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Rocky Mountain National Park – auf Tuchfühlung mit der Tier- und Pflanzenwelt

von CamperDays-Redaktion
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Dream Lake im Rocky Mountain National Park in Colorade, USA

Letztes Update: 14 Juni 2022

Die Nordamerikaner lieben ja bekanntlich ihre Rockies – und wer kann es ihnen verübeln? Unzählige Nationalparks reihen sich entlang der markanten Gebirgskette aneinander, einer schöner als der andere und alle einzigartig. Im Rocky Mountain National Park finden Sie eine Szenerie vor, die glatt aus einem meisterhaften Gemälde entsprungen sein könnte.

Hier röhren balzende Elche ihre markanten Rufe in die märchenhafte Naturlandschaft hinein, untermalt vom ständigen, idyllischen Rauschen des ein oder anderen Wasserfalls, während abends unheimliches Heulen die Nacht erfüllt und zum Abenteuer macht. Herzlich willkommen in der Wildnis!

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Einige Infos vorweg…

Die Schönheit des Rocky Mountain National Parks mit seinen dichten Wäldern, weiten Feldern und strahlendblauen Gebirgsseen wird nur vom Anblick der gewaltigen Rocky Mountain selbst in den Schatten gestellt – im wahrsten Sinne des Wortes, denn einige der höchsten Gipfel der mehrere tausend Kilometer langen Gebirgskette befinden sich in diesem Nationalpark.

Thompson River im Rocky Mountain National Park, Colorado, USA

Aussicht auf die Rocky Mountains und Thompson River © Daniel H Chui stock.adobe.com

Am besten erreichen Sie den Nationalpark in Colorado von den nahegelegenen Städten aus, beispielsweise Denver, Wyoming oder Grand Lake. Die Rockies erstrecken sich vom südlichen Teil der USA bis nach Kanada, wo sich unter anderem mit dem Banff Nationalpark ein weiteres Naturhighlight befindet.

Aber nun ans Eingemachte: Hier sind unsere Highlights, die Sie sich im Rocky Mountain National Park nicht entgehen lassen sollten!

Trail Ridge Road – auf zu den schönsten Punkten im Park

Einen guten, ersten Überblick über den Rocky Mountain National Park erhalten Sie bei einer Fahrt auf der beliebten Trail Ridge Road. Diese kilometerlange Straße verläuft stellenweise auf einer Höhe von über 3.500 Metern und führt Sie an Seen, Flüssen und einigen der schönsten Aussichtspunkte des gesamten Parks vorbei.

Eine Besonderheit dieser Route ist, dass Sie schon aus dem fahrenden Auto bzw. Wohnmobil viel von der atemberaubenden Landschaft der Rockies sehen können. Planen Sie für die Strecke aber ruhig mindestens einen halben Tag ein und nutzen Sie die zahlreichen Möglichkeiten, unterwegs anzuhalten und der Natur ein wenig näher zu kommen.

Aussicht auf den Rocky Mountain National Park von der Trail Ridge Road

Aussicht von der Trail Ridge Road auf Rocky Mountain National Park © Tiago Fernandez stock.adobe.com

Dann erst offenbart sich die wahre Vielfalt der hier beheimateten Tier- und Pflanzenwelt. Kiefern, Tannen und Fichten bilden in den unterschiedlichen Höhenlagen üppige Wälder, die sich an die Berghänge der majestätischen Gebirgszüge schmiegen und sich sanft zum Takt des Windes bewegen. Die weiten Felder und Wiesen werden von unzähligen Blumen, Kräutern und Sträuchern in die prächtigsten Farben gehüllt und lassen Sie die Rocky Mountains mit allen Sinnen erleben.

Bunte Blumenwiese im Rocky Mountain National Park, Colorado

Die wilden Blumen blühen in vielen Farben © Newman Photo stock.adobe.com

Blumewiese in den Rocky Mountains, Colorado, USA

Farbenprächtige Wiesen umgeben von Bergen © Glenn stock.adobe.com

Symbol TippSchon gewusst?
Bei der Trail Ridge Road handelt es sich um die höchstgelegene, vollständig asphaltierte Straße der USA. Sie ist Teil des U.S. Highway 34, verläuft insgesamt auf fast 80 Kilometern quer durch den Park und die höchste Stelle liegt bei knapp 3.700 Metern.

Die Trail Ridge Road ist für Fahrzeuge üblicherweise zwischen Mai und Oktober geöffnet. Zwischen November und April liegt hier meist zu viel Schnee, weshalb die Strecke zu dieser Zeit dem Winter überlassen wird.

Hunderte Tierarten beinahe hautnah erleben

Ein weiterer Grund für die steigende Beliebtheit des Rocky Mountain Nationalparks sind die zahlreichen Möglichkeiten zur Tierbeobachtung. Als “Maskottchen” der Rockies könnte man die akrobatisch begabten Dickhornschafe bezeichnen, für deren Kletterkünste selbst die schwierigsten Bergpässe kein Problem darzustellen scheinen. Die namensgebenden Hörner der Schafe kommen beim Paarungs- und Revierverhalten zum Einsatz – wenn die männlichen Schafe um ihre Dominanz kämpfen und mit den Hörnern zusammenstoßen, ist das Krachen oft noch in mehr als einem Kilometer Entfernung zu hören.

