Startseite EuropaKroatien Mit dem Wohnmobil nach Kroatien: mein Erfahrungsbericht

Mit dem Wohnmobil nach Kroatien: mein Erfahrungsbericht

von Ela
2 Kommentare
Meer um die Insel Rab in Kroatien

Mit dem Wohnmobil nach Kroatien: das war unser Plan für den Sommerurlaub. Getreu dem Motto „Der Weg ist das Ziel” führte uns unsere Route durch Österreich und Slowenien bis auf die Insel Rab. In meinem Reisebericht erhaltet ihr Infos zur Anreise und Maut sowie einige Campingplatz-Empfehlungen.

 

Route: München – Klagenfurt – Trenta – Kozjak Wasserfall – Bohinjer See – Zagreb – Plitvicer Seen – Insel Rab – München

Strecke: 1.666 km (Fahrzeit ca. 24,5 Std.)

Beste Reisezeit: Mai, Juni und September: Die Adria ist schon warm genug zum Baden, es sind weniger Touristen da und die Preise sind niedriger.

1. Station: Klagenfurt am Wörthersee

Blick auf Wörthersee von Halbinsel Maria Loretto

Von der Halbinsel Maria Loretto aus habt ihr einen tollen Blick auf den Wörthersee.

Wer mit dem Wohnmobil nach Kroatien reisen möchte, hätte sich keinen schöneren Hinweg aussuchen können. Die Route führt einmal quer durch Österreich und Slowenien und hält einige schöne Zwischenstopps auf dem Weg für euch bereit.

Wir haben unser Wohnmobil in München gemietet und sind von dort aus nach Klagenfurt am Wörthersee gefahren. Der Campingplatz liegt direkt am See mit Zugang zum Strandbad. Bis zur beliebten Halbinsel Maria Loretto sind es nur wenige Gehminuten und auch das Planetarium und der Reptilien-Zoo liegen direkt um die Ecke. Mit dem Fahrrad fahrt ihr etwa 10 Minuten entlang des malerischen Lendkanals in die Innenstadt. Ebenfalls empfehlen können wir einen Ausflug zum Abenteuer-Wasser-Weg etwa 25 Autominuten entfernt. Der Weg führt über alte Mühlensteige und Hängebrücken entlang eines Flusses und dauert etwa zwei Stunden.

Campingplatz-Tipp: Campingplatz Klagenfurt am Wörthersee, sehr großer und gut gepflegter Campingplatz direkt in der Nähe des Strandbads

2. Station: Trenta

Blick auf Triglav Nationalpark in Slowenien

Der Triglav Nationalpark war für mich der schönste Stopp auf unserer Route.

Nach zwei Tagen verabschiedeten wir uns vom Wörthersee und fuhren nach Trenta in Slowenien. Der Ort liegt mitten im Triglav Nationalpark, der unser persönliches Highlight des ganzen Urlaubs war. Allein die Anfahrt über den Pass war so beeindruckend, dass sich die teils steilen Serpentinen mehr als gelohnt haben. Von Kamp Triglav aus habt ihr eine herrliche Aussicht direkt auf die Berge. Von hier starten zahlreiche Wanderwege entlang des Flusses Soča und durch das Soča-Tal. Wanderschuhe, Kamera und Badesachen nicht vergessen, denn so etwas erlebt ihr nicht nochmal!

Campingplatz-Tipp: Kamp Triglav, kleiner und sehr gemütlicher Campingplatz am Fluss Soča. Da ihr nicht reservieren könnt, solltet ihr nicht zu spät anreisen.

Symbol TippInfo
Der Pass ist wie bereits beschrieben teils sehr steil und eng. Wir würden daher empfehlen, lieber ein kleineres Wohnmobil unter sieben Metern zu mieten. Alternativ könnt ihr den Nationalpark natürlich auch einfach auslassen und direkt an den Bohinjer See fahren. Das wäre allerdings sehr schade. 😉

3. Station: Bohinjer See

Wohnmobile am Bohinje See

Von Camp Bohinj aus könnt ihr direkt auf den See blicken. © Roman Babakin – stock.adobe.com

Auch wenn wir am liebsten den Rest unseres Urlaubs im Triglav Nationalpark verbracht hätten, führte uns unser Weg weiter Richtung Bohinjer See. Wenn ihr die Zeit habt, solltet ihr unbedingt einen Zwischenstopp in Kozjak einlegen und zum wunderschönen Wasserfall in einer Kalksteinhöhle wandern. Am Bohinjer See ließen wir es etwas ruhiger angehen und verbrachten die Zeit vor allem auf dem SUP und am Seeufer. Auch wenn der schöne See längst kein Geheimtipp mehr ist, lohnt sich ein Besuch in der Nebensaison durchaus. Alternativ könnt ihr natürlich auch zum Bleder See fahren, der ebenfalls perfekt zum Entspannen ist.

Campingplatz-Tipp: Camp Bohinj, gemütlicher Campingplatz direkt am See. Auch hier könnt ihr nicht reservieren und in der Hauptsaison ist es fast unmöglich, einen Platz zu bekommen. Daher am besten so früh anreisen wie möglich.

