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Was kostet ein Urlaub mit dem Miet-Wohnmobil?

von Julia
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Camping am Sundalsfjord in Norwegen

Was kostet ein Urlaub mit dem Wohnmobil eigentlich? Diese Frage bekommt unser Team immer wieder gestellt. Höchste Zeit, das Thema mal genauer unter die Lupe zu nehmen. Wir listen für euch alle Kosten rund um das Reisen mit dem Camper auf und haben sogar zwei Beispielrechnungen auf Lager.

1. Wie teuer ist es, ein Wohnmobil zu mieten?

In der Regel kostet ein Miet-Wohnmobil im internationalen Durchschnitt 70 bis 170 Euro pro Tag. Ein Blick in unsere Tabelle zeigt: Wenn ihr ein Wohnmobil mieten wollt, kommt ihr in Deutschland im Schnitt mit gut 121 Euro pro Tag recht günstig weg. Deutlich teurer wird es, wenn ihr ein Mietwohnmobil in Nordeuropa übernehmt. Wer sparen möchte, startet am besten in Hamburg und fährt hoch nach Skandinavien. In Stein gemeißelt sind diese Mietpreise aber nicht. Faktoren wie die Saison, das Wohnmobil-Modell und das Buchungsdatum beeinflussen die Preise teilweise stark. Ein Camper für zwei Personen, der in der Nebensaison nur 70 Euro kostet, kann in der Hauptsaison 130 Euro kosten – also fast das doppelte. 

🚐 Lesetipp: Wohnmobil günstig mieten: so spart ihr Kosten

ReiselandØ Mietpreis/Tag
Island292 €
Norwegen218 €
Schweden174 €
Niederlande167 €
Irland161 €
Estland160 €
Polen160 €
Italien147 €
Kanada140 €
Frankreich134 €
Portugal134 €
Neuseeland134 €
USA125 €
Großbritannien123 €
Deutschland120 €
Spanien112 €
Namibia95 €
Australien77 €
Südafrika67 €

Durchschnittliche Tagesmiete im Jahr 2020 für ein Wohnmobil in den beliebtesten Reiseländern auf Basis sämtlicher Mietanfragen auf CamperDays.

Einige Vermieter berechnen euch eine zusätzliche Bereitstellungsgebühr. Mit dieser Servicepauschale wird die grundsätzliche Fahrzeugausstattung abgedeckt (Erstbestückung mit Gas, Toilettenchemikalien, Schläuchen etc.). Je nach Vermieter könnt ihr außerdem gegen einen Aufpreis Extras wie Campingmöbel, Bettwäsche oder Küchenausstattung hinzubuchen. Die Kosten hierfür unterscheiden sich von Vermieter zu Vermieter. Ihr wollt das Wohnmobil an einem anderen Ort zurückgeben und nicht zurück zur Abholstation fahren? Dann kalkuliert zusätzliche Kosten für eine Einwegmiete ein (je nach Reiseland 100 bis 1.00 Euro). 

Extras beim Mietwohnmobil hinzubuchen

Im zweiten Buchungsschritt könnt ihr Extras hinzubuchen

Zu guter Letzt müsst ihr noch auf eine Kaution hinterlegen (in der Regel zwischen 1.000 und 2.000 Euro), die der Vermieter individuell festlegt. Keine Sorge: Nach der Reise bekommt ihr den gesamten Betrag zurückerstattet, sofern der Camper in einem guten Zustand ist. 

2. Was kostet ein Urlaub mit dem Miet-Wohnmobil?

Eines vorweg: Wieviel ein Wohnmobil-Urlaub letztendlich kosten wird, hängt immer auch von eurem Urlaubsziel, der Reisezeit und euren persönlichen Ansprüchen ab. Während die Lebenshaltungskosten in Skandinavien zum Beispiel relativ hoch sind, kommt ihr bei einer Tour durch Osteuropa günstiger weg. 

Diese Kosten kommen im Wohnmobil-Urlaub neben der Fahrzeugmiete auf euch zu: 

Camping- und Stellplätze

Campingplatz am Bodensee

Ein Campingplatz am Bodensee kostet rund 30 Euro pro Nacht © ultrapro – stock.adobe.com

Was kostet der Campingplatz im Urlaub mit dem Wohnmobil? Was nach einer einfachen Frage klingt, lässt sich gar nicht so pauschal beantworten. Schließlich gibt es unterschiedlichste Campingplätze – von rustikal bis luxuriös. Und auch hier ist die Reisezeit entscheidend: Seid ihr in der Hochsaison unterwegs, solltet ihr mehr Budget einkalkulieren, denn dann ziehen die Campingplätze die Preise pro Nacht an. 

