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Camping in Kanada: Das müsst ihr vorab wissen!

von Julia
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Wohnmobil campt an einem See in Kanada

Letztes Update: 13.09.2021

Dichte Wälder, tiefblaue Seen und die Rocky Mountains in der Ferne: Camping in Kanada kann so schön sein! Damit der Urlaub auch möglichst entspannt wird, klären wir die wichtigsten Fragen direkt vorab. Wir zeigen euch, welche Campingplätze in Kanada es gibt, wie ihr sie findet und mit welchen Kosten ihr rechnen müsst. Außerdem klären wir die Frage, ob und wann ihr reservieren solltet und wie die Kanadier zum Wildcampen stehen.

1. Camping in Kanada: Sollte man vorab reservieren?

Wenn ihr Spontaneität und Abenteuer sucht, ist eine Wohnmobil-Reise durch Kanada in der Nebensaison für euch geradezu perfekt. Auf den meisten Campingplätzen in Kanada bekommt ihr zu der Zeit ohne Reservierung spontan einen Platz.

Wenn ihr zur Hochsaison unterwegs seid, solltet ihr in den touristisch beliebten Nationalparks Banff, Jasper, Lake Louise, Kootenay und Waterton Lakes lieber vorab reservieren (online oder telefonisch). Vor allem an den Wochenenden sind die bekannten und beliebten Parks heißbegeht und oft überlaufen. Unter der Woche stehen die Chancen besser auch zur Hochsaison noch spontan ein Plätzchen zu bekommen. Grundsätzlich solltet ihr euch aber nie auf einen Campingplatz festlegen, sondern einen Ersatz in petto haben.

🚐 Lesetipp: Amerikas kühler Norden: beste Reisezeit in Kanada

2. Kann man in Kanada überall campen?

Wohnmobil parkt vor einem Gletscher in Kanada

Auf einigen Parkplätzen in Kanada dürft ihr über Nacht freistehen © Studio49 – stock.adobe.com

Im Gebiet von Städten sowie Provinz- und Nationalparks ist wildes Camping in Kanada verboten. Ausgeschilderte Rest Areas eignen sich für eine Erholungsnacht nach langer Fahrt, nicht aber für längere Aufenthalte. In National Forest-Gebieten, das heißt öffentlichem Land, ist Wildcamping erlaubt. Jedoch müsst ihr vorab abklären, ob das Land nicht doch in Privatbesitz ist, was sich oft nicht einfach gestaltet.

🚐 Lesetipp: Wildcamping weltweit: Wo ist es erlaubt, wo verboten?

Hinzu kommt, dass Wildcamping in Kanada nicht unbedingt ungefährlich ist. Informiert euch in jedem Fall vorab über die Waldbrandgefahr und wilde Tiere in eurer Camping-Umgebung. Ranger und Anwohner sowie Touristeninformationszentren und Kanada-Campingführer geben zum Beispiel Aufschluss darüber, ob in der Nähe eines Campingplatzes Bären leben. Ist das der Fall, müsst ihr euch bei eurem Campingurlaub in Kanada an einige Regeln halten, um die Tiere nicht anzulocken. Lasst zum Beispiel unter keinen Umständen Essensreste, Waschmittel oder Kosmetika draußen herumliegen!

3. Was kostet Camping in Kanada?

Wie teuer Campingplätze in Kanada sind, lässt sich pauschal nicht so einfach sagen. Es gibt verschiedene Campingplatztypen, die sich je nach Ausstattung und Lage preislich stark voneinander unterscheiden. Grundsätzlich sind 15 bis 40 CAD (zwischen 10 und 25 Euro) üblich. Zur Hochsaison können auf den beliebten Plätzen sogar bis zu 60 CAD (ca. 40 Euro) für zwei Personen pro Nacht fällig werden.

4. Welche Campingplätze gibt es in Kanada?

Campingplatz in Nationalpark in Kanada

Auf den Nationalpark-Campingplätzen steht ihr mitten in der Natur © Svensen – stock.adobe.com

Je nach Komfortbedürfnis, Geldbeutel und Reiseroute kommen für euch verschiedene Campingplatz-Typen in Kanada infrage. Wir stellen euch kurz vor, welche Campingplätze in Kanada es gibt und welcher zu euch passen könnte.

Staatliche Campingplätze

Staatliche Campingplätze in Kanada sind oft naturbelassen, weitläufig und günstiger als Privatplätze, dafür aber auch spartanisch ausgestattet. Mit einfachen Toiletten, Feuerstellen, Picknickplätzen und Strom könnt ihr aber in der Regel rechnen. Duschen sind allerdings nicht immer vorhanden. Wenn ihr auf solchen Campingplätzen übernachten wollt, solltet ihr also am besten ein Wohnmobil mieten, das über eine entsprechende Sanitär-Ausstattung verfügt.

Symbol TippAchtung:
Staatliche Campingplätze in Kanada sind oft außerhalb der Camping-Saison geschlossen.

Private Campingplätze

Private Campingplätze in Kanada verfügen in der Regel über eine umfangreichere Ausstattung und sind deshalb teurer als staatliche. Überall gibt es sanitäre Einrichtungen, meistens auch Full Hook-ups, das heißt Elektro-, Frisch- und Abwasseranschlüsse sowie meistens auch Internet- und TV-Anschlüsse sowie einen Shop. Darüber hinaus sind einige Plätze auf Freizeitaktivitäten ausgerichtet und bieten Pools, Sportanlagen und Spielplätze. Auch hier hängt der Stellplatzpreis von Ausstattung und Lage ab.

