StartseiteAmerikaIcefields Parkway in den Rocky Mountains – der wohl schönste Highway der Welt

Icefields Parkway in den Rocky Mountains – der wohl schönste Highway der Welt

von CamperDays-Redaktion
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Die Berg- und Panoramastraße Icefields Parkway in Kanada

Sie fahren eine breite Straße entlang und vor der Windschutzscheibe jagt ein Gemälde das andere: hier ein mächtiger Gletscher, dort ein tiefblauer Bergsee und hinter der nächsten Kurve breitet sich vor Ihnen ein weites Tal mit üppigen Wäldern und schneebedeckten Berggipfeln aus. Der Icefields Parkway ist ein 230 Kilometer langer, befahrbarer Traum mitten in der unberührten Bergwelt der kanadischen Rocky Mountains. Für viele Besucher ist er die schönste Panoramastraße der Welt und ausschlaggebender Grund für eine Reise nach Kanada.

Der Icefields Parkway verbindet auf einem Teilstück des Highway 93 die kanadischen Orte Banff und Jasper, nahe der Grenze zwischen den Provinzen Alberta und British Columbia. Stellenweise verläuft er auf einer Höhe von mehr als 2.000 Metern! Welche Wunder Sie auf diesem einzigartigen Roadtrip erwarten, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Inhaltsverzeichnis
  1. Icefields Parkway Sehenswürdigkeiten
    1. Lake Louise und Moraine Lake
    2. Bow Lake und Peyto Lake
    3. Mistaya Canyon
    4. Columbia Icefield und Athabasca Gletscher
    5. Sunwapta Falls und Athabasca Falls
  2. Icefields Parkway Tipps
    1. Eintritt
    2. Foto- und Zwischenstopps
    3. Info- und Besucherzentren
    4. Tempolimit
    5. Wildwechsel und Ablenkungen
  3. Icefields Parkway Campgrounds und Unterkünfte

Icefields Parkway – die schönsten Sehenswürdigkeiten der Panoramastraße

In unserem Bericht führt Ihre Reise Sie vom südwestlich gelegenen Lake Louise im Banff National Park nach Nordwesten bis nach Jasper. Natürlich können Sie den Icefields Parkway auch aus der entgegengesetzten Richtung befahren, aber erstere Route ist üblicher.

Icefields Parkway – Maps Übersicht:

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Lake Louise und Moraine Lake – wie aus einem Gemälde

Von dem kleinen, behaglichen Ferienort Banff sind es knapp 60 Kilometer bis zum Ort Lake Louise mit dem weltberühmten, gleichnamigen See. Ein Stück weiter nördlich beginnt der Icefields Parkway. Bevor Sie aber losfahren, ist ein Besuch des Lake Louise absolutes Pflichtprogramm, denn die Szenerie hier könnte glatt einer Postkarte entstammen.

Der berühmte Lake Louise mit den verschneiten Berggipfeln im Hintergrund

Wer ausreichend Zeit hat, sollte auch einen Abstecher zum Moraine Lake im Süden unternehmen, der nicht minder malerisch ist.

Tiefblauer spiegelnder Moraine Lake mit Bergen und Wald im Hintergrund

Da beide Seen zu den beliebtesten Sehenswürdigkeiten im Banff Nationalpark gehören, gilt hier: Der frühe Vogel fängt den Wurm. Wer die Besuchermassen meiden möchte, sollte vor 10 Uhr oder am späten Nachmittag an den Seen sein.

Symbol Tipp TIPP
Bevor Sie sich auf den Icefields Parkway begeben, sollten Sie sich in Lake Louise mit ausreichend Verpflegung eindecken und Ihr Fahrzeug volltanken, denn unterwegs gibt es dazu nur wenige Möglichkeiten.

Wer möchte, kann auch in Lake Louise übernachten, die Unterkünfte sind aber nicht gerade preiswert. Für Besucher mit dickem Geldbeutel bietet The Fairmont Chateau Lake Louise direkt am See die schönste Übernachtungsmöglichkeit. Etwas günstiger sind die Hotels und Lodges im Ort.

