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Die schönste Wohnmobil-Tour auf Sardinien für 2 Wochen

von Julia
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Wohnmobil parkt an einem Strand auf Sardinien

Vorsicht! Vermutlich werdet ihr euch nach diesem Artikel unsterblich in Sardinien verlieben. Die italienische Insel wirkt wie ein kleiner Kontinent mit eigener Küche, Sprache und Kultur. Wir teilen unsere Erfahrungen mit euch und zeigen, wie ihr mit dem Wohnmobil am besten nach Sardinien kommt. Außerdem erfahrt ihr, wie ihr bei Einheimischen auf Bauernhöfen campen könnt und welche Wohnmobil-Tour auf Sardinien am schönsten ist.

1. Mit dem Wohnmobil nach Sardinien

Von Deutschland gibt es regelmäßig Direktflüge nach Cagliari und Olbia. Wenn ihr euch für einen Non-Stop-Flug entscheidet, seid ihr rund zwei Stunden unterwegs. Egal für welchen Zielflughafen ihr euch entscheidet: Sowohl in Cagliari als auch in Olbia könnt ihr vorab ein Wohnmobil auf Sardinien buchen. Dort angekommen, müsst ihr den Camper dann nur noch abholen und los geht’s.

Symbol TippBuchungs-Tipp
Da es auf Sardinien nicht so viele Wohnmobilanbieter gibt, sind Camper dort schnell ausgebucht. Kümmert euch am besten rechtzeitig um die Wohnmobil-Buchung – vor allem, wenn ihr ein bestimmtes Fahrzeugmodell im Auge habt. Drei bis vier Monate Vorbuchzeit sind ein guter Richtwert, um noch genug Auswahl zu haben.

Wer mehr Zeit hat, kann auch ab Deutschland mit dem Wohnmobil nach Sardinien fahren. Die meisten Fähren nach Sardinien starten in den italienischen Hafenstädten Genua und Livorno. Die Fährfahrt dauert je nach Start- und Zielhafen fünf bis zehn Stunden. Die Kosten für die Fährfahrt hängen stark von der Saison, dem Fahrzeugtyp und der Verbindung ab und können von 100 bis 400 Euro pro Strecke variieren.

2. Die schönste Wohnmobil-Tour auf Sardinien (2 Wochen)

Route: Cagliari – Oristano und Halbinsel Sinis – Bosa – Alghero/Neptungrotte – Parco Nazionale Dell Asinara/Stinivo – Castelsardo – Costa Smeralda – Golfo di Orosei – Cagliari

Strecke: 880 km

Fahrzeit: ca. 15 h

Empfohlene Reisezeit: April/Mai oder September/Oktober

1. Cagliari

Blick über die Stadt Cagliari auf Sardinien

Blick über die Inselhauptstadt Cagliari © Alessio Orrù stock.adobe.com

Wir starten unsere Wohnmobil-Tour in der Inselhauptstadt. Cagliari ist die vielleicht italienischste Stadt des Landes: Es brausen Vespas durch die kleinen Gassen und Einheimische sitzen gemütlich in den belebten Cafés im Hafenviertel Marina. Und über all dem thront Il Castello, die von Festungsmauern umschlossene Altstadt. Besonders schön ist es hier in den Abendstunden, wenn die Stadt in ein goldenes Licht getaucht wird. Am östlichen Stadtrand liegt der hübsche Strand von Poetto, wo man tagsüber sonnenbaden und abends feiern gehen kann.

Campingplatz-Tipp: In der Reitschule Officina Equestre campt ihr in der Nähe eines herrlichen Strands mitten in der Natur (ab 25 € pro Tag, Badezimmer mit Dusche, Waschmaschine, Kochnische und Essbereich im Freien). Strom und Wasser sind nicht vorhanden.

2. Oristano und Halbinsel Sinis

Strand auf der Halbinsel Sinis auf Sardinien

San Giovanni di Sinis auf Sardinien © johnkruger1 stock.adobe.com

Oristano ist ohne Frage eine der schönsten mittelalterlichen Städte Sardiniens. In den barocken Gassen und auf dem Piazza Duomo ist das 14. Jahrhundert architektonisch noch sehr präsent. Wer mehr Lust auf Natur hat, der kann die Stadt gut als Ausgangspunkt für Ausflüge nach Sinis nutzen. Die Halbinsel ist ein echter Geheimtipp. Hier findet ihr noch einsame Buchten, die von Klippen mit Wildblumen gesäumt werden. Eine wunderbare Kulisse zum Surfen, Wandern und Entspannen!

Campingplatz-Tipp: Agricampeggio Muras di Giuliano Nardi ist zwar etwas spartanisch eingerichtet, aber dafür campt ihr nur fünf Gehminuten vom Meer entfernt (ab 15 € pro Tag, Toilette, Dusche am Strand, Strom für 4 €).