🚐 Lesetipp: Urlaub auf dem Campingplatz: diese Kosten erwarten euch

Ein Gefühl für die Preisrichtung können wir euch aber trotzdem geben: Im Schnitt zahlt eine dreiköpfige Familie in Europa zur Hauptsaison rund 38 Euro für eine Nacht auf einem guten Campingplatz. Je nach Campingplatz ist der Strom bereits inkludiert oder muss zusätzlich bezahlt werden (als Pauschale oder nach Verbrauch). Für die Nutzung der Duschen und Waschmaschinen fällt in der Regel auch eine kleine Gebühr an. 

💡 TIPP: Natürlich gibt es immer auch die Möglichkeit auf sehr günstige oder sogar kostenlose Campingplätze auszuweichen. Hier ist eine gute Planung das A und O. In einem unserer Artikel zeigen wir euch, wie man kostenlose Wohnmobilstellplätze in Deutschland finden kann. 

Tanken und Wohnmobil-Verbrauch

Auch die Kosten für das Tanken sind je nach Reiseziel unterschiedlich. In europäischen Ländern könnt ihr mit 1,30 bis 1,80 Euro pro Liter rechnen. In Nordamerika oder Australien kommt ihr mit 70 Cent bis 1 Euro pro Liter deutlich günstiger weg. (Stand 02/2021)

Die Benzinkosten, die am Ende auf euch zukommen, hängen von eurer Strecke und dem Fahrzeugverbrauch ab. Ein kleiner Camper verbraucht, ähnlich wie ein PKW, durchschnittlich 8 Liter auf 100 Kilometern. Ein großes Wohnmobil dagegen verbraucht auf derselben Strecke stolze 20 bis 30 Liter. Wusstet ihr, dass auch die Beladung des Wohnmobils und eure Fahrweise den Verbrauch beeinflussen? Wer konstant fährt, verbraucht weniger Sprit als Fahrer, die ständig Gas geben und wieder abbremsen. 

🚐 Lesetipp: Wohnmobil-Verbrauch: Mit welchen Spritkosten muss ich rechnen?

💡 TIPP: Für eine ungefähre Berechnung der Benzinkosten könnt ihr diese Formel anwenden: Geplante Kilometer / 100 x Durchschnittsverbrauch x Preis pro Liter. Wenn ihr auf CamperDays eine Buchungsanfrage startet, könnt ihr den Wohnmobil-Verbrauch in den Mietdetails nachlesen. 

Verpflegung und Kochen im Wohnmobil

In unserer Artikelreihe haben wir euch schon gezeigt, dass gesundes und ausgewogenes Kochen im Wohnmobil möglich ist. Aber welche Kosten fallen für die Verpflegung im Wohnmobil-Urlaub an? Wir haben unseren Kollegen und Camping-Fan Frieder gefragt, der oft mit dem Wohnmobil in Frankreich und der Schweiz unterwegs ist: 

Während unseres 12-tägigen Urlaubs in den Alpen haben wir mit unserer vierköpfigen Familie rund 266 € für Supermarkt-Einkäufe ausgegeben. Allerdings haben wir nur abends im Camper gekocht und tagsüber in Wanderhütten gegessen. Rund 500 Euro für 12 Tage sind da also mit vier Personen locker zusammengekommen. Wer sparsamer reisen möchte und ausschließlich im Wohnmobil kocht, kann sicher auch mit 25 bis 30 Euro pro Tag hinkommen.

Ihr seht also: Mit Verpflegung sind im Wohnmobil-Urlaub nicht nur die Supermarkteinkäufe gemeint. Dazu gehört auch der Kaffee oder das Bier am Campingplatz-Kiosk, das spontane Eis auf die Hand oder der Proviant für die Wandertour. 

Sonstige Kosten im Wohnmobil-Urlaub

Wohnmobil-Pause auf dem Campingplatz

Vergesst Zubehör und Verpflegung nicht bei der Planung © Apollo

Neben Wohnmobil-Kosten, Übernachtungen und Verpflegung fallen aus Erfahrung im Camping-Urlaub – je nach Reiseland – auch noch andere Kosten an. 

