Startseite Campen mit dem Wohnmobil für Anfänger Wohnmobil-Sicherheit: Tipps für sicheres Reisen im Wohnmobil

Wohnmobil-Sicherheit: Tipps für sicheres Reisen im Wohnmobil

von Alex
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Wohnmobile am Strand bei einem Gewitter

Reisen mit dem Wohnmobil bietet euch die Möglichkeit, im Urlaub flexibel und mobil zu bleiben und euch größtenteils selbst zu versorgen. Damit ihr diese Freiheit und Unabhängigkeit auch möglichst sorglos genießen könnt, gibt es allerdings einige Sicherheitsaspekte, über die ihr euch vor eurem ersten Wohnmobil-Urlaub informieren solltet – vom richtigen Beladen zum sicheren Verhalten im Notfall.

1. Wohnmobil richtig beladen: Fahrsicherheit erhöhen

Bei einer plötzlichen Bremsung können selbst leichte Gegenstände zu gefährlichen Wurfgeschossen im Fahrzeuginneren werden. Eine zu schwere und ungleichmäßig verteilte Ladung kann wiederum die Achsen überlasten und die Tragfähigkeit der Reifen beeinträchtigen. Diese gefährlichen Situationen lassen sich jedoch leicht verhindern, indem das Wohnmobil richtig beladen und die Ladung ordnungsgemäß gesichert wird. Eine korrekte Beladung trägt außerdem zu einer besseren Straßenlage und Fahrstabilität bei, wodurch das Manövrieren einfacher wird.
Wenn ihr zum ersten Mal mit einem Wohnmobil unterwegs seid, solltet ihr beim Beladen auf Folgendes achten:

  • Packt schwere Gegenstände in Bodennähe zwischen Vorder- und Hinterachse.
  • Mittelschwere Gegenstände können in oberen Schränken gelagert werden, die fest verschlossen sein müssen.
  • Leichte Gegenstände könnt ihr in Hängeschränken verstauen.
  • Offene Fächer sollten bei der Fahrt leer bleiben.
  • Alle Gepäckstücke, die nicht in verschlossenen Schränken gelagert werden können, müssen mit Spanngurten fest verzurrt werden. Das gilt auch für Hundetransportboxen oder Ähnliches.

Achtet weiterhin darauf, dass das Wohnmobil nach Beladung nicht das zulässige Gesamtgewicht überschreitet. Mit Führerscheinklasse B dürfen nur Fahrzeuge bewegt werden, deren Gesamtgewicht 3,5 Tonnen nicht übersteigt.
Die maximale Zuladung wird aus der Differenz des zulässigen Gesamtgewichts und des Leergewichts errechnet. Das Gewicht der Zuladung setzt sich wiederum aus euren Gepäckstücken und allen Mitreisenden zusammen. Wollt ihr auf Nummer sicher gehen, könnt ihr das beladene Wohnmobil zum Beispiel bei einer speziellen TÜV-Station wiegen lassen.

Symbol TippTipps rund ums Wohnmobil-Gewicht
Informationen zum Leergewicht des Wohnmobils sowie zur zulässigen Achslast findet ihr in den Fahrzeugpapieren. Generell könnt ihr Gewicht sparen, indem ihr den Frischwassertank erst am Urlaubsort vollständig auftankt, für die Fahrt nur so wenig Lebensmittel wie möglich mitnehmt und bei der Campingausrüstung auf leichte Materialien setzt.

 

2. Diebstahlschutz im Wohnmobil: Wohnmobil einbruchsicherer machen

Während eines Wohnmobilurlaubs stellt der Camper euren gesamten Haushalt dar und enthält dementsprechend auch verschiedene Wertgegenstände, die es zu schützen gilt. Die goldenen Verhaltensregeln des Wohnmobil-Diebstahlschutzes lauten dabei:

  • Parkt und übernachtet nur auf Stellplätzen, auf denen ihr euch sicher fühlt.
  • Lasst keine Wertgegenstände sichtbar im Wohnmobil zurück.
  • Verschließt alle Türen, Fenster und Luken, wenn ihr das Wohnmobil verlasst oder nachts Schlafen geht.