Lake Louise mit dem Fairmont Chateau im Hintergrund

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Bow Lake, Peyto Lake und der höchste Punkt des Icefield Parkways

Vom Lake Louise fahren Sie etwa 30 bis 40 Kilometer vorbei am Hector Lake bis zum Bow Lake. Etwa am südlichen Ende des Bow Lakes befindet sich ein Aussichtspunkt, von dem aus Sie eine tolle Aussicht über den wunderschönen Crowfoot Glacier genießen können.

Bow Lake und im Hintergrund der Crowfoot Glacier

Am Bow Lake bietet sich ein weiterer Stopp an. Hier können Sie am See entlang wandern, unterwegs kommen Sie an einigen schönen Wasserfällen wie den Bow Glacier Falls vorbei. Schon von weitem sehen Sie die auffällige Simpson’s Num-Ti-Jah-Lodge mit ihren markanten, roten Dächern. Sie wurde Mitte des 20. Jahrhunderts von Jimmy Simpson erbaut, der als einer der ersten Parkranger des Banff Nationalparks galt und die Gegend wie kein Zweiter kannte. Eine Übernachtung ist zwar auch hier sehr kostspielig, aber allein wegen der traumhaften Aussicht lohnt sich ein Spaziergang zur Lodge.

Wenig später erreicht der Icefields Parkway am Bow Summit seinen höchsten Punkt. Der Aussichtspunkt befindet sich auf über 2.000 Metern Höhe und bietet die wohl spektakulärste Aussicht auf einen der schönsten Bergseen Kanadas: den Peyto Lake, von dem wir bereits berichtet haben.

Der Peyto Lake mit seiner üppigen Wald- und Berglandschaft

Der Bow Summit Viewpoint ist häufig sehr überlaufen und es kann eng werden. Wer dem Waldweg etwa 20 Minuten nach oben folgt, kommt jedoch zu einem Felsplateau, das man meist ganz für sich allein hat – von hier haben Sie einen nicht weniger eindrucksvollen Ausblick auf das türkis strahlende Wasser des Peyto Lakes.

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Mistaya Canyon und Zwischenstopp am Saskatchewan River Crossing

Etwa 30 Kilometer nördlich vom Peyto Lake wartet ein kleiner Geheimtipp auf Sie. Nur wenige Besucher halten am Mistaya Canyon, dabei lohnt sich ein kurzer Stopp wegen der schönen Aussicht allemal. Vom gut ausgeschilderten Parkplatz aus führt ein 10 minütiger Fußmarsch hinab zum Mistaya River, der im Laufe der Zeit eine Schlucht aus dem Fels und Stein geschliffen hat.

Der Mistaya Fluss im gleichnamigen Canyon

Weiter nördlich, wo der Highway 11 vom Highway 93 nach Norden abzweigt, können Sie im Örtchen Saskatchewan River Crossing verschnaufen und Ihren Proviant aufstocken. Der Ort liegt auf halbem Weg zwischen Banff und Jasper und bietet die einzige Tank- und Einkaufsmöglichkeit auf dem Icefields Parkway.

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Columbia Icefield und Athabasca Gletscher

Kurz vor dem Sunwapta Pass, der den Übergang zwischen Banff Nationalpark und Jasper Nationalpark darstellt, lohnt sich ein Fotostopp an den Bridal Veil Falls – fast 400 Meter stürzt das Wasser hier in vier Stufen in die Tiefe.

Anschließend verläuft der Icefields Parkway entlang des Columbia Icefields, dem riesigen, namensgebenden Eisfeld nahe der Strecke. Von seiner mehr als 300 km² großen Eisfläche gehen mehrere Gletscher ab. Das Columbia Eisfeld selbst ist vom Icefields Parkway aus nicht gut zu sehen, dafür haben Sie einen fantastischen Blick auf den Athabasca Gletscher, der von ihm gespeist wird.

Der gewaltige Athabasca Gletscher umrahmt von verschneiten Bergen

Am Columbia Icefield Discovery Centre werden geführte Touren direkt auf den Gletscher angeboten. Aufgestellte Schilder verdeutlichen den dramatischen Rückgang des Eises in den letzten Jahren – ein erschreckendes Indiz für die Auswirkungen der globalen Erwärmung.

Schild zeigt dramatischen Rückgang des Athabasca Gletschers seit 1992

Mit einem Shuttlebus können Sie hinauf zum Glacier Skywalk fahren, der sich in fast 300 Metern Höhe befindet. Die Aussichtsplattform hat einen Boden aus Glas und bietet eine schwindelerregende, aber atemberaubende Aussicht auf den Gletscher und die schneebedeckten Gipfel im Hintergrund.