Campingplätze in kanadischen National- und Naturparks

Wenn ihr am liebsten in der rauen Wildnis Kanadas zelten möchtet, steuert ihr am besten die Campgrounds in den Nationalparks an. Hier gilt: Je touristischer der Nationalpark, desto komfortabler die Ausstattung und desto höher der Preis. Viele Campingplätze verfügen nur über einfache Sanitäranlagen, während in den großen Nationalparks Banff und Jasper auch Full Hook-ups angeboten werden.

Symbol TippWichtige Info
Um in den Nationalparks übernachten zu können, benötigt ihr einen Nationalparkpass.

Campingplätze in so genannten Provincial oder Territorial Parks werden von den jeweiligen Provinzen und Territorien verwaltet. Sie variieren in Kosten und Ausstattung. Die Forest Service und Boondocking Campgrounds sind sehr einfach ausgestattet (Feuerstelle ja, Sanitäranlagen nein) und befinden sich abgelegen inmitten spektakulärer Natur. Ein Pendant zu den Provincial Parks in der Wildnis bieten in den Städten die Municipal oder Country Campgrounds.

Bezahlt wird auf einigen Campingplätzen per Self-Registration: Ihr füllt ein ausliegendes Formular mit euren Daten aus und werft das Geld in einem Umschlag in den Briefkasten am Eingang. Wer kein Bargeld dabei hat, kann auch per Kreditkarte (Visa oder Master) bezahlen, indem er die Kartendaten auf den Umschlag schreibt. Es gibt zwar regelmäßig Kontrollen, grundsätzlich beruht das Verfahren aber auf dem Vertrauen in die Gäste.

5. Wie findet man Campingplätze in Kanada?

Wohnmobil steht in Kanada an einem See

Campingplätze wie diesen findet ihr zum Beispiel über Apps © Natalia Bratslavsky – stock.adobe.com

Schön und gut, aber wo findet man denn nun Campingplätze in Kanada? Einfach nach Schildern Ausschau halten wäre eine Alternative, aber ist nicht immer sinnvoll. Lieber solltet ihr euch vorab darüber informieren, welche Campingplätze sich in eurer Nähe befinden und ob diese überhaupt geöffnet sind und Kapazitäten haben.

Wir haben für euch ein paar praktische Websites und Apps zusammengefasst, die wir gerne für die Suche nutzen:

Praktische Apps:

  • App von Cruise America: Über die kostenfreie App könnt ihr nicht nur Camping- und Stellplätze suchen, sondern zum Beispiel auch Entsorgungsstationen oder Tankstellen.
  • RV Parky: Über diese App findet ihr kostenlose Stellplätze, die von den Usern ehrlich bewertet wurden.
  • Wikicamps: Die kostenpflichtige App (2,19 €) lohnt sich, denn sie bietet euch bei der Campingplatzsuche viele nützliche Funktionen. So könnt ihr zum Beispiel per GPS in eurem Umfeld nach Campingplätzen suchen und alle Inhalte offline speichern.

Websites:

  • KOA (Kampgrounds of America) ist eine der größten Campingplatz-Ketten Nordamerikas. Rund 40 Plätze davon liegen in Kanada und sind sehr komfortabel ausgestattet, dafür aber auch nicht ganz so preiswert.
  • Wenn ihr in Westkanada unterwegs seid, findet ihr hier findet ihr eine Übersichtskarte mit allen Campingplätzen in British Columbia.
  • Es zieht euch in eine andere Region in Kanada? Dann könnt ihr auf entsprechenden Websites Campingplätze für die Regionen Alberta, Ontario und Québec.

🚐 Lesetipp: Das sind die schönsten Campingplätze im Banff und Jasper National Park

Noch mehr Infos rund um eure Camping-Reise durch Kanada findet ihr in unserem Kanada-Wohnmobilguide.

Titelbildquelle: #865597 | Urheber: © Natalia Bratslavsky – stock.adobe.com

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Flo 13. August 2017 - 21:41

Die App WikiCamps scheint echt nützlich zu sein – werden wir in unserem 3 wöchigen Trip ausprobieren 🙂

Antwort
Ben Kaeber 2. August 2017 - 16:33

Super Artikel, vielen Dank!
Weißt du auch, wie es sich verhält, wenn man beispielsweise zu dritt mit drei 1-Mann-Zelten unterwegs ist? Bezahlt man dann drei extra Zelte (was ja ziemlich teuer wäre) oder wird das wie ein 3-Mann-Zelt gerechnet?

Antwort
Alex 31. August 2017 - 10:06

Hallo Ben,

das ist eine gute Frage, die wir uns tatsächlich noch nicht gestellt haben. Meine Vermutung wäre, dass es von Zeltplatz zu Zeltplatz unterschiedlich ist.

Grüße
Alex

Antwort
Felix Hermann 9. Januar 2017 - 1:16

Wichtig ist noch der Hinweis, dass der Preis unabhängig von der Anzahl der Personen ist, was als Radreisender sehr teuer wird.
Eine gute APP um auch gratis Zeltplätze zu finden ist WikiCamps.
Ich war mit privaten zufriedener als mit BC Parcs oder Parcs Canada

Antwort
Dimi 9. Januar 2017 - 9:15

Danke für den Hinweis! 🙂

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