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Portugal mit dem Wohnmobil: Tipps und 3 traumhafte Routen

von Julia
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Immer mehr Camping-Fans bereisen Portugal mit dem Wohnmobil. Kein Wunder: Wer einmal an den kilometerlangen Stränden der Algarve entlanggefahren ist oder in Lissabon zu später Stunde den Fado-Gesängen gelauscht hat, wird immer wiederkommen wollen. Wir haben für Sie Tipps rund um den Wohnmobil-Urlaub in Portugal gesammelt und stellen Ihnen die schönsten Routen im sonnengeküssten Land am Atlantik vor. 

Inhaltsverzeichnis – Portugal mit dem Wohnmobil
1. Wohnmobil für Portugal mieten
2. Anreise 
3. Maut
4. Campingplätze
5. Parken, Wildcampen und Freistehen
6. Verkehrsregeln
7. Wichtige Dokumente
8. Tanken, Gas und Abwasserentsorgung
9. Straßenbedingungen und Infrastruktur
10. Beste Reisezeit
11. Die 3 schönsten Portugal-Routen

1. Wohnmobil für Portugal mieten: Modelle und Preise

Wer Portugal mit dem Wohnmobil auf eigene Faust erkunden möchte, braucht natürlich erst einmal das passende Fahrzeug für’s Camping-Abenteuer. Die Anbieter McRent und Indie Campers sind in Lissabon, Porto und Faro mit Wohnmobil-Flotten vertreten, die vom kompaketen Campervan für zwei Personen bis hin zum großen Alkoven-Modell für die ganze Familie reichen. Welches Modell für Sie geeignet ist, hängt immer auch von den persönlichen Bedürfnissen und der geplanten Route ab. Wer zum Beispiel mit dem Wohnmobil die engen Bergstraßen im Norden des Landes befahren möchte, ist mit einem kleineren Fahrzeug eventuell besser beraten als mit dem Luxus-Wohnmobil. 

Wohnmobil in Portugal bei CamperDays mieten

Die Mindestmietdauer beträgt in der Regel 5 Tage, in der Hauptsaison (Juli/August) unter Umständen sogar 10 Tage. Kleinere Fahrzeuge gibt es zur Nebensaison bereits ab 90 Euro pro Tag, größere Wohnmobile können bis zu 150 Euro pro Tag kosten. Grundsätzlich gilt: Je früher Sie Ihr Wohnmobil für Portugal buchen, desto günstiger sind die Mietpreise. Das Mindestalter liegt in der Regel bei 21 Jahren (bei Indie Campers 18 Jahre), wobei der Fahrer seit mindestens zwei Jahren in Besitz eines gültigen Führerscheins sein muss. Für Camper unter 25 Jahren fällt für gewöhnlich eine Jungfahrergebühr bzw. eine zusätzliche Versicherung an. 

Symbol Info & Fakten Hunde im Wohnmobil
Ob die Mitnahme von Hunden im Wohnmobil erlaubt ist, können Sie in den Mietbedingungen des Anbieters nachlesen. Generell gilt: Fragen Sie vorher unbedingt beim Vermieter nach, ob Sie ihren vierbeinigen Freund mit auf die Wohnmobil-Reise nehmen dürfen. Wenn der Vermieter die Mitnahme erlaubt, fällt für gewöhnlich eine zusätzliche Reinigungsgebühr an.

2. Anreise nach Portugal: mit dem Wohnmobil oder per Flug?

Nach Lissabon, Porto und Faro verkehren von diversen deutschen Städten jede Menge Direktflüge. Wer rechtzeitig plant und zur Nebensaison reist, kann unter Umständen einen Flug ab bereits 40 Euro finden. 

Aber es muss nicht immer der Weg durch die Luft sein. Viele Camping-Fans mieten ihr Wohnmobil in Deutschland an und fahren über Frankreich und Spanien nach Portugal. Mit dem Wohnmobil sind Sie natürlich etwas länger unterwegs als per Flug – andererseits ist diese Art zu Reisen umweltfreundlicher und man bekommt direkt mehrere Länder zu sehen. Kontrollen sind weder an der französischen, noch an der spanischen oder portugiesischen Grenze üblich. Nicht vergessen: Auf den französischen und spanischen Autobahnen fällt, im Gegensatz zu den deutschen Autobahnen, eine Maut an! 