Zusätzlich zu diesen wichtigen Verhaltensregeln kann der Wohnmobil-Einbruchschutz noch durch folgendes Equipment unterstützt werden:

  • Zusatzschlösser und Verriegelungen für Fenster und Türen
  • Innenverriegelungen für die Fahrerkabine
  • Lenkradkralle oder Absperrstange
  • Alarmanlage

Symbol TippWertsachen sicher verstauen
Am besten sichert ihr persönliche Wertgegenstände außerdem mit einem Safe, der idealerweise fest im Fahrzeug verbaut ist und somit nicht weggetragen werden kann. Clevere Lösungen für tagsüber sind außerdem Tresore, die nicht als solche erkennbar sind. Dabei handelt es sich meist um Safes, die von Alltagsgegenständen nicht zu unterscheiden sind, z. B. Suppendosen oder Sonnencremeflaschen.

 

3. Tipps rund um den sicheren Umgang mit Gas im Wohnmobil

Flüssiggas ist während eines Wohnmobil-Urlaubs ein unverzichtbarer Alltagsbegleiter: Egal, ob zum Kochen oder sogar um zu Heizen oder um den Kühlschrank zu betreiben, werdet ihr auf die Nutzung von Gasflaschen zurückgreifen müssen. Daher ist es wichtig, dass ihr euch vorab mit dem sicheren Umgang mit Flüssiggas vertraut macht.

Kaffeekocher im Wohnmobil

Gas ist für eine gemütliche Zeit im Wohnmobil unerlässlich | © ramoshots – stock.adobe.com

Sicherer Umgang mit Flüssiggas

Meist handelt es sich bei Camping-Flüssiggas um eine Mischung aus Butan- und Propangas. Diese Gase sind grundsätzlich nicht giftig. Strömen sie jedoch ungehindert in das Innere des Wohnwagens aus, verdrängen sie nach einiger Zeit die Atemluft, wodurch Erstickungsgefahr droht. Weiterhin ist Flüssiggas vermischt mit Sauerstoff brennbar und hochexplosiv. Daher gelten beim Umgang mit und Transport von Campinggasflaschen verschiedene Vorschriften:

  • Gasanlagen dürfen nur von Fachkräften gewartet oder repariert werden.
  • Gasflaschen müssen in einem Gaskasten fest verzurrt aufbewahrt werden, der in Richtung des Fahrzeuginneren luftdicht verschlossen sein muss, sodass bei einem möglichen Leck kein Gas eindringen kann. Die nach außen gerichtete Belüftungsöffnung darf niemals verschlossen sein.
  • Nehmt ihr Gasgeruch im Fahrzeug war oder ertönt ein Gasmelder, löscht sofort alle offenen Flammen und schließt die Absperrhähne.
  • Wohnmobile ab Baujahr 01/2007 müssen gemäß der Heizgeräterichtlinie 2001/56/EG (mit den Ergänzungen 2004/78/EG und 2006/119/EG) für den Betrieb einer Flüssiggasheizung während der Fahrt eine spezielle Sicherheits-Absperreinrichtung besitzen. Diese verhindert bei einem Unfall mit einem Leitungsabriss, dass Gas austreten kann.
  • Unbenutzte Gasflaschen müssen geschlossen und mit einer Schutzkappe versehen gelagert werden.
  • Absorberkühlschränke dürfen an Tankstellen und auf Fähren aufgrund der offenen Flamme nicht betrieben werden. Kühlst du mit Gas, musst du das Gerät so lange ausschalten oder auf Strombetrieb umstellen.

Gaswarner fürs Wohnmobil

Dem eigentlich geruchslosen Propan-Butan-Gasgemisch wird ein künstliches Odoriermittel zugesetzt, das sehr geruchsintensiv ist, damit sich das Gas im Wohnmobil nicht unbemerkt ausbereiten kann. Allerdings ist auf den Geruchssinn insbesondere im Schlaf nicht unbedingt Verlass. Daher ist ein Gaswarner fürs Wohnmobil sehr empfehlenswert. Diese speziellen Gasmelder warnen meist mit akustischen und visuellen Signalen vor Gas im Wohnraum, wenn zum Beispiel ein Leck in einer Zuleitung auftritt.

