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Andalusiens Südosten mit dem Wohnmobil entdecken

von Karen
2 Kommentare

Wer Sonne und Entspannung sucht, ist an der spanischen Ostküste und in Andalusien genau richtig. Die herrlichen Sonnenaufgänge verleihen dieser Region den Namen Levante, was so viel wie “aufgehen (der Sonne)” bedeutet. Dazu findet ihr in dieser Region ein breites Spektrum an Landschaften, die nicht verschiedener sein könnten. Doch mindestens zwei Eigenschaften haben sowohl die Strände von Alicante und Murcia, als auch die Wüsten von Almería und die Berge im andalusischen Hinterland gemeinsam: die Schönheit der Natur und viele malerische Dörfer mit Geschichte. Perfekt für eine einwöchige Reise mit dem Wohnmobil.

Inhaltsverzeichnis: Spaniens Ostküste und Andalusien mit dem Wohnmobil
1. Station: Alicante
2. Station: Cartagena & Mojacar
3. Station: Cabo de Gata & Tabernas
4. Station: Las Alpujarras
5. Station: Malaga
6. Station: Ronda
7. Station: Úbeda & Baeza
Alle Infos zur Wohnmobil-Rundreise durch Andalusien
Reisedauer7 Tage
Streckeca. 1.450 km
Start/ZielAlicante
Beste ReisezeitMai, Juni, September oder Oktober
Geeignet fürNatur- und Geschichtsfans, die gerne die authentische Seite Andalusiens kennenlernen möchten; Paare und Reisegruppen, die sich nicht zwischen Strand und Berg entscheiden können
HighlightsDie Vielfalt der Landschaften genießen: am Strand liegen, durch die Wüste fahren, durch historische Orte spazieren und die reine Luft der Berge einatmen.

1. Station: Alicante

Ein guter Ausgangspunkt für alle, die Andalusien mit dem Wohnmobil erkunden wollen, ist die Provinz von Alicante. Dann dann nimmt man die südöstliche Küste Spaniens gleich noch mit. Alicante liegt an der sonnigen Costa Blanca und ist der perfekte Ort, um günstig ein Wohnmobil zu mieten und in Stimmung für die bevorstehende Reise zu kommen.

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Bevor es los geht, lohnt sich ein Bummel durch Alicante. Wir empfehlen den Weg, der durch die Altstadt zur mittelalterlichen Burg hochführt: In der kleinen Nachbarschaft Santa Cruz direkt unter der Burg fühlt man sich wegen der weiß und blau bemalten Häuser und den mit Blumentöpfe geschmückten Gassen fast wie in einem Dorf mitten in Andalusien.Ein Spaziergang entlang der Hafenpromenade Explanada de España ist ebenfalls ein Muss, um die entspannte Atmosphäre dieser Stadt zu erleben.

Alicante haben wir nicht nur auf Grund der hübschen Innenstadt als Ausgangspunkt gewählt, sondern auch wegen der Umgebung: Der Blick aufs Mittelmeer und die weißen Sandstrände mit den Berglandschaften im Hintergrund sind die perfekte Einstimmung für die nächsten Stationen unserer Wohnmobiltour durch die Levante-Region und Andalusien.

2. Station: Cartagena & Mojacar

Wir fahren mit dem Wohnwagen in Richtung Andalusien durch die autonome Region von Murcia, wo sich nur 120 km südlich von Alicante die Hafenstadt Cartagena befindet. Diese Kleinstadt an der Costa Calida (dt. „warme Küste“) wird von Bergen und Meer umarmt. Sie ist nicht nur für die charmanten Straßen mit Art-Nouveau-Gebäuden bekannt, sondern auch für die vielen römischen Stätten, die perfekt im Stadtplan erhalten und integriert wurden und nun als beste Zeugen der Stadtgeschichte dienen.

Der Ruhm der einstigen Carthago Nova, der Hauptstadt der damaligen Provinz Hispania Carthaginiensis, ist bei einem Spaziergang durch die Altstadt noch immer spürbar. Denn dort stößt man auf ein sehr gut erhaltenes römisches Amphitheater und in den nahe gelegenen Museen kann man eine Villa sowie 26.000 Quadratmeter der antiken Stadt bewundern.

Nachdem wir Cartagena und ihre römische Vergangenheit erkundet haben, geht es weiter mit unserem Wohnmobil. Wir steuern das Wohnmobil auf der A7 in Richtung Almería und erreichen unseren ersten Stopp in Andalusien: Mojacár.