3. Maut in Portugal 

Apropos Maut: Wer in Portugal mit dem Wohnmobil auf den Autobahnen unterwegs ist, muss eine Mautgebühr bezahlen. Seit 2011 hat Portugal ein elektronisches Bezahlsystem eingeführt, das auf einigen Straßen bereits die klassische Barzahlung abgelöst hat. Auto- und Wohnmobil-Fahrer können zwischen vier verschiedenen elektronischen Mautsystemen wählen.

🚐 Lesetipp: Ausführliche Infos zu der Bezahlung der Maut in Portugal

Miet-Fahrzeuge sind in der Regel bereits mit einem sogenannten Transponder ausgestattet, der die Gebühren automatisch registriert, sobald eine bemautete Straße in Portugal mit dem Wohnmobil befahren wird. Für das Mautgerät fallen üblicherweise bei der Abholung 18,50 Euro an. Die geschätzten Mautgebühren in Höhe von 100 Euro werden in der Regel bereits vor der Fahrt an der Station hinterlegt. Sollten Sie nur wenige Mautstraßen befahren und die 100 Euro nicht aufbrauchen, werden Ihnen diese bis zu zwei Wochen nach der Reise auf Ihre Kreditkarte zurückerstattet. 

© ronstik – stock.adobe.com

4. Campingplätze in Portugal

Eine gute Nachricht für Freiheitsliebende: Portugal ist ein echtes Camper-Paradies! Alle portugiesische Regionen sind mit zahlreichen Campingplätzen ausgestattet, die von simpel bis luxuriös reichen. Sollten die Campingplätze vorgebucht werden? Zur Nebensaison ist ein Vorbuchen für gewöhnlich nicht nötig und auch in der Hochsaison finden Camper in der Regel immer noch ein Plätzchen. Eine Ausnahme bilden Campingplätze an der Algarve zur Hochsaison. Die traumhafte Region hat sich zu einem richtigen Camping-Hotspot gemaustert und ist dementsprechend immer gut besucht. Wenn Sie auf Nummer sicher gehen wollen, dann reservieren Sie vorab lieber telefonisch oder online. 

🚐 Lesetipp: Die schönsten Campingplätze in Portugal – von der Algarve bis nach Porto

So unterschiedlich wie Portugals Städte und Regionen sind auch die Campingplätze des Landes. Vom Luxus-Campingplatz mit Pool bis hin zum kleinen naturbelassenen Campingplatz ist hier alles zu finden. Grundsätzlich sind die Campingplätze in Portugal – egal ob luxuriös oder simpel – gut ausgestattet. Die nächtlichen Preise hängen natürlich immer von der Saison, der Region und dem Komfort des Platzes ab und können von 15 bis 30 Euro/Nacht für zwei Personen (inkl. Fahrzeug) reichen. 

Symbol Info & Fakten Camping Municipal
Auf den sogenannten Camping-Municipal-Plätzen stehen Sie wesentlich günstiger als auf den regulären Campingplätzen. Die Wohnmobilstellplätze gehören den Gemeinden und dürfen von Campern gegen wenig Geld (oder in seltenen Fällen kostenlos) als Übernachtungsmöglichkeit genutzt werden.

5. Parken, Wildcampen und Freistehen in Portugal

Grundsätzlich ist das Wildcampen in Portugal mit dem Wohnmobil und mit dem Zelt offiziell verboten. Auch das kostenlose Freistehen oder Übernachten auf öffentlichen Parkplätzen ist – sofern nicht ausdrücklich durch ein Schild erlaubt – verboten. Vor allem an der bei Wohnmobil-Fans beliebten Algarve und rund um die Hauptstadt Lissabon ist das Wildcampen ein umstrittenes Thema, saftige Strafen von bis zu 1.500 Euro sind in Küstengebieten oder im Umfeld von bekannten Sehenswürdigkeiten keine Seltenheit. Im nicht so stark frequentierten Norden des Landes dagegen werden Sie in der Regel keine Probleme bekommen, wenn Sie sich ein ruhiges Plätzchen suchen und Ihren Platz sauber hinterlassen. 

🚐 Lesetipp: Regeln zum Wildcamping weltweit

Parkverbote sind in Portugal übrigens durch eine gelbe Markierung am Fahrbahnrand gekennzeichnet, das Parken unmittelbar auf der Straße ist in Portugal verboten. Sollte Ihnen ein Schild mit der Aufschrift Estacionamento proibido begegnen, dann bedeutet das für Sie: Weiterfahren, hier ist das Parken verboten. 