4. Station: Zagreb

Campingplatz mit Bauernhaus in der Nähe von Zagreb

Links oben auf dem Berg befindet sich die Burg Okić.

Weiter ging es mit dem Wohnmobil nach Kroatien in die bunte Hauptstadt Zagreb. Wer ein bisschen Großstadt-Flair schnuppern möchte, ist hier genau richtig. Ich empfehle euch, an einer der Free Walking Touren teilzunehmen, da ihr so besonders viel zu sehen bekommt und die Guides auch immer Geheimtipps für euch haben.

Nach einem ganzen Tag voller Sightseeing ging es dann wieder raus aus Zagreb und in die Natur, wo wir einen richtig schönen Campingplatz namens Etno kuća pod Okićem gefunden haben. Der Bauernhof mit seinen wenigen, aber sehr großen Stellplätzen, liegt direkt am Fuß der Burg Okić, zu der wir auch hochgewandert sind. Im Anschluss könnt ihr in gemütlichen Holzzubern mit Blick auf die Burg baden und es euch gut gehen lassen.

Symbol TippInfo
In Zagreb ist das Parken wie in jeder Großstadt sehr teuer und sehr anstrengend. Wir haben unser Wohnmobil daher auf dem Parking Sutinska Ulica gratis abgestellt und sind von dort mit den öffentlichen Verkehrsmitteln in die Stadt gefahren.

Campingplatz-Tipp: Etno kuća pod Okićem , uriger Campingplatz in einem kleinen Dorf etwa 20 km von Zagreb entfernt. Auch hier empfiehlt es sich, ein eher kleines Wohnmobil unter sieben Metern zu haben, da der Zugang zum Campingplatz recht steil ist.

5. Station: Plitvicer Seen

Plitvicer Seen in Kroatien mit türkisblauem Wasser

Der Nationalpark ist in Wahrheit noch viel schöner als auf den Bildern.

Wer mit dem Wohnmobil nach Kroatien fährt, kommt nicht drum herum, auch den Plitvicer Seen einen Besuch abzustatten. Die 16 kaskadenförmig angeordneten Seen und die umgebende Natur bilden den beliebtesten Nationalpark Kroatiens und das nicht ohne Grund. Hier könnte ich Stunden verbringen. Dementsprechend voll ist es auch vor Ort, daher mein Geheimtipp: Bucht einen der letzten Slots ab 16:00 Uhr, die dann zum Teil sogar günstiger sind. Es ist deutlich leerer, da die meisten Touristenbusse dann bereits weg sind. Es gibt acht verschiedene Touren mit unterschiedlichem Schwierigkeitsgrad und Dauer. Wir haben uns für Tour B entschieden, da man dort auf mit einem Elektroboot über den Kozjac-See fährt. Zusätzlich gibt es eine kurze Panoramafahrt mit dem Zug. Die Route dauert etwa drei Stunden und ist nicht sehr anspruchsvoll und eher gemütlich. Packt euch auf jeden Fall Proviant für ein kleines Picknick ein, wenn ihr die Restaurant-Hotspots umgehen wollt.

Symbol TippInfo
Ihr könnt zwar auch Eintrittstickets vor Ort erwerben, ich würde euch aber empfehlen, die Tickets mindestens einen Tag vorher online zu kaufen (zwischen 10 und 40 Euro). Es gibt 2 verschiedene Eingänge, von denen aus die unterschiedlichen Touren starten. Wohnmobile können auf den Parkplätzen nur Tagestickets kaufen (zwischen 10 und 13 Euro). Die Preise und Öffnungszeiten variieren je nach Jahreszeit.

Campingplatz-Tipp: CAMPING PLACE BEAR, sehr einfacher, aber günstiger Campingplatz, der nur ca. 10 Minuten von Eingang 1 entfernt ist. Auch hier könnt ihr nicht im Voraus buchen. Wir sind daher vor unserem Besuch des Nationalparks dort hingefahren und haben uns einen Platz gebucht, bevor es dann weiter zu den Seen ging.

6. Station: Insel Rab

Camp Wodenča in einer Olivenplantage

Camp Wodenča liegt mitten in einer Olivenplantage direkt am Meer.

Von den Plitvicer Seen aus geht es mit dem Wohnmobil auf die Insel Rab. Ab Stinica fahren in regelmäßigen Abständen Autofähren nach Mišnjak. In Barbat hatten wir einen wunderschönen Campingplatz mitten in einem Olivenhain, der auch direkt am Meer liegt. Hier sind wir etwas länger geblieben und haben die Tage mit SUPen, Lesen und Faulenzen verbracht. Mit dem Wasserbus könnt ihr außerdem in die Hauptstadt Rab fahren und dort die schöne Altstadt erkunden. Sehr zu empfehlen ist das Restaurant Konoba Kaldanac, wo ihr zu vernünftigen Preisen gut Essen gehen könnt.

Nach Rab ging es dann auf dem direkten Weg zurück nach München (ca. 8,5 Stunden). Wenn ihr nicht so lange am Stück fahren möchtet, könnt ihr auch einen Zwischenstopp, z.B. in Villach, einlegen.