CO-Warner für das Wohnmobil & Kombinationsgeräte

Eine andere Art von Gas, die zum Beispiel durch defekte Abgasleitungen in das Wohnmobilinnere gelangen kann, ist Kohlenmonoxid (CO). Kohlenmonoxid entsteht als Nebenprodukt beim Betrieb der (Gas- oder Diesel-)Bordheizung oder des Absorberkühlschranks ganz unweigerlich, kann aber gefährlich werden, wenn es nicht ordnungsgemäß abgeleitet wird. Vor dieser tückischen Gefahr kann ein CO-Warner für das Wohnmobil schützen.

Symbol TippGasmelder richtig anbringen
Viele Gasmelder sind als Kombinationsgeräte erhältlich und können etwa gleichzeitig als Gaswarner, Rauchmelder und/oder CO-Warner für das Wohnmobil fungieren. Um umfassende Sicherheit zu gewährleisten, ist es ratsam, Geräte mit Sensoren in unterschiedlicher Höhe zu verwenden. Während Propan-Butan-Gasgemisch schwerer als Luft ist und sich eher am Boden sammelt, verteilt sich Kohlenmonoxid relativ gleichmäßig im Raum.

 

4. Brandschutz im Wohnmobil: Richtiges Verhalten im Brandfall

Kabelbrände nach Kurzschlüssen, Fettbrände beim Kochen oder gar ein Defekt im Motorraum: Brände im Wohnmobil können unterschiedliche Ursachen haben, weshalb ein Feuerlöscher und eine Löschdecke zur grundsätzlichen Sicherheitsausstattung gehören sollten.

Brandgefahr im Wohnmobil: Wichtige Sicherheitstipps für den Ernstfall

Zwar hofft niemand, dass der Ernstfall eintritt, dennoch solltest du darauf vorbereitet sein. Daher gelten folgende Brandschutz-Hinweise für das Wohnmobil:

  • Macht mögliche Risikoquellen wie defekte Kabel und Isolierungen rechtzeitig ausfindig und lasst sie fachgerecht warten und reparieren.
  • Lagert entzündliche Stoffe wie Gas, Öle oder Benzin ordnungsgemäß und stets gesichert.
  • Achtet beim Grillen auf den Funkenflug und beim Kochen mit Öl auf die Temperaturentwicklung. Hängt in der Nähe der Kochstelle keine brennbaren Gegenstände auf oder lasst sie dort liegen.
  • Ein Rauchmelder kann bereits frühzeitig auf eine Brandentwicklung hinweisen und euch daher wichtige Zeit verschaffen, um zu handeln.
  • Kleine Brandherde lassen sich mit einem Feuerlöscher (alternativ: ein Löschspray für kleine Brände) oder einer Löschdecke im Keim ersticken. Wichtig ist, dass ihr schnell reagiert, weswegen Feuerlöscher sichtbar und schnell erreichbar gelagert werden sollten.

Nutzt möglichst einen Universal-Feuerlöscher, der idealerweise auch für Ölbrände zugelassen ist. Meist werden Schaum-Feuerlöscher empfohlen, da sie außer bei Gasbränden vielseitig einsetzbar sind. Pulver-Feuerlöscher sind zwar für alle Arten von Bränden geeignet, jedoch lässt sich das Löschpulver nur schwer entfernen und kann signifikante Schäden an elektrischen Geräten verursachen.