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Sunwapta Falls und Athabasca Falls

Folgen Sie vom Besucherzentrum dem weiteren Verlauf des Icefield Parkways und Sie gelangen nach 50 Kilometern zu den Sunwapta Falls, deren Name übersetzt etwa “tosendes Wasser” bedeutet. Die Athabasca Falls ein kurzes Stück weiter gehören zu den mächtigsten Wasserfällen der Strecke und lohnen sich daher ebenfalls für einen Halt. Beide Wasserfälle sind über Wanderwege optimal zu erreichen. Zu den Athabasca Falls gelangen Sie, wenn Sie einer Abzweigung des Highway 93 folgen – ausgeschildert ist diese mit “93A”.

Athabasca Falls kurz vor Jasper

Nichtmal eine halbe Stunde weiter nördlich erreichen Sie in Jasper den Endpunkt des Icefields Parkways.

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Tipps für Ihre Fahrt auf dem Icefields Parkway

Im Folgenden haben wir für Sie ein paar nützliche Tipps für Ihre Reise zusammengestellt:

Planen Sie vor: Eintritt

Da der Icefields Parkway durch die Nationalparks Banff und Jasper führt, ist das Befahren der Panoramastraße gebührenpflichtig. In beiden Richtungen befinden sich kurz nach der Auffahrt entsprechende Häuschen, an denen ein Tages- oder Jahrespass gekauft werden kann.

Icefields Parkway: Eintrittspreise für den Jasper Nationalpark und Banff Nationalpark
Day PassCAD 9,80 pro Person
Year PassCAD 67,70 pro Person

*Stand: 02/2017

Ein Jahrespass lohnt sich in der Regel schon dann, wenn Sie planen, 7 Tage oder mehr in den Nationalparks des Landes zu verbringen.

Symbol Tipp TIPP
Im Zuge des 150. Geburtstags Kanadas, hat die kanadische Regierung eine ganz besondere Aktion ins Leben gerufen: Für das gesamte Jahr 2017 ist der Eintritt zu allen Nationalparks des Landes kostenlos! Das umfasst auch den Icefields Parkway, sodass Sie dieses Jahr die Strecke umsonst fahren können. Dies betrifft nur die Eintrittsgebühr, sonstige Kosten (zum Beispiel für Camping oder Führungen) bleiben gleich.

Sie können den kostenlosen Pass online bestellen – planen Sie für den Versand jedoch ca. drei Wochen ein.

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Nehmen Sie sich Zeit: Foto- und Zwischenstopps

Theoretisch können Sie die 230 Kilometer lange Strecke innerhalb von vier bis fünf Stunden zurücklegen. Davon raten wir dringend ab, denn so verpassen Sie die tollsten Aussichten auf die abwechslungsreiche Landschaft. Nehmen Sie sich lieber einen ganzen Tag Zeit. Wenn Sie ein schönes Plätzchen durch die Windschutzscheibe erspähen, halten Sie ruhig am Straßenrand. Unterwegs gibt es unzählige wunderbare Fotomotive und Wanderwege, die Sie binnen weniger Minuten in eine völlig andere, wilde Welt führen – es lohnt sich!

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Informieren Sie sich: Besucherzentren

In Banff, Lake Louise und Jasper steht Ihnen jeweils ein Besucherzentrum mit aktuellen Informationen zum Nationalpark und der Strecke zur Verfügung. Hier erhalten Sie auf Wunsch eine Broschüre mit den Sehenswürdigkeiten unterwegs (hier auch zum Download verfügbar). Die Besucherzentren haben wir für Sie auf der Karte markiert.

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Halten Sie sich an die Richtlinien: Tempolimit

Im Park gelten Geschwindigkeitsbegrenzungen zwischen 70 und 90 km/h. Die Einhaltung des Tempolimits wird durch die Ranger kontrolliert – wer eine saftige Mahngebühr vermeiden will, sollte sich also daran halten. Außerdem ist der Weg das Ziel und wer es zu eilig hat, kann diese einzigartige Panoramastraße nicht in vollen Zügen genießen.