Dickhornschaf im Rocky Mountain National Park

Dickhornschaft im Rocky Mountain National Park © kankankavee stock.adobe.com

Im Sommer können Sie vor allem in den höhergelegenen Bereichen des Nationalparks friedliche Hirsch-Herden oder vereinzelte Elche beim Grasen beobachten. Besonders hoch ist die Chance für eine Beobachtung in den Morgen- und Abendstunden.

Ein Elch in den Rocky Mountains bei Sonnenuntergang

Ein Elch röhrt im Herbst © Tom stock.adobe.com

Wer ein wenig Glück hat, kann auch einen Blick auf den ein oder anderen scheuen Schwarzbären erhaschen, der die Wälder auf Futtersuche durchstreift, sich sonst aber eher versteckt hält. Das nächtliche Heulen, das Sie mit hoher Wahrscheinlichkeit bei einer Übernachtung im Park hören werden, stammt übrigens nicht von Wölfen, sondern von Kojoten. Diese Tiere gelten als besonders schlau und sind wahre Überlebenskünstler.

Kojote im Rocky Mountain National Park, Colorado, USA

Kojote im Rocky Mountain National Park © Kerry Hargrove stock.adobe.com

Daneben ist der Rocky Mountain National Park Heimat für viele weitere Säugetiere (darunter Berglöwen, Biber und Hasen), mehr als 270 Vogelarten, Echsen, Kröten und Schlangen – einige davon sind vom Aussterben bedroht und finden in den Rockies den Schutz, den sie zum Überleben brauchen. Selbst über den Baumkronen (knapp 17 Kilometer der Trail Ridge Road führen durch diese Höhenlage), wo die Landschaft von tundraartigen Verhältnissen geprägt ist und kalt und unwirtlich erscheint, haben sich zahlreiche Tiere und Pflanzen den widrigen Bedingungen angepasst und einen Lebensraum gefunden.

Ein Vogel mit schwarzen und blauen Federn sitzt in einem Nadelbaum

Der Diademhäher ist ein amerikanischer Singvogel © MelissaMN stock.adobe.com

Ein Goldmantelziesel sitzt auf einem Stein in der Sonne

Ein Goldmantelziesel lauscht aufmerksam © Yujia stock.adobe.com

Longs Peak – das “Dach” der Rockies

Das imposanteste und einprägsamste Merkmal der Rocky Mountains sind natürlich die Rockies selbst – zahlreiche Gipfel ragen majestätisch mehr als drei Kilometer in die Höhe. Mit knapp 4.300 Metern Höhe ist der Longs Peak der gewaltigste Bergriese des Nationalparks, der sich nur wenige Kilometer von der Stadt Estes Park entfernt über die Landschaft erhebt und beinahe vom gesamten Park aus gut zu sehen ist. Von seinem flachen Gipfel aus offenbart sich ein fantastischer Ausblick über den gesamten Nationalpark und sogar bis zum nahegelegenen Denver.

Longs Peak im Rocky Mountain National Park

Longs Peak ist 4345 m hoch © Tupungato stock.adobe.com

Der Gipfel kann auf mehreren Routen mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden bestiegen werden. Bei Kletterern ist die Keyhole Route sehr beliebt, auch wenn sie nicht ungefährlich ist. Steile Klippen, herabfallende Felsen und plötzliche Wetterumschwünge stellen eine ständige Gefahr dar – außerdem können das gesamte Jahr über winterliche Bedingungen herrschen, die eine entsprechendes Know-How erforderlich machen. Die extremen Höhenunterschiede tragen ihr Übriges bei und können gerade Anfängern zusetzen. Wer unerfahren ist, sollte die oft zu lesenden Warnungen ernst nehmen und sich lieber an einem der anderen Berge versuchen – Mount Sherman, Quandary Peak, Torreys Peak und Grays Peak sind zwar nicht ganz so hoch, dafür jedoch weitaus einfacher zu erklimmen.

Das Wanderparadies Rocky Mountains: Bear Lake Trail

Ein sich über mehrere hundert Kilometer erstreckendes Netz an gut ausgebauten Wanderwegen für Anfänger, Gelegenheitswanderer und Profis macht den Rocky Mountain National Park zum Eldorado für Naturfans. Der Bear Lake Trail gilt dabei als einer der beliebtesten Routen im Park, denn er ist ohne große Anstrengung zu bewältigen und belohnt Sie trotzdem mit fantastischen Ausblicken.