Die kleine weiße Stadt ist auf einem Hügel mit guter Aussicht auf das Meer (etwa 2 km vom Strand entfernt) gelegen. Beim Hochfahren findet ihr direkt am Eingang des Ortes eine Parkgelegenheit mit genügend Platz für den Camper. Sobald das Wohnmobil sicher verstaut ist, bringt uns eine kurze Wanderung bergauf in den Kern dieser typisch-andalusischen Siedlung. Hier besichtigen wir die Pfarrkirche St. Maria, die bis zum 16. Jahrhundert eine arabische Festung war und genießen ein kühles Getränk und frisch zubereitete Tapas zum Mittagessen.

3. Station: Cabo de Gata & Tabernas

Es ist Zeit für einen kleinen Strandausflug, also fahren wir das Wohnmobil an Almerias östliche Küstenlinie entlang, wo ruhige Dörfer und abgelegene Strände aus Vulkangestein und grauen Sand auf uns warten. Diese Gegend ist vor allem für den Naturparks Cabo de Gata bekannt und für alle, die überfüllte Strände lieber vermeiden, ein Paradies.

© Tomasz Czajkowski – stock.adobe.com

In der Gemeinde Las Negras findet ihr einen Stellplatz am Wasser, wo ihr euch über eine erholsame Nacht mit dem Geräusch der Wellen im Hintergrund freuen könnt. Unser Tipp: Am nächsten Morgen rechtzeitig aufwachen, um den Sonnenaufgang zu bestaunen.

Wer gerne am Strand liegt und Sonne tankt, sollte früh morgens zu der Bucht von Mónsul oder der Playa de los Genoveses fahren: An beiden Orten gibt es eingeschränkten Zugang, und sobald die für Wohnmobil vorgesehenen Plätze besetzt sind, darf man nicht mehr durchfahren.

Nach einem ausführlichen Strandtag fahren wir zurück auf die A7 und von dort auf die A92. Jetzt können wir gut beobachten, wie sich die Landschaft seit der letzten Station drastisch verändert: Je näher wir Tabernas kommen, umso trockener wird es. Endlich angekommen scheint uns Tabernas auf den ersten Blick wie eine bescheidene Kleinstadt. Dabei verleiht sie einer ganzen europäischen Wüste ihren Namen.

Die beste Panoramaaussicht auf die Wüste und das umliegende Gebirge habt ihr von der Festung von Tabernas, die im 9. Jahrhundert von den Nasriden erbaut wurde. Manch einer behauptet sogar, bei diesem Anblick eine Ähnlichkeit zum Grand Canyon zu erkennen. Genau dies ist vermutlich auch der Grund, warum diese Region als Kulisse für etliche Filme wie Spiel mir das Lied vom Tod, die Dollar-Trilogie, Indiana Jones und Der Schuh des Manitu diente. Auch einige Teile der sechsten Staffel von Game of Thrones wurden hier gedreht. Filmenthusiasten, die mit dem Wohnmobil in Andalusien unterwegs sind, sollten auf jeden Fall eine Nacht in Tabernas einplanen, weil es Filmstudios, wie z.B Fort Bravo gibt, die nun als Wild-West-Campingplatz und Vergnügungspark dienen.

Campingplätze Cabo de Gata & Tabernas
Camping La Caleta in Las Negras: 20 Gehminuten von der Gemeinde Las Negras und der Festung San Ramón entfernt. Direkt neben dem Meer und dem Wandergebiet La Molata.
Fort Bravo Camping in Tabernas: Western-Kulisse mit täglicher Cowboy-Show. 10 Fahrminuten von der Gemeinde Tabernas entfernt. 17 Minuten vom Game-of-Thrones-Drehort entfernt.

4. Station: Las Alpujarras

Von Tabernas aus geht die Andalusien-Tour weiter. Wir fahren den Wohnwagen auf die A7 zurück, um Granadas Hinterland zu erkunden. Schon nach knapp 2,5 Stunden sind wir von der Wüste im Gebirge der Sierra Nevada. Wir übernachten in einem Naturcampingplatz mit Aussicht auf die Berge in Órgiva.

Am nächsten Morgen fahren wir mit dem Wohnmobil in die Alpujarras, ein Gebiet das schon von den Iberer, Kelten, Römer, Westgoten, Nasriden, Mauren und Galicier besiedelt wurde. Aus dieser Mischung verschiedener Völker und Traditionen entstand ein kultureller Reichtum, der noch heutzutage sichtbar ist.