Symbol Info & Fakten Freistehen auf Privatgrundstücken
Wie in vielen anderen südeuropäischen Ländern gilt auch in Portugal: Die Einheimischen gelten Campern gegenüber grundsätzlich als aufgeschlossen. Wer vor dem Campen auf einem Privatgrundstück vorher um Erlaubnis fragt, wird wahrscheinlich nicht auf taube Ohren stoßen und für eine Nacht ein lauschiges Plätzchen finden. 

6. Verkehrsregeln in Portugal

Die Geschwindigkeitsbegrenzungen in Portugal ähneln denen in Deutschland. Innerorts dürfen Wohnmobil-Fahrer höchstens 50 km/h fahren, außerorts geben Schilder die zugelassene Höchstgeschwindigkeit an. Dabei wird, wie hierzulande, ein Unterschied zwischen leichten und schweren Wohnmobilen gemacht: 

 PKWPKW mit AnhängerWohnmobil bis 3,5 t zGGWohnmobil über 3,5 t zGG
innerorts50505050
außerorts90/10070/8090/10070/80
Schnellstraßen1008010090
Autobahnen120100120110

Die Promillegrenze beträgt 0,5, für Fahrer mit weniger als drei Jahren Fahrpraxis 0,2.

🚐 Lesetipp: Ausführliche Infos über die Verkehrsregeln in Portugal 

Symbol Info & Fakten Hinweis
Sobald Sie ein Schild mit der Aufschrift tolerancia zero-seguranca maxima sichten, heißt es: Bloß peinlichst genau an die vorgegebene Geschwindigkeit halten! Das Schild verweist darauf, dass auf der entsprechenden Straße bereits kleinste Abweichungen mit Geldstrafen geahndet werden.

7. Wichtige Dokumente für die Wohnmobil-Reise

Für einen touristischen Aufenthalt für bis zu drei Wochen reicht in Portugal ein (vorläufiger) Personalausweis oder Reisepass völlig aus. Darüber hinaus gehört natürlich auch der nationale Führerschein unbedingt mit ins Gepäck. Wer mit dem eigenen Wohnmobil in Portugal unterwegs ist, muss zusätzlich den gültigen Fahrzeugschein mit sich führen. Ein absolutes Muss für Portugal-Urlauber, die ein Wohnmobil mieten möchte, ist außerdem die Kreditkarte mit PIN. Andernfalls bekommen Sie das Miet-Fahrzeug an der Station nicht ausgehändigt. 

8. Tanken, Gas und Abwasserentsorgung 

Wer in Portugal mit dem Wohnmobil größere Strecken zurücklegt, wird hin und wieder den Tank auffüllen müssen. Mit 1,43 Euro (Diesel) bis 1,60 Euro (Benzin) sind die Preise in Portugal verhältnismäßig teuer (Stand: Juli 2019). In der Regel haben die Tankstellen in Portugal von 7 bis 22 Uhr geöffnet, in größeren Städten und entlang der Autobahn durchaus auch rund um die Uhr. Sie können bar oder mit Bank- sowie Kreditkarte zahlen. 

Aufgepasst: Anders als in Deutschland lautet die Abkürzung für Autogas GPL statt LPG. Für die Autogasbetankung benötigen Sie einen Adapter (Dish-Anschluss). Außerdem gut zu wissen: In Portugal ist es verboten, deutsche Gasflaschen an Tankstellen aufzufüllen. An einigen Tankstellen ist es allerdings möglich, Gasflaschen zu entleihen. 

Die Abwasserentsorgung gestaltet sich in Portugal für Wohnmobil-Fahrer ohne Probleme. Auf vielen Camping- und Parkplätzen sowie an den Filialen der Supermarktkette Intermarché ist eine Abwasserentsorgung meist kostenlos möglich.

9. Straßenbedingungen und Infrastruktur in Portugal

Die Schnellstraßen und Autobahnen sind in Portugal generell sehr gut ausgebaut. Auf einigen Landstraßen kann es dagegen auch mal etwas holpriger werden. Vor allem auf steilen Bergstraßen gilt: Vorsichtig und vorausschauend fahren! Verkehrsschilder mit der Aufschrift Curva perigrosa warnen vor engen Kurven, Atenção oder Cuidado bedeutet wortwörtlich übersetzt Achtung bzw. Vorsicht und macht zum Beispiel auf Unebenheiten auf der Straße aufmerksam. 

Portugal verzaubert mit wunderschönen Städten, die sich allerdings durch kleine Gassen und verkehrsberuhigte Altstädte auszeichen. Heißt: Mit dem sperrigen Wohnmobil macht das Autofahren in Lissabon und Porto mal so gar keinen Spaß. Suchen Sie sich stattdessen lieber einen Campingplatz in der Nähe oder parken Sie Ihr Miet-Wohnmobil auf einem der vielen Park-and-Ride-Plätze und nehmen Sie gemütlich die öffentlichen Verkehrsmittel in die Innenstadt. 