Feuerbekämpfung im Wohnmobil: Sicherheit geht vor

Die meisten Brandschutzexperten gehen davon aus, dass nur wenige Sekunden Reaktionszeit zur Verfügung stehen, bis ein Brand außer Kontrolle gerät – je nach Material kann das Feuer innerhalb von 10 Sekunden so groß sein, dass ihr es allein nicht mehr bewältigen könnt. Daher gilt:

  • Gelingt es euch nicht, einen Brand in wenigen Sekunden zu ersticken, solltet ihr das Fahrzeug umgehend verlassen. Bringt euch und alle Mitreisenden schnellstmöglich in Sicherheit.
  • Ruft die Feuerwehr unter der EU-weiten Notrufnummer 112.
  • Falls ihr euch auf einem Campingplatz in der Nähe von anderen Wohnmobilen, Vorzelten o. Ä. befindet, solltet ihr eure Campingnachbarn sofort vor der Gefahr warnen.

5. Blitzschutz beim Camping: Ist ein Wohnmobil sicher bei Gewitter?

Besonders in den heißen Sommermonaten ist es keine Seltenheit, dass sich scheinbar ohne Vorwarnungen starke Gewitter zusammenbrauen. Wenn ihr auf dem Campingplatz oder im Wohnmobil von einem Unwetter überrascht werdet, kann sich das Naturschauspiel schnell beängstigend anfühlen. Generell gelten daher folgende Verhaltensregeln:

  1. Schließt alle Türen und Fenster sowie Klapp- Schiebe-, oder Hubdächer.
  2. Haltet den Kopf vom Dachbereich fern und meidet die Bettnische unterm Dach.
  3. Fasst keine metallischen Bauteile im Innenraum an.
  4. Zieht das 230V-Kabel zur Landstromversorgung vom Wohnmobil ab und legt es mindestens einen Meter entfernt vom Camper ab.
  5. Nutzt die Dusche und den Wasserhahn nicht.
  6. Falls möglich, zieht alle Antennen ein.
  7. Haltet euch nicht im Vorzelt auf.

Blitzschutz im Wohnmobil mit Aluminium-Aufbau

Die gute Nachricht ist, dass Fahrzeuge mit metallischer Außenhaut (z. B. Autos oder Wohnmobile mit Alu-Aufbau) einen Faraday’schen Käfig bilden: Die geschlossene Hülle aus leitfähigem Metall bildet ein elektromagnetisches Feld, das die elektrische Ladung eines einschlagenden Blitzes ableiten kann. Besteht dein Wohnmobil komplett aus einem elektrisch leitfähigen Material, wie es bei den meisten Kastenwagen und Campingbussen der Fall ist, seid ihr im Inneren also vor einem Blitzeinschlag geschützt.

Blitzschutz im Wohnmobil mit Kunststoff-Aufbau

Vorsicht gilt hingegen bei Wohnmobilen mit Kunststoff-Aufbau, denn GFK (glasfaserverstärkter Kunststoff) oder Kunststoff sind nicht elektrisch leitfähig. Das Prinzip des Faraday’schen Käfigs wirkt nur, wenn die Kunststoffplanken auf Metallstreben oder einem Metallrahmen befestigt sind – ein reiner Kunststoffaufbau schützt nicht. In den Fahrzeugen mit Hub- oder Klappdächern aus Kunststoff besteht meist zumindest die Fahrerkabine rundherum aus Metall und bietet daher einen sichereren Aufenthaltsort.

Fazit: So gelingt sicheres Verreisen mit dem Wohnmobil

Vom richtigen Beladen bis zum sicheren Verhalten in Notfällen: Damit ihr euren Wohnmobil-Urlaub entspannt genießen könnt, solltet ihr im Voraus über verschiedene Sicherheitsaspekte nachdenken und euch mit den korrekten Verhaltensweisen vertraut machen. Auch wenn das Eintreten eines Schadens unwahrscheinlich ist, reist ihr mit der richtigen Vorbereitung sicherer und beruhigter. Habt ihr Fragen zu verfügbarer Sicherheitsausstattung, könnt ihr euch natürlich jederzeit bei Wohnwagenvermietern und Fachhändlern beraten lassen. So seid ihr optimal auf jede Situation vorbereitet.

Titelbild: 178203283 | © Gert Lapoehn Fotogr. – stock.adobe.com

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