3. Bosa

Camper parkt vor der Altstadt von Bosa auf Sardinien

Die Altstadt von Bosa ist besonders gut erhalten © Wirestock stock.adobe.com

Schon vom Weitem sieht man die Burgruine Castello Malaspina, die über Bosa thront. Der Marsch auf den Hügel ist anstrengend, aber ihr werdet mit einem fantastischen Blick belohnt. Der Ort selbst ist nicht besonders groß, aber unglaublich sympathisch und quirlig. Flaniert an den bunten Häusern vorbei und stattet dem Weingut Cantina Columbu einen Besuch ab. Hier gibt es köstlichen Dessertwein, der jedes Wohnmobil-Abendessen verschönert.

Campingplatz-Tipp: Agricampeggio Mattagiano liegt nur vier Kilometer von Bosa mitten in der Natur und wird von Giuseppe und Katja geführt (ab 15 € pro Tag, Toiletten und Duschen, Elektrizität und Wasser gegen Aufpreis).

4. Alghero

Treppen zur Neptungrotte auf der Insel Sardinien

Die 654 Stufen zur Neptungrotte sind bereits ein Erlebnis © marcociannarel stock.adobe.com

Alghero ist ein richtiges Bilderbuch-Städtchen – von den honigfarbenen Festungsmauern der Piazza Civica bis zu den mittelalterlichen Gassen der Altstadt. Unser Tipp: Probiert hier unbedingt das traditionelle Gericht aragosta all catalana (Languste mit Tomaten und Zwiebeln)! Am nächsten Tag geht es dann gestärkt zur weltberühmten Grotta di Nettuno. In der riesigen, kathedralenartigen Höhle spiegeln sich Stalaktiten und Stalagmiten im klaren Wasser. Ihr erreicht Neptuns Grotte entweder mit dem Boot ab Alghero oder zu Fuß über 654 schwindelerregende Stufen (genug Wasser und Sonnenschutz mitnehmen!).

Campingplatz-Tipp: Im 4-Sterne-Camping Village Laguna Blu (mit dem Fahrrad 20 Minuten von der Altstadt entfernt) steht ihr direkt am Wasser. Der Campingplatz ist groß und sehr gut ausgestattet. (ab 25 € pro Tag, Sanitäranlagen, Elektrizität und Wasser, Restaurant, Pool), Mindestaufenthalt sind drei Nächte.

5. Parco Nazionale Dell Asinara und Stinivo

Turm auf der sardischen Halbinsel Asinara

Eine Fahrt über die Cala d’Oliva ist besonders schön © Alessio Orrù stock.adobe.com

Den nördlichen Zipfel von Sardinien erreicht ihr nur mit der Fähre. Die bringt euch zu wilder Natur und einem wunderschönen Nationalpark. Hier könnt ihr wandern gehen und mit etwas Glück den berühmten weißen Eseln beim Grasen zusehen. Vor der Insel befindet sich die Region Stintino, die perfekt zum campen und für eine Abkühlung an karibikähnlichen Stränden ist. La Pelosa ist der bekannteste und der schönste Strand, aber gerade zur Hochsaison immer gut besucht.

Campingplatz-Tipp: Golfo dell’Asinara Camping ist ein guter Ausgangspunkt für Ausflüge zum Nationalpark. Die Stellplätze befinden sich unter Kiefern und Eukalyptus-Bäumen (ab 16 € pro Tag, Sanitäranlagen, Elektrizität und Wasser, Grillmöglichkeiten, Minimarkt).

6. Castelsardo

Blick auf die sardische Festung Castelsardo

Blick auf Castelsardo und die Festungsmauern © DroneView stock.adobe.com

Bei eurer Wohnmobil-Tour auf Sardinien gehört ein Stopp in Castelsardo unbedingt dazu. Die sardische Dorffestung liegt im Nordwesten der Insel und ist umgeben von Meer. Ursprünglich existierte hier nur die mittelalterliche Burg, erst später wurde die Stadt um die bunten Häuschen erweitert. Wer sich durch die verwinkelten Gassen bis nach oben kämpft, kann bis zum Parco Nazionale Dell Asinara schauen.

Campingplatz-Tipp: Area Camper Maragnani ist rustikal ausgestattet, aber günstig. Und es gibt Meer direkt vor der Camper-Tür (ab 15 € pro Tag, Sanitäranlagen, Elektrizität und Wasser, Bar).

7. Costa Smeralda

Camper parkt an einem Strand an der Costa Smeralda auf Sardinien

Wer früh aufsteht, findet ruhige Buchten an der Costa Smeralda © kasto stock.adobe.com

Die beliebte Costa Smeralda ist zwar etwas touristisch, trotzdem ist sie Teil unserer Wohnmobil-Tour durch Sardinien. Hier findet ihr schneeweiße Strände wie den Spiaggia del Principe, die es locker mit der Karibik aufnehmen können. Gerade zur Hauptsaison sind die zwar häufig überfüllt, aber mit etwas Glück und guter Planung (früh aufstehen!) findet man auch dann stille Buchten zum Rasten und Campen.