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Seien Sie aufmerksam: Wildwechsel und Ablenkungen

Machen Sie sich bewusst, dass der Icefields Parkway mitten durch die Wildnis Kanadas führt und dass der Mensch in dieser Natur Gast ist. Mit Wildwechsel ist zu jeder Tageszeit zu rechnen. Häufig können wilde Tiere wie Hirsche, Schafe, Kojoten oder Bären am Straßenrand beobachtet werden. Respektieren Sie die Tierwelt und halten Sie zu Ihrer eigenen Sicherheit ausreichend Abstand, nicht nur zu den Tieren selbst, sondern auch zu ggf. vorausfahrenden Fahrzeugen. Denn viele Besucher halten bei einer Tiersichtung abrupt an, um ein Foto zu schießen.

Schafe am Straßenrand des Icefields Parkways

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Icefields Parkway – Campgrounds und Unterkünfte

Da die Region entlang des Parkways ein Wanderparadies ist, lohnt sich auch ein längerer Aufenthalt in den Nationalparks. Unterkünfte sind oft recht teuer, weitaus günstigere Übernachtungsmöglichkeiten stellen die zahlreichen Campingplätze auf dem Weg dar. Nachfolgend eine Auswahl an RV Campgrounds, Campingplätzen und Unterkünften, die wir auch auf der Karte für Sie markiert haben:

Symbol Camping Icefields Parkway Campgrounds
  • Wabasso Campground
  • Mosquito Creek Campground
  • Waterfowl Lakes Campground
  • Rampart Creek Campground
  • Wilcox Creek Campground
  • Columbia Icefield Campground
  • Jonas Creek Campground
  • Honeymoon Lake Campground
  • Mt Kerkeslin Campground
  • Wapiti Campground
  • Whistler’s Campground

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Hier noch einige Hinweise zu den Campingplätzen am Icefields Parkway:

  • Die meisten Campgrounds sind sehr schlicht, ohne fließendes Wasser, Entsorgungsstationen oder Stromanschluss.
  • Eine Reservierung ist nicht möglich, hier gilt also: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Eine Ausnahme bilden einige größere Campingplätze in der Nähe von Jasper.
  • Im Banff National Park beginnt der Check-In um 15 Uhr, im Jasper National Park zu keiner bestimmten Uhrzeit. Check-Out ist in beiden Regionen um 11 Uhr.
  • Bis zu 14 Tage können Sie auf einem Campingplatz bleiben.
  • Die Preise liegen in der Regel bei ungefähr 15 bis 18 CAD pro Nacht – akzeptiert werden Barzahlungen (passenden Betrag mitbringen!), Kreditkarten (Visa, MasterCard, American Express), Debit- bzw. EC-Karten und Traveller’s Cheque.
  • Wer ein Lagerfeuer machen möchte, braucht einen zusätzlichen Permit, der 8,80 CAD pro Tag kostet.

Unterkünfte am Icefields Parkway:

  • The Fairmont Chateau Lake Louise
  • Athabasca Falls Wilderness Hostel
  • Num-Ti-Jah-Lodge
  • Glacier View Inn
  • Sunwapta Falls Rocky Mountain Lodge
  • HI-Mosquito Creek Hostel
  • Hi-Beauty Creek Wilderness Hostel

Auch für uns gehört der Icefields Parkway zweifelsfrei zu den schönsten Bergstraßen der Welt. Wir kamen bei bestem Wetter aus dem Staunen gar nicht heraus und wollten am liebsten alle paar Meter Halt machen, um die unwirklich schöne Landschaft aufzusaugen und für immer in Erinnerung zu behalten. Selbst im Winter ist die Strecke meist befahrbar und hat ihren ganz persönlichen Reiz.

Nun sind wir gespannt auf Ihre eigenen Erfahrungen: Was war Ihr persönliches Highlight entlang dieser einzigartigen Strecke?

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Bildquellen:
Vielen Dank an die Fotografen, die diese einzigartigen Bilder geschossen haben!
Edwin van Buuringen, Sundar M, Wilson Hui, eileenmak, Uli Harder, Kimberly Vardeman, Madeleine Deaton, Andy S, Eva Kurilova, Murray Foubister, Walter Lim

Titelbild: #102061653 | Urheber: aiisha – fotolia.com

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