StartseiteReiseplanungWohnmobil-Führerschein – worauf muss man achten?

Wohnmobil-Führerschein – worauf muss man achten?

von CamperDays-Redaktion
2 Kommentare
Führerscheinprüfungsbogen mit Führerschein

Wer einen Urlaub mit dem Wohnmobil plant, sollte darauf vorbereitet sein, dass sich die Führerschein-Regelungen von Land zu Land unterscheiden. Welchen Führerschein Sie für welches Wohnmobil benötigen, welche Unterschiede es im Ausland gibt und ob ein internationaler Führerschein wirklich notwendig ist, erfahren Sie in unserem Blog.

Die Führerscheinklassen

Die gute Nachricht zuerst: Alle auf unserer Seite dargestellten Wohnmobile in den USA, Kanada, Namibia, Südafrika, Australien und Neuseeland können Sie mit dem normalen Führerschein der Klasse B (Klasse 3) fahren, selbst wenn diese schwerer als 3,5 Tonnen sind.

In Deutschland und in den anderen Staaten der EU sieht die Sache komplizierter aus. Seit der Führerschein-Harmonisierung in den EU-Staaten, wurde die Führerscheinklasse 3 in mehrere einzelne Klassen aufgespalten. Wer seinen Führerschein vor 1999 erworben hat, darf damit weiter Wohnmobile bis zu einer Gesamtmasse von 7,5 Tonnen fahren.

Alle, deren Führerschein nach 1999 ausgestellt wurde dürfen mit der B-Klasse nur Fahrzeuge bis zu einer Gesamtmasse von 3,5 Tonnen fahren. Wer ein größeres Wohnmobil fahren möchte, benötigt die Fahrerlaubnis Klasse C1. Damit dürfen Fahrzeuge mit einem Gesamtgewicht von bis zu 7,5 Tonnen gefahren werden.

Internationaler Führerschein – ja oder nein?

Innerhalb der EU gilt für Wohnmobil-Reisen der deutsche Führerschein. In Ländern wie USA, Kanada, Südafrika und Namibia verlangen die meisten Vermieter bei der Übernahme des Campers in der Regel keinen internationalen Führerschein. Es gibt allerdings Ausnahmen und außerdem kann es sein, dass der deutsche Führerschein bei einer Polizeikontrolle nicht akzeptiert wird. In Australien und Neuseeland hingegen ist der internationale Führerschein mittlerweile Pflicht.

Symbol Tipp TIPP
Informieren Sie sich auf jeden Fall in den Mietbedingungen Ihres Vermieters. Grundsätzlich lohnt es sich immer, sich einen internationalen Führerschein ausstellen zu lassen.

Internationale Führerscheine werden von allen lokalen Führerscheinstellen gegen eine Gebühr von etwa 15 € ausgestellt. In der Regel wird der internationale Führerschein sofort ausgestellt, es lohnt sich aber, sich einige Wochen im Voraus darum zu kümmern. Dies gilt vor allem dann, wenn Sie noch einen älteren Papier-Führerschein besitzen, da Sie diesen zuvor in einen Kartenführerschein umtauschen müssen.

Um den internationalen Führerschein zu bekommen, benötigen Sie ein biometrisches Passfoto, den Original-Führerschein und den Personalausweis bzw. Reisepass. Der internationale Führerschein ist für drei Jahre gültig.

Achtung: Wenn Sie sich einen internationalen Führerschein ausstellen lassen, müssen Sie den deutschen Führerschein trotzdem immer mitführen und vorzeigen, da der internationale sonst nicht gültig ist.

Mindestdauer für den Besitz des Führerscheins

Die meisten Vermieter legen fest, wie lange Sie schon im Besitz des Führerscheins sein müssen – in der Regel gilt hier, dass Sie Ihre Fahrerlaubnis seit mindestens einem Jahr haben müssen, um ein Wohnmobil mieten zu dürfen. Schauen Sie dazu vor der Buchung unbedingt in die Mietbedingungen des Vermieters, wo Sie alle Informationen zu der Führerscheinregelung finden.

Zudem liegt das Mindestalter für die Anmietung meist bei 21 Jahren. Je nach Wohnmobil-Vermietung kann es aber Unterschiede geben. Manche Vermieter wie z.B. Hippie haben sich aber gerade auf junge Leute spezialisiert und steuern gezielt die Zielgruppe der 18- bis 20-Jährigen mit günstigen Angeboten und leicht zu steuernden Campern an.

