
Wildcampen in Deutschland: Ist Freistehen erlaubt?
Aktualisiert am: 07.01.2026
Lesedauer: 5 Minuten
Wildcampen heißt das Zauberwort, das Campingherzen im Nu auf Touren bringt. Also kein Deluxe-Platz mit Wellness und Kinderparadies, sondern lieber hinein in die Natur und kostenlose Freiheit genießen. Wäre das auch etwas für euch? Dann geben wir euch gerne wichtige Tipps mit auf den Weg, wo Wildcampen in Deutschland erlaubt ist und wann ihr lieber weiterfahrt. Denn mit dem Wohnmobil freistehen ist hierzulande ziemlich tricky. Um ganz legal ein einsames Plätzchen für euer Wohnmobil zu finden, müsst ihr euch an die Regeln halten oder hier und da erfinderisch werden. Wir klären euch auf!
1. Darf man in Deutschland Wildcampen?
In Deutschland ist Wildcampen leider generell verboten. Besonders in Naturschutzgebieten, Naturparks und auf privaten Grundstücken müsst ihr mit Strafen und Anzeigen rechnen, wenn ihr dort übernachtet. Dabei spielt es keine Rolle, ob ihr mit dem Camper oder mit dem Zelt unterwegs seid.
Allerdings ist eine kleine Rast ohne Übernachtung erlaubt und wird auch nicht bestraft. Informiert euch aber vorher über die Betretungsvorschriften. Die variieren von Region zu Region, da die Wald- und Naturschutzgesetze der einzelnen Bundesländer oft unterschiedlich ausfallen. Zum Glück ist laut Bundesnaturschutzgesetz das Betreten von Straßen, Wegen und ungenutzten Flächen zu Erholungszwecken allen gestattet. Hier könnt ihr also erst einmal bleiben und aufatmen.
2. Wildcampen in Deutschland: Wie hoch sind die Strafen?

Jetzt haben wir den Salat – ihr werdet erwischt. Wenn ihr Glück habt, erhaltet ihr nur eine Ermahnung und werdet gebeten, den Platz unverzüglich zu räumen. Bleibt höflich und diskutiert lieber nicht. Steht ihr allerdings illegal mitten im Naturschutzgebiet oder begeht ihr eine Ordnungswidrigkeit, dann dürfen die Forst- oder Polizeibeamt*innen eure Personalien aufnehmen und verhängen ein Bußgeld.
Die Strafen fallen in den einzelnen Bundesländern unterschiedlich hoch aus, sie liegen zwischen 10 und 2.500 Euro. In Mecklenburg-Vorpommern werden sogar 5.000 Euro angesetzt, falls ihr im Landschaftsschutzgebiet im Zelt oder Wohnmobil nächtigt.
3. Wann ist Wildcampen in Deutschland erlaubt?
Wildcampen wird unter bestimmten Bedingungen geduldet. Zum Beispiel, wenn ihr eure Fahrt zur „Wiederherstellung der Fahrtüchtigkeit“ unterbrechen müsst. In dem Fall dürft ihr an öffentlichen Plätzen, an denen kein Verbotsschild zu sehen ist, bis zu zehn Stunden übernachten – nicht campen! Die Stühle und Tische müsst ihr im Wohnmobil lassen. Am besten verhaltet ihr euch unauffällig, vermeidet laute Musik, Feuer und Müll.
Ihr seid ohne Zelt und vielleicht nur mit einer Plane unterwegs? Das fällt unter Biwakieren und ist im Notfall erlaubt. Ein Grund kann sein, dass ihr keine Taschenlampen bei euch habt und der Weg zu gefährlich wäre, um weiterzulaufen.
4. Wo ist Wildcampen mit dem Wohnmobil in Deutschland erlaubt?

Schleswig-Holstein: Der hohe Norden erlaubt eine einzige Nacht, vorausgesetzt ihr schlagt euer Lager nicht im Wald auf oder dort, wo es ausdrücklich verboten ist.
Sächsische Schweiz und Elbsandsteingebirge: Im Osten Deutschlands könnt ihr ein wenig tricksen. Denn hier gibt es Freiübernachtungsstellen für Wander*innen und Bergsteiger*innen. Das heißt, ihr parkt euer Wohnmobil außerhalb, schnappt euch Isomatte und Schlafsack und sucht euch zu Fuß einen Schlafplatz unter freiem Himmel.
Hier sind drei Camping-Tipps für eine Nacht quer über Deutschland verstreut:
Parkplatz Osterbuchberg in Übersee – mit einem kleinen Waldstück, ideal zum Wandern und Radfahren entlang der Tiroler Ache.
Parkplatz Halbemond in Ostfriesland – bei Norddeich und Aurich, nur 15 Minuten vom Meer entfernt auf einer Wiese mit Spielplatz, Toilette und Strom.
Badesee Wanderup am Kamplanger Weg in Wanderup – rund 30 Parkplätze mit öffentlicher Toilette und Außendusche für Strandbad-Besucher*innen
5. Was müsst ihr in Deutschlands Natur beachten?
Habt ihr einen legalen Platz fürs Wildcampen gefunden? Perfekt! Damit ihr das hübsche Fleckchen Erde auch entspannt genießen könnt, solltet ihr ein paar Punkte im Hinterkopf behalten.
Nehmt euren Müll wieder mit: Lasst keine Abfälle liegen und werft auch keine organischen Essensreste in die Natur. Das könnte Tieren schaden. Verlasst den Stellplatz so, wie ihr ihn vorgefunden habt. Am besten ausreichend Mülltüten einpacken!
Verursacht keinen Lärm: Hört keine laute Musik und sprecht nachts leise. So stört ihr weder die Tiere noch die Anwohner*innen.
Macht kein Feuer: Die Brandgefahr ist im Sommer enorm hoch und auch der Geruch kann lästig für andere sein. Zudem könnten Anwohner*innen eine Gefahr sehen und die Polizei rufen – dadurch habt ihr unnötigen Stress und müsst im schlimmsten Fall den Platz räumen.
Benutzt Toiletten: Wenn ihr kein WC an Bord eures Wohnmobils habt, solltet ihr für größere Geschäfte die Toiletten in Restaurants, an Tankstellen oder öffentlichen Plätzen aufsuchen.
6. Fazit: Freistehen in Deutschland mit dem Wohnmobil

Ihr habt eure Ziele gesteckt und der Zeitpunkt steht? Dann fehlt nur noch das passende Wohnmobil. Wenn ihr Campingplätze vermeiden und in Deutschland Wildcampen möchtet, dann ist ein größerer Camper mit Toilette und Dusche ideal. Nicht überall könnt ihr den Grill aufstellen, daher achtet bei eurer Wahl auch auf eine gute Kochmöglichkeit.
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