Über kurvigen Straßen fahren wir weiter ins Gebirge und machen einen Zwischenstopp in Pampaneira, eine kleine Gemeinde im maurischen Stil. Am Ortseingang ist ein Parkplatz, der sich auch für Wohnmobil eignet. Danach geht’s hinein in den Ort. Die weißen Häuser mit den dekorativen Blumentöpfen und der Bach, der die Siedlung durchquert, leisten einen wichtigen Beitrag zur verträumten Atmosphäre.
Auch die vielen Kunsthandwerke tragen dazu bei: handgefertigte Decken, Teppiche, geflochtene Taschen und Keramik gibt’s überall. Wer nichts kaufen will, kann einfach dran vorbeilaufen, aber die Gelegenheit, die regionale Küche zu probieren, sollte man keinesfalls verpassen. Denn diese ist wegen der frischen Zutaten außerordentlich herzhaft und lecker.

© cbruzos – stock.adobe.com

Nur 5 km weiter befindet sich der ruhige Ort Capileira inmitten der Natur. Ein kleiner Wasserfall am Straßenrand heißt uns willkommen. Hier fühlt man sich wortwörtlich “in den Wolken”, denn bei 1436 Metern Höhe sind Nebel und niedrige Wolken ein fester Bestandteil des Landschaftsbildes.

Schokoladen-Liebhaber schweben in Capileira auf Wolke 7, denn die örtliche Schokoladenfabrik Abuela ili verkauft über 150 verschiedene (und außergewöhnliche) Sorten traditionell gefertigter Schokolade. Capileira ist auch ein perfekter Ort, um andere lokale Delikatessen zu kaufen: in den kleinen Läden des Dorfes findet man Wein, Muskateller, Honig oder Käse zu erstaunlichen Preis-Qualitäts-Verhältnissen.

Campingplätze in Las Alpujarras
Camping Órgiva: 20 Gehminuten von der Gemeinde Órgiva entfernt. Mit aussicht auf die Sierra Nevada.
Camping Puerta de la Alpujarra: 30 Gehminuten von der Gemeinde Órgiva entfernt (5 Minuten bis zur Bushaltestelle).

5. Station: Malaga

Nach den Bergdörfern führt uns unsere Wohnmobil-Tour durch Andalusien zurück an die Küste, dieses Mal an die Costa del Sol. Wir kommen nachts in Malaga an und übernachten auf dem Parkplatz der Festung Gibralfaro (unbedingt vorher Fragen, Wildcampen ist in Spanien offiziell verboten). Am nächsten Morgen suchen wir einen Stellplatz für den Tag in der Nähe des Stadtzentrums.

In Malaga gibt es ein großes Angebot Aktivitäten, da findet auch wirklich jeder was für sich. Nach einer kurzen Stadtbesichtigung, bei der die Kathedrale der Encarnación und der Alameda-Park nicht fehlen dürfen, können Kunstbegeisterte das Centre Pompidou, das Carmen-Thyssen-Museum oder das Picasso-Museum besuchen. Auch das Geburtshaus von Pablo Picasso steht offen für Besucher, die sich einen Einblick in sein Leben verschaffen möchten.
Wer sich auf den Spuren der Geschichte Malagas begeben will, sollte den Palast der Alcazaba, die Festung von Gibralfaro oder das römische Theater nicht verpassen. Ihr liegt lieber entspannt in der Sonne? Dann ab an den Sandstrand Malagueta direkt neben dem Hafen der Stadt.

6. Station: Ronda

Wir wollen noch mehr von Andalusien mit dem Wohnmobil entdecken und fahren weiter durch eine ruhige, naturbelassene Gegend. Unser Ziel ist Ronda, die auch “verträumte Stadt” genannt wird. Vielleicht ist das so, weil die Kleinstadt träumerisch von einem Felsplateau aus auf die umliegenden Felder und Naturparks der Sierra de Grazalema und Sierra de las Nieves blickt.

Die Stadt ist zweigeteilt, denn durch die Mitte des Felsplateaus fließt ein Fluss. Beide Seiten, die maurische Altstadt und der jüngere Teil, wurden mittels einer monumentalen Brücke, die sich makellos in die Landschaft einfügt, verbunden. Obwohl diese 100 Meter hohe Brücke „Neue Brücke“ genannt wird, stammt sie aus dem 18. Jahrhundert. Ihren Namen verdankt sie einer älteren Brücke, die 1616 erbaut wurde und seit der Fertigstellung der neuen “Alte Brücke” heißt.