Campingplatz-Tipp: Das Camping Village Cap D’Orso bietet tolle Stellplätze am Wasser mit großen und sauberen Sanitäranlagen an, ist aber auch nicht ganz günstig (ab 26 € pro Tag, Sanitäranlagen, Elektrizität und Wasser, Sportanlagen, Restaurant, Animation, Hundestrand).

8. Golfo di Orosei

Wanderer in einer Schlucht im Osten von Sardinien

Die Wanderung zur Stätte Ticsali ist spektakulär © fabiano goremecaddeo stock.adobe.com

Der Golfo di Orisei ist das Highlight jeder Reise, denn hier treffen Meer und Berge spektakulär aufeinander. An der Küste reihen sich Traumstrände wie Cala Gorone oder Cala La Luna aneinander. Am besten tauscht man hier den Camper gegen das Boot und erkundet die vielen kleinen Buchten – denn davon ist eine überwältigender als die andere.

Der Parco Nazionale del Golfo di Orosei e del Gennargentu ist ein Paradies für Naturfans. Besonders schön ist eine Wanderung durch die Gola Su Gorropu, eine Schlucht mit 400 Meter hohen Wänden, die als Europas größter Canyon gilt. Nicht weniger spannend ist die archäologische Stätte Tiscali. Verborgen in einer Karsthöhle gibt das ehemalige Nuraghen-Dorf bis heute Rätsel auf. Ihr erreicht diesen geheimnisvollen Ort per Wanderung durch ein grünes Tal, am Fuß hoher Felswände entlang. Spektakulärer kann eine Wohnmobil-Tour auf Sardinien wohl kaum enden.

Campingplatz-Tipp: Camping Cala Ginepro ist bestens ausgestattet und bietet euch Stellplätze zwischen schattigen Bäumen. Die Preise richten sich nach der Fahrzeuggröße (ab 15 € pro Tag, Sanitäranlagen, Waschmaschinen, Elektrizität und Wasser, Grillmöglichkeiten, Restaurant, Animation, Spielplatz, Bar, Restaurants, Minimarkt, Kanuverleih).

3. Nützliche Camping-Tipps für eure Wohnmobil-Tour auf Sardinien

Camper parkt an einer Klippe auf Sardinien

Parken erlaubt, Wildcamping verboten: Das sind die Regel auf Sardinien © Fourcade.N stock.adobe.com

Wildcamping auf Sardinien

Bestimmt habt ihr schon in mindestens einem Reisebericht über Sardinien gelesen, dass Wildcampen offiziell verboten ist. Unserer Erfahrung nach wird besonders zur Hochsaison in den touristischen Gegenden streng kontrolliert. Wer nicht zu viel Geld ausgeben möchte, findet auf Websites wie agriturismo.it sogenannte Agriturismo-Angebote. Hier könnt ihr günstige Stellplätze auf Bauernhöfen, Tierfarmen oder Reitschulen buchen – und erfahrt nebenbei noch etwas über die Landwirtschaft auf Sardinien.

Übrigens: Besonders viele Campingplätze findet ihr im Osten der Insel, vor allem für Familien mit Kindern.

Beste Reisezeit für eine Wohnmobil-Tour auf Sardinien

Wenn ihr eine Wohnmobil-Tour durch Sardinien plant, dann empfehlen wir euch ganz klar die Nebensaison. Wir haben nämlich die Erfahrung gemacht, dass im Hochsommer die Campingplätze nicht nur überfüllter, sondern auch deutlich teurer sind. Auch temperaturtechnisch ist Sardinien mit dem Wohnmobil in den Monaten April/Mai und September/Oktober deutlich angenehmer. Im Hochsommer sorgen Temperaturen bis 40 Grad für Hitze im Camper und Ausflüge sind besonders schweißtreibend. Gerade in den Herbstmonaten ist das Meer noch warm genug zum Baden und die Campingplätze sind deutlich leerer als im Sommer.

Straßenverhältnisse auf Sardinien

Die wichtigsten Städte der Insel, wie Cagliari, Sassari, Olbia oder Oristano sind durch gut ausgebaute Schnellstraßen (superstradas) wie die SS131 miteinander verbunden. Für die kleineren strade provinviali (sp) braucht ihr mit dem Wohnmobil dann doch etwas mehr Geduld – vor allem im Hinterland, wo kurvige Bergstraßen kaum mehr als 50 km/h zulassen. Grundsätzlich sind die Hauptverkehrsstraßen geteert und in einem guten Zustand, auf kleineren Straßen (z.B. zu den Stränden) kann es auch mal etwas holperiger werden.

🚐 Lesetipp: Mit dem Wohnmobil in Italien: Vorschriften und Tipps

Titelbild: #477752759 | Urheber: © Michal – stock.adobe.com

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