Maut Vor allem in südeuropäischen Ländern wird auf vielen Autobahnen eine Maut erhoben. Am besten kalkuliert ihr über einen Mautrechner ein, wie teuer es für eure Strecke wird. Vielleicht könnt ihr ja über Nebenstraßen ausweichen und so einen Teil der Mautkosten sparen. 

Fährfahrten Mit dem Wohnmobil dürft ihr in der Regel Fähren nutzen. Besonders beliebt sind Überfahrten von Deutschland nach Schweden oder Norwegen, was aber mit Preisen ab 400 Euro nicht ganz günstig ist. Auch innerhalb von Ländern sind Fährfahrten möglich, zum Beispiel auf die italienische Insel Elba (25 bis 135 Euro).

Aktivitäten und Eintrittspreise Egal ob die langersehnte Ballonfahrt, der Eintritt in die US-Nationalparks oder der Museumsbesuch: all solche Erlebnisse gibt es leider nicht umsonst. Am besten kümmert ihr euch (falls möglich) schon vor dem Urlaub online darum. Dann gibt’s manchmal noch Rabatte. 

Zug- oder Flugkosten: Wen ihr eure Reise nicht mit dem Wohnmobil in Deutschland startet, kommen natürlich noch die Kosten für die Zugfahrt oder den Flug auf euch zu. Bucht rechtzeitig und nutzt Vergleichsportale wie Skyscanner oder trainline, um nicht unnötig viel Geld auszugeben. 

Darüber hinaus schadet ein finanzieller Notgroschen für unerwartete Ausgaben nicht. Schließlich kann es immer mal vorkommen, dass ihr Medikamente braucht oder das Wohnmobil liegen bleibt. Wir hoffen natürlich nicht, dass es so weit kommt, aber wer gut vorbereitet in den Urlaub startet, erlebt keine bösen Überraschungen.

3. Zwei Kostenbeispiele für einen Wohnmobil-Urlaub

Alles schön und gut, aber was kostet denn jetzt ein Urlaub mit dem Miet-Wohnmobil ganz konkret? Wir haben für euch beispielhaft zwei Camping-Urlaube für zwei Personen mit allen Kosten zusammengestellt. Natürlich sind vor allem die Preise für die Übernachtungen und Aktivitäten stark abhängig von euren individuellen Plänen und Vorlieben. 

USA-Reise mit dem Wohnmobil: Kosten für 18 Tage

Strecke: 3.000 km (Abholung und Rückgabe in Los Angeles)

Reisezeit: Hauptsaison (Juli/August)

Infos: USA-Reise mit dem Wohnmobil
Wohnmobilmiete (Alkoven)3.200 €
Benzinkosten (Normalbenzin)465 € (0,62 €/l)
Camping- und Stellplätze450 € (25 €/Tag inkl. Strom)
Hotelübernachtung*250 €
Verpflegung700 € 
Eintrittsgelder, Souvenirs etc. 300 € 
Flugkosten1600 € 
Gesamtkosten 6.965 €

*In den USA dürft ihr das Wohnmobil nicht direkt nach der Ankunft übernehmen, sondern müsst eine Nacht im Hotel geschlafen haben. Viele Urlauber geben außerdem das Wohnmobil schon einen Tag vor der Abreise zurück und schlafen die letzte Nacht in einem Hotel.

Europareise mit dem Wohnmobil: Kosten für 2 Wochen Südschweden (Anreise ab Deutschland)

Strecke: 1.650 km (Abholung und Rückgabe in Hamburg)

Reisezeit: Hauptsaison (Juli/August)

Infos: Kosten für 2 Wochen Südschweden
Wohnmobilmiete (Camper)1.850 €
Benzinkosten (Normalbenzin)272 € (1,50 €/l)
Camping- und Stellplätze448 € (32 €/Tag inkl. Strom)
Verpflegung600 € 
Eintrittsgelder, Souvenirs etc. 150 €
Mautkosten212 € (Öresundbrücke + City-Maut) 
Gesamtkosten 3.532 €

Wir hoffen, wir konnten euch einen guten Überblick über die Kosten im Wohnmobil-Urlaub geben. Mehr hilfreiche Tipps rund um das Reisen mit dem Wohnmobil für Anfänger findet ihr in unserem Blog.

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