Außer Brücken könnt ihr in Ronda noch mehrere Paläste und Kirchen, die arabischen Bäder, mittelalterliche Mauern und Tore besichtigen. Zudem ist die Stierkampfarena von Ronda eine der ältesten in Spanien. Darüberhinaus gibt es mehrere spannende Museen: über Archäologie, Antiquitäten, Wein, Kunst und eine Ausstellung über den deutschen Dichter Rainer Maria Rilke, die sich in seinem ehemaligen Zimmer (Nr. 208) des Hotels Reina Maria Victoria-Husa – wo er zwei Monate lang lebte – befindet.

Campingplätze in Ronda
Camping El Sur: 30 Gehminuten von Rondas Altstadt entfernt. 7 Gehminuten von Aussichtsplattform entfernt. Mehrere Wanderwege in der Umgebung.
Camping El Abogao: 13 Fahrminuten von Ronda entfernt. 20 Minuten von der Gemeinde Setenil de las Bodegas entfernt. Mehrere Wanderwege und Naturparks in der Umgebung.

7. Station: Úbeda & Baeza

Unsere Wohnmobilreise durch Andalusien neigt zu ihrem Ende und wir begeben uns auf die Rückfahrt durch die Region von Jaen. Aus dieser Gegend kommt das beste Native Olivenöl Spaniens, also solltet ihr auf keinen Fall die Chance verpassen, das flüssige Gold zu probieren.

Wir stoppen in Baeza, eine historische Kleinstadt, die mit der Nachbarstadt Úbeda den UNESCO-Welterbe-Titel teilt. Die beiden Städte sind nur 10 Kilometer voneinander entfernt und haben eine wichtige Gemeinsamkeit: Den Renaissance-Stil der Gebäude, Paläste, Kirchen und Denkmäler. Die meisten davon wurden im 16. Jahrhundert vom in Úbeda gebürtigen Staatssekretär des Königs beauftragt. In Baeza liegen alle Sehenswürdigkeiten nahe beieinander, nach ein bis zwei Stunden hat man alles gesehen. Wer danach noch etwas länger in Baeza bleiben möchte, läuft zur P Stadtmauer, um den Blick auf die Olivenfelder und den Berglandschaften im Hintergrund zu genießen.

Úbeda ist etwas größer und auch höher gelegen als Baeza. Im 14. Jahrhundert war diese Stadt bereits eine der wichtigsten dieser Region. Nicht nur wegen den vielen adligen Familien, die dort wohnten, sondern auch wegen des mächtigen Klerus, der großen Reichtum angehäuft hatte.

Aber erst seit dem 16. Jahrhundert ist diese Stadt wirklich beeindruckend. Der Staatssekretär des Königs verwirklichte hier seinen Traum von einem Königshof, so wie er sie in Italien gesehen hatte. Deshalb stehen in der kleinen Altstadt viele wunderschöne Paläste, Kirchen, Kapellen und eine atemberaubende Kathedrale. Genau wie in Baeza, könnt ihr an der ehemaligen Stadtmauer entlang spazieren und die unverwechselbare Landschaft bewundern.

Úbeda ist leider schon der letzte Stop auf unsere Rundreise durch Südost-Spanien und Andalusien mit dem Wohnmobil. In gut vier Stunden fahren wir zurück nach Alicante und verabschieden uns von unserem Wohnmobil.

Campingplätze in Úbeda & Baeza
Kostenloser Stellplatz in Úbeda: 800 Meter von der Altstadt entfernt.
Camping San Iscio: 45 Fahrminuten von Úbeda entfernt am Fuße des Cazorla-Gebirges, von Natur umgeben.

Titelbildquelle: #250833184 | Urheber: © pikselstock – stock.adobe.com

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2 Kommentare

Mo15. Januar 2020 - 22:21

Wow,
Andalusien mein absoluter Lieblingsort. Schade, dass eure Tour nicht bis zum Atlantik geführt hat. Barbate ist einfach ein Traum. Dann noch der absolute Favorit Tarifa und die schöne Stadt Cadiz. Ronda ist ein Highlight und ihr habt es sehr schön beschrieben. Ein schöner Reisebericht von einer tollen Tour, vielen Dank!

Hasta Luego

Antwort
Julia16. Januar 2020 - 10:36

Hallo Mo,

schön, dass dir unser Beitrag gefällt und vielen Dank für den netten Kommentar.

In Andalusiens vielen Provinzen gibt es wirklich so viel zu entdecken, dass man glatt jedes Jahr hinfahren kann. Ich habe es letztes Jahr bis zum Atlantik geschafft und mich prompt in Cádiz und Tarifa verliebt. 🙂 Besonders faszinierend fand ich, dass man bis nach Marokko schauen konnte.

Viele Grüße
Julia von CamperDays

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