10. Die beste Reisezeit für Portugal mit dem Wohnmobil

Dank dem milden Klima und der Lage am Atlantik ist Portugal mit dem Wohnmobil das ganze Jahr über ein tolles Reiseziel. In den Frühlingsmonaten (März, April, Mai) herrschen bereits angenehme Temperaturen für eine Rundreise. Außerdem müssen Sie sich die portugiesischen Straßen mit deutlich weniger anderen Urlaubern als zur Hochsaison im Sommer teilen. Einziges Manko: Selbst an den Stränden der Algarve ist es im Frühling zum Baden in der Regel noch zu kalt. 

Immer mehr Wohnmobil-Fans kehren dem kalten Jahresanfang in Deutschland den Rücken und überwintern mit dem Wohnmobil in Portugal. Kein Wunder: Mit angenehmen 10 bis 15 Grad an der Algarve und in der Region rund um Lissabon lässt sich die kalte Jahreszeit hervorragend aushalten. Im Norden Portugals dagegen kann es in den Wintermonaten vor allem nachts durchaus kühl und regnerisch werden – in den Bergregionen sind Schneefälle keine Seltenheit. Also: Wer in Portugal mit dem Wohnmobil überwintern möchte, sollte sich lieber zu den südlichen Regionen aufmachen. 

11. Die 3 schönsten Portugal-Routen mit dem Wohnmobil

Die portugiesische Algarve: steile Klippen und Traumstrandgarantie

Eine Rundreise an der portugiesischen Algarve gehört definitiv zu den unangefochtenen Traumrouten unter Wohnmobil-Fans. Los geht es in der wunderschönen Stadt Faro, die im Herzen der Region liegt und mit einer Altstadt wie aus dem Bilderbuch auf reisehungrige Camping-Fans wartet. Mit dem Wohnmobil ab Faro geht es immer weiter in den Westen – vorbei an dem bunten Fischerdörfchen Ferragudo, den bizarren Felsformationen bei Ponta de Piedade und schließlich nach Sagres, wo wilde Wellen die Surferherzen höher schlagen lassen. 

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Von Lissabon nach Porto: immer der Küste entlang

Auf einer Wohnmobil-Tour von Lissabon nach Porto vereinen Sie zwei der schönsten Städte Portugals mit dem rauen Charme der Westküste. Mit dem Wohnmobil ab Lissabon geht es vorbei an den Märchenschlössern von Sintra und weiter nach Peniche, wo ein feinsandiger Strand sich an den nächsten reiht. Das kleinen Örtchen Nazaré mit seinen bunten Fischerbooten eignet sich wunderbar für einen actionreichen Surf-Zwischenstopp während die Universitätsstadt Coimbra im Landesinneren mit urigen Altstadtgassen und fantastischen Restaurants lockt. 

Lesetipp: Lissabon – Top-Sehenswürdigkeiten in der Stadt der sieben Hügel

Der grüne Norden Portugals: ein Mekka für Natur- und Geschichtsfans

Wer dem Trubel rund um Lissabon und der Algarve entgehen möchte, muss unbedingt den so oft unterschätzen Norden von Portugal mit dem Wohnmobil ab Porto erkunden. Bevor es losgeht, sollten Sie den Camperl noch eine kleine Weile stehen lassen und sich unbedingt Zeit für einen Spaziergang durch Porto nehmen. Man munkelt, dass die zweitgrößte Stadt Portugals es locker mit Lissabon aufnehmen kann.

🚐 Lesetipp: Die schönsten Sehenswürdigkeiten in Porto

Von hier aus geht es stetig weiter in den Hohen Norden, wo das Kloster São Gonçalo aus dem 16. Jahrhundert und mit Guimarães der angebliche Geburtsort des ersten portugiesischen Königs, Alfons I., auf Fans von Geschichte und Kultur warten. Eines Königs würdig ist auch die wunderschöne Stadt Braga, deren Stadtbild durch Kirchen, Köster und Parks geprägt ist. Absolutes Highlight der Rundreise ist der Peneda-Gerês-Nationalpark: Hier wechseln sich grüne Hügel mit azurblauen Bergseen ab. Wanderschuhe nicht vergessen!

Titelbildquelle: #129889445 | Urheber: © sewu – stock.adobe.com

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