte ich lieber inner- oder außerorts parken? Soll der Stellplatz am Wasser oder lieber im Wald sein? Soll die App mir nur Parkplätze in Autobahnnähe anzeigen? Über einen Regler könnt ihr entscheiden, dass die App euch nur kostenlose Plätze anzeigen soll. Hierdurch wird die Auswahl zwar eingeschränkt, ein paar tolle Plätze (zum Beispiel in Meernähe) sind aber dennoch dabei!

3. Bauer sucht Camper: Wwoofing

In ganz Deutschland bieten mehrere hundert Landwirte und Selbstversorger kostenlose Wohnmobilstellplätze an, wenn Reisende im Gegenzug auf dem Hof mitarbeiten. Das Konzept nennt sich Wwoofing (World-Wide Opportunities on Organic Farms) und verfolgt den schönen Gedanken, Menschen zusammenzubringen und das Landleben kennenzulernen. Für einen Mitgliedsbeitrag in Höhe von 25 Euro stellt die Plattform WWOOF-Deutschland interessierten Wohnmobilisten die Kontaktdaten von den Höfen zur Verfügung. Mittlerweile gibt es in Deutschland knapp 500 Höfe, bei denen man gegen Kost und Logis aushelfen kann. Wwoofing gibt’s übrigens – wie der Name schon sagt – nicht nur in Deutschland, sondern in zahlreichen beliebten Reiseländern.

Keine Lust auf Bauernhof? Auf Plattformen wie Workaway oder HelpX findet ihr (ebenfalls gegen einen Mitgliedsbeitrag von ca. 20 Euro) viele andere Einrichtungen, die kostenlose Wohnmobilstellplätze gegen helfende Hände anbieten. Warum nicht mal ein altes Schloss renovieren oder das Wochenende auf einer Pferdefarm verbringen?

4. Landvergnügen: freistehen bei Landwirten für 24 Stunden

Ihr möchtet während eurem Wohnmobil-Urlaub ungern arbeiten, aber trotzdem das Landleben kennenlernen? Genau das bietet die Organisation Landvergnügen für einen Mitgliedsbeitrag von 34,90 Euro im Jahr an. Hierfür erhaltet ihr eine Mitgliedskarte und eine Jahresvignette, mit der ihr für 24 Stunden an landwirtschaftlichen Einrichtungen in Deutschland kostenlos freistehen dürft.

Einmal angemeldet, könnt ihr über den Print-Stellplatzführer, die Website oder die App den potenziellen Gastgeber in eurer Wunschregion finden. Neben Bauernhöfen könnt ihr Imkereien, Winzereien oder Brauereien besuchen. Es lohnt sich: Ihr gewinnt einen Blick in die Herstellung regionaler Spezialitäten und den Alltag der Wirte – und ganz bestimmt dürft ihr die Köstlichkeiten auch mal probieren.

5. Geheimtipps finden: Stellplatzbeschreibungen auf Blogs

Neben Backpackern berichten mittlerweile auch viele Wohnmobil-Urlauber in Ihrem Blog über Camping- und Stellplatz-Erfahrungen. Viele der Blogger legen großen Wert auf einen günstigen Campingurlaub und geben Tipps, wo man in Deutschland kostenlose Wohnmobilstellplätze finden kann. Der Vorteil an Blogs liegt auf der Hand: Die Beschreibungen und Bewertungen der Plätze sind wesentlich ausführlicher als in Apps. Zusätzliche Fotoshelfen dabei, sich ein genaues Bild von dem Stellplatz und seiner Umgebung zu machen. Als Inspirationsquelle sind Wohnmobil-Blogs unserer Meinung nach bestens geeignet. Vielleicht findet ihr ja beim Durchstöbern einen richtigen Geheimtipp. 

Symbol Tipp Lesetipp
Auch auf unserem CamperDays-Blog findet ihr regelmäßig Infos zu den schönsten Camping- und Stellplätzen in Deutschland. Die sind zwar nicht alle umsonst, aber mal haben wir dem ein oder anderen kostenlosen Stellplatz-Tipp dabei.
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8 Kommentare

Alexander17. November 2020 - 15:56

Danke für die tollen Tips!
Ich würde auch Homecamper empfehlen, die meisten Stellplätze und Gärten sind zwar in Frankreich, es gibt aber Angebote in ganz Europa! als Bonus ist die Webseite auch auf deutsch
MfG, Alex

Antwort
Julia19. November 2020 - 9:54

Hi Alexander,

danke für deinen Tipp, den wir bei Gelegenheit ganz bestimmt mal ausprobieren werden. 🙂

Viele Grüße
Julia von CamperDays

Antwort
peter26. Juni 2020 - 17:32

Ein sehr guter Artikel der uns viele gute Informationen bei unserer Stellplatz Suche geliefert hat! Rund ums Womo gibt es auch sehr gute Informationen hier! Ich schaue immer wieder gerne hier vorbei!
Grüße Peter

Antwort
Julia1. Juli 2020 - 14:51

Lieber Peter,

vielen lieben Dank für das Lob!

Viele Grüße
Julia von CamperDays

Antwort
Stefan14. März 2020 - 8:03

Ich habe aufgehört meine Lieblingsplätze im Internet zu erwähnen. Damit macht man kaputt was man liebt. Beim nächsten Mal ist der Platz gesperrt weil zu viele Idioten sich dort daneben benommen haben. Gute Bekannte kriegen nach wie vor Plätze empfohlen, aber die Apps und Blogs machen Zuviel Schaden, leider.

Antwort
Alex16. März 2020 - 6:51

Hallo Stefan,

das ist natürlich auch ein verständlicher Ansatz.
Wer seine Lieblingsplätze verrät, der muss sie voraussichtlich auch mit vielen teilen.

Viele Grüße
Alex von CamperDays

Antwort
Oliver Fischer2. März 2020 - 10:21

Wow danke für den Artikel. Sehr informativ

Antwort
Karen2. März 2020 - 13:42

Hallo Oliver,
danke dir für den netten Kommentar. Wir hoffen unsere Tipps erweisen sich bei deiner nächsten Wohnmobilreise durch Deutschland als hilfreich.
Viele Grüße
Karen von CamperDays

Antwort

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