Bear Lake im Rocky Mountain Nationalpark bei Sonnenuntergang

Bear Lake im Sonnenuntergang © Chris stock.adobe.com

Die Wanderroute ist mit dem eigenen Fahrzeug über die Bear Lake Road zu erreichen, an deren Ende sich der gleichnamige See und ein Parkplatz befinden. Letzterer wird gerade in der Hauptsaison und an Wochenenden aber sehr schnell voll. Legen Sie Ihren Ausflug daher wenn möglich auf einen Wochentag. Wer sich die Parkplatzsuche sparen und gleichzeitig etwas für die Umwelt tun möchte, kann die regelmäßig verkehrenden, kostenlosen Shuttlebusse nutzen, die Sie direkt zum See bringen.

Symbol TippEinige Informationen zum Shuttle-Bus
Haltestellen: Park & Ride – Bierstadt Lake Trailhead – Glacier Gorge Trailhead – Bear Lake
Zeiten: 07:00 – 19:00 Uhr (zwischen Ende Mai und Mitte Oktober)
Abfahrt: Ca. alle 30 Minuten
Unser Tipp: Kostenlose Shuttle-Busse verkehren auch in anderen Teilen des Parks, beispielsweise an der ebenfalls lohnenswerten Moraine Park Route.

Der Bear Lake Trail eignet sich sowohl für kürzere Wanderungen, beispielsweise zu den wunderschönen Seen Nymph Lake (ca. 1 Kilometer), Dream Lake (ca. 2,5 Kilometer) und Emerald Lake (ca. 3 Kilometer), als auch für einen Tagesausflug zum Flattop Mountain. Unterwegs laden zahlreiche Bänke zum Verweilen ein – genießen Sie den spektakulären Anblick des Bear Lakes und malerischer Wasserfälle vor der traumhaften Kulisse der Rocky Mountains!

Camping im Rocky Mountain National Park

Mehrere Campgrounds, auf denen Sie Ihr Wohnmobil für die Nacht abstellen können, stehen Ihnen im Park zur Verfügung. Die wichtigsten Informationen erhalten Sie in der folgenden Tabelle:

Aspenglen Campground Stellplätze: 53
Preis pro Nacht: 30 $
Reservierung: Empfohlen
Geöffnet: 27.05. – 27.09.
Anmerkung: Wohnmobil-Länge max. 30 Fuß
Adresse: Highway 34 & Old Fall River Road, Estes Park, CO 80517
Glacier Basin Campground Stellplätze: 150
Preis pro Nacht: 30 $
Reservierung: Empfohlen
Geöffnet: 27.05. – 13.09.
Anmerkung: Wohnmobil-Länge max. 35 Fuß
Adresse: Highway 36 West, Estes Park, CO 80517
Longs Peak Campground Stellplätze: 26
Preis pro Nacht: 30 $
Reservierung: Nicht möglich
Geöffnet: Juli – September
Anmerkung: Nur für Zelte, keine Wohnmobile erlaubt
Moraine Park Campground Stellplätze: 244 (Sommer), 77 (Winter)
Preis pro Nacht: 30 $ (Sommer), 20 $ (Winter)
Reservierung: Empfohlen (Sommer), nicht möglich (Winter)
Geöffnet: Ganzjährig
Anmerkung: Wohnmobil-Länge max. 40 Fuß
Adresse: Estes Park, Bear Lake Road, CO 80517
Timber Creek Campground Stellplätze: 98
Preis pro Nacht: 30 $
Reservierung: Nicht möglich
Geöffnet: 27.05. – 27.09.
Anmerkung: Wohnmobil-Länge max. 30 Fuß
Adresse: Highway 34, Kawuneeche Valley, CO 80517

Einige Plätze lassen sich bereits im Voraus, beispielsweise auf der Webseite von nps.gov reservieren. Da der Park zu den beliebtesten Attraktionen der Region gehört, empfehlen wir Ihnen, etwa sechs Monate im Voraus zu reservieren.

Wer mit dem Zelt mitten im Park übernachten möchten, benötigt eine Erlaubnis, die 36 $ kostet. Diese muss zunächst online reserviert und andschließend am Headquarters Wilderness Office oder am Kawuneeche Visitor Center abgeholt werden. Eine Karte mit den Backcountry Campsites können Sie ebenfalls bei nps.gov einsehen.

Eintrittspreise

Die Preise für den Eintritt zum Rocky Mountain National Park können Sie der folgenden Übersicht entnehmen:

Privates Fahrzeug (Auto, Van, Wohnmobil) Tageskarte: 25 $
7-Tage-Pass: 35 $
Fußgänger, Fahrradfahrer Tageskarte: 15 $
7-Tage-Pass: 20 $
Motorradfahrer Tageskarte: 25 $
7-Tage-Pass: 30 $

Wenn der Besuch weiterer Nationalparks auf Ihrem Reiseplan steht, beispielsweise im Rahmen einer Rundreise an der Westküste der USA, lohnt sich ggf. der Jahrespass “America the Beautiful”, der Ihnen für 80 $ den Zutritt zu allen Nationalparks der USA gewährt. Die Jahreskarte lohnt sich meist schon ab dem Besuch von vier Nationalparks.

Titelbild: #262176080 | Urheber: © Sceninc Media – stock.adobe.com

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