 LandFührerscheinklasseInternationaler FührerscheinMindestdauer Führerscheinbesitz
EUB bis 3,5 t; C1 bis 7,5 tneinoft 1 Jahr
USABempfohlenoft 1 Jahr
KanadaBempfohlenoft 1 Jahr
AustralienBPflichtoft 2 Jahre
NeuseelandBPflichtoft 2 Jahre
SüdafrikaBdringend empfohlenoft 1 Jahr
NamibiaBdringend empfohlenoft 1 Jahr

Wenn Sie weitere Fragen zu den Führerscheinen für Wohnmobile in Ihrem gewünschten Reiseland haben,rufen Sie uns unter unserer kostenlosen Service-Line 0800 334 334 344 an. Wir helfen Ihnen gerne weiter.

Titelbild: #39238120 | Urheber: Joachim B. Albers – fotolia.com

2 Kommentare

Weiterlesen

2 Kommentare

Michael K.10. April 2016 - 11:00

Hallo,

auf der Suche nach der Antwort, ob ich mit meiner FE-Klasse B (1999) Kraftfahrzeuge in Neuseeland über 3,5 Tonnen fahren darf, bin ich über Ihrern Eintrag gestolpert. Was mich zunächst erfreute, machte mich nach weiteren Recherchen allerdings stutzig; „In… Neuseeland kann man mit dem ganz normalen Führerschein der Klasse B (Klasse 3) alle Wohnmobile, Camper und Alkoven unabhängig von ihrem Gewicht fahren….“ ist aus meiner Sicht nicht korrekt. Warum? Weil Klasse B (bis 3,5 Tonnen) nicht Klasse 3 (bis 7,5 Tonnen) ist. Mit Erneuerung der Fahrerlaubnisverordnung zum 01.01.1999 wurde Klasse 3 in Klasse B (bis 3,5 Tonnen) und Klasse C1 (3,5 – 7,5 Tonnen) aufgeteilt. Legt man diese Tatsache nun im Kontext des § 29 (1) Fahrerlaubnisverordnung aus; „Inhaber einer ausländischen Fahrerlaubnis dürfen im Umfang ihrer Berechtigung im Inland Kraftfahrzeuge führen…“ und geht davon aus, dass Neuseeland einen ähnlichen Grundsatz im Rechtsgefüge verfolgt; „As the holder of a valid and current overseas driver licence, you are considered to hold a New Zealand driver licence of a class that allows you to drive the motor vehicles you are allowed to drive under your overseas licence…“ (http://www.nzta.govt.nz/driver-licences/new-residents-and-visitors/driving-on-nz-roads/), komme ich zu dem Schluss, dass ich mit FE-Klasse B aus 1999 EBEN KEINE Fahrzeuge über 3,5 Tonnen in Neuseeland führen darf! Die Tatsache, dass einige Vermieter diesen Umstand unberücksichtigt lassen, wiegt den Reisenden in die trügerische Sicherheit, er dürfe mit Klasse B aus 1999 ein Wohnmobil mit 4 Tonnen fahren. Dies könnte bei einer polizeilichen Verkehrskontrolle jedoch ein böses erwachen geben, wenn der Beamte vor Ort ein Fahren ohne Fahrerlaubnis annimmt.

Ich würde Sie um erneute Prüfung des Berichts bitten.

Mit freundlichem Gruß

Michael K.

Antwort
Dimi10. Mai 2016 - 15:12

Hallo,

vielen Dank für den Hinweis! Wir haben mit den Veranstaltern gesprochen, mit denen wir zusammenarbeiten. Wir können keine Rechtsberatung anbieten, möchten Sie aber gerne über die Ergebnisse unserer Rückfragen informieren.

Die Veranstalter haben uns mitgeteilt, dass die Anmietung von Wohnmobilen mit über 3,5 Tonnen auch mit Führerschein-Klasse B einwandfrei funktioniert. Weiterhin haben uns alle Veranstalter, mit denen wir zusammenarbeiten, informiert, dass bei Herausgabe des Wohnmobils auch uneingeschränkter Versicherungsschutz besteht. Dies gilt auch für die deutsche Zusatzversicherung, welche wir unseren Kunden anbieten. Da sich die Veranstalter grundsätzlich schon aus Haftungsgründen immer an den gesetzlichen Regelungen orientieren und uns auch kein Fall bekannt ist, in dem es Probleme gab, gehen wir derzeit davon aus, dass die Anmietung weiterhin zulässig ist.

Ich hoffe, wir konnten ein wenig mehr Klarheit in das Thema bringen!

Viele Grüße

Dimi
von CamperDays

Antwort

Schreibt uns!