🚐 Lesetipp: Wenn ihr mehr Zeit mitbringt, solltet ihr einen Blick auf unsere Wohnmobil-Tour durch Kroatien werfen.

Campingplatz-Tipp: Camp Wodenča, sehr kleiner, intimer Campingplatz mit modernen Waschräumen. Die einzelnen Stellplätze sind zwar sehr eng, ihr seid aber durch die Olivenbäume gut vor Blicken geschützt. Die Betreiber des Campingplatzes verkaufen auch selbst hergestelltes Olivenöl – ein gutes und originelles Mitbringsel für die Liebsten daheim.

Anreise mit dem Wohnmobil nach Kroatien: Maut & Verkehr

Mautstation in Kroatien mit Autos

In Kroatien zieht ihr an den Mautstationen ein Ticket und bezahlt es wieder bei Abfahrt. © v_tynka – stock.adobe.com

Wenn ihr mit dem Wohnmobil nach Kroatien reist, kommen einige Maut- und Tunnel-Kosten auf euch zu.

Österreich

Auf den österreichischen Autobahnen und Schnellstraßen besteht Mautpflicht. Die Vignette könnt ihr entweder online oder an Tankstellen erwerben (ab 9,60 Euro). Es gibt sie für 10 Tage, 2 Monate oder 1 Jahr. Bei einem Gesamtgewicht des Wohnmobils von über 3,5 t zGG braucht ihr eine sogenannte GO-Maut. Checkt das Gewicht eures Mietwohnmobils am besten vorher online in den Fahrzeugdetails. In Österreich liegt die Geschwindigkeitsbegrenzung für Wohnmobile unter 3,5 t zGG innerorts bei 50 km/h, außerorts und auf Schnellstraßen bei 100 km/h und auf Autobahnen 130 km/h. Zusätzlich zahlt ihr eine Gebühr für den Tauerntunnel (13 Euro) auf der A10 zwischen Salzburg und Villach und für den Karawankentunnel (7,60 Euro) zwischen Österreich und Slowenien.

Slowenien

Auch in Slowenien herrscht auf den Schnellstraßen und Autobahnen Mautpflicht (ab 15,00 Euro). Die Vignetten gibt es für 7 Tage, 1 Monat, 6 Monate oder 1 Jahr. Letztere beiden sind ausschließlich als E-Vignette online erhältlich. Klebevignetten erhaltet ihr an Tankstellen und DARS-Vertriebsstellen. Auch hier zahlt ihr für ein Fahrzeug über 3,5t zGG eine streckenabhängige Maut, für die ihr einen Transponder DarsGo benötigt. Erkundigt euch am besten bei eurem Vermieter, ob dieser bei eurem Mietwohnmobil bereits vorhanden ist. Wohnmobile unter 3,5 t zGG dürfen innerorts 50 km/h, außerorts 90, auf Schnellstraßen 110 und auf Autobahnen 130 fahren.

Kroatien

In Kroatien benötigt ihr keine Vignette. Stattdessen zieht ihr an den Mautstationen ein Ticket, wenn ihr auf eine Autobahn auffahrt und bezahlt sie, wenn ihr wieder abfahrt. Wohnmobile werden je nach Achsenzahl (bis/ab 2, 3, 4), nach zGG (bis/ab 3,5 t) sowie der Fahrzeughöhe (bis/ab 1,9 m) eingeteilt. Mit dem ADAC Routenplaner könnt ihr im Voraus eure genauen Mautgebühren berechnen. In Kroatien gelten die gleichen Tempolimits wie in Slowenien für Wohnmobile unter 3,5 t zGG.

Symbol TippInfo
Vor Buchung eures Wohnmobils solltet ihr euch unbedingt erkundigen, ob Grenzfahrten erlaubt sind. In der Regel sind die aber problemlos möglich.

Ich hoffe, mein Erfahrungsbericht zur Anreise mit dem Wohnmobil nach Kroatien hat euch gefallen und würde mich freuen, wenn ihr einen Kommentar da lasst.

2 Kommentare

Weiterlesen

2 Kommentare

Hoffmann, Sabine 22. November 2022 - 12:52

Wir haben nächstes Jahr im Mai vor nach Kroatien zu fahren mit dem Wohnmobil. Viel Interessantes ist ja aus dem Bericht zu entnehmen. Finde ich sehr hilfreich! Ich habe mal ne Frage: Muss ich die Campingplätze/Stellplätze vor der Reise buchen? Bisher sind wir meistens spontan unterwegs mit unsrem Womo.
LG Sabine

Antwort
Ela 24. November 2022 - 9:59

Hallo Sabine,

erstmal vielen Dank für das Lob. 🙂 Bei uns waren die meisten Campingplätze ohnehin nicht buchbar, sondern es gilt das Prinzip: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Im Sommer kann das dann schon mal zu Problemen führen, weil der gewünschte Campingplatz dann eventuell voll ist. Im Mai dürfte das aber kein Problem sein.

Viele Grüße
Ela von CamperDays

Antwort

